Zero Waste: Stauden- und Schnittblumenreste nutzen
Tipps und Ideen zum Upcycling statt Wegwerfen
Inhaltsverzeichnis
Sommer und Herbst: Bunte Blüten und grünes Laub von Stauden und Einjährigen weichen Verblühtem. Wohin mit dem Grünschnitt? Nicht wegwerfen: Er ist Gold wert! Tipps für Rückschnitt und Schnittblumen.

Mulch
Von Frühjahr bis Herbst können Rückschnitt von mehrjährigen Pflanzen, verblühte Blüten und junge, zarte Triebe von Sträuchern oder Rosen als Mulch verwendet werden.
Schritt 1:
Schneiden und sammeln Sie Stängel, Blätter und Blüten zu Haufen und mischen Sie dabei verschiedene Sorten, um einen nährstoffreichen Mulch zu erhalten, den Sie überall im Garten verteilen können.
Gut zu wissen: Vermeiden Sie, eine Pflanze ausschließlich mit ihren eigenen Pflanzenresten zu mulchen. Bestehen die Mulchmaterialien beispielsweise nur aus Rosenstängeln und -blättern, verteilen Sie sie unter anderen Pflanzen, etwa unter einer Strauchhecke oder im Gemüsebeet. So beugen Sie Krankheiten vor und verhindern vor allem einen Nährstoffmangel in dieser Monokultur.
Verwenden können Sie zum Beispiel die trockenen Blüten und Stängel von einjährigen Pflanzen und Stauden, etwa von Garbe, Hortensien, Igelkopf, Sonnenhut, Weigelie oder Flockenblume.
Denken Sie auch an Blätter und Stängel von Brennnessel, Beinwell oder Farne, die reich an Stickstoff sind und von Gemüsepflanzen sehr geschätzt werden.
Im Gemüsebeet können auch Gemüsereste und ihr Laub in den Mulch eingearbeitet werden. Zum Beispiel Blätter von Bohnen und Rüben, Möhrenkraut von Möhren oder die ersten Blätter von Kopfsalat. Prüfen Sie vor dem Einarbeiten, ob Blätter und Stängel frei von Krankheiten sind, wie es bei Tomaten oder Kartoffeln am Saisonende oft der Fall ist.
Auch als giftig geltende Pflanzen wie die Blätter von Rhabarber, Fingerhut oder Maiglöckchen können als Mulch dienen. Die in ihren Blättern enthaltenen Giftstoffe werden beim Zersetzen schnell abgebaut. Tragen Sie zum Schutz vor dem reizenden Pflanzensaft bestimmter Pflanzenarten ruhig Handschuhe.
Schritt 2:
Zerkleinern Sie den Haufen anschließend, indem Sie einfach mit dem Rasenmäher darüberfahren. Verteilen Sie den Mulch danach unter Ihren Hecken, im Gemüsebeet oder im Beet. Da dieser grüne Mulch hauptsächlich aus jungen Jahrestrieben, Laub und Blüten besteht, zersetzt er sich schnell, meist in weniger als 6 Monaten.
Tipps:
- Große Blätter von Rhabarber, Beinwell oder Farn können direkt als Mulch auf den Boden gelegt werden, ohne sie vorher unbedingt zu zerkleinern.
- Vorsicht bei verblühten Blüten, die Samen gebildet haben und sich als Mulch weiter aussäen können. So können in der nächsten Saison einige unerwünschte Pflanzen auftauchen. Es sei denn, Sie möchten absichtlich ein schönes Beet mit einjährigen oder zweijährigen Pflanzen anlegen.
- Sie können diesen „grünen Mulch“ in BRF-Mulch einarbeiten (zerkleinertes Zweigholz), um den Stickstoffmangel im Holz auszugleichen. Diese Mischung ergibt einen deutlich langlebigeren und ausgewogeneren Mulch.

Geben Sie zerkleinerten Staudenrückschnitt zum BRF, um einen ausgewogenen und langlebigen Mulch zu erhalten
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Junge Zweige, Blätter und verblühte oder geschnittene Blüten eignen sich ideal für den Kompost: Sie enthalten ausgewogen Kohlenstoff und Stickstoff. Da sie noch jung und grün sind, enthalten sie außerdem wenige Gerbstoffe und zersetzen sich schnell. Auch Gemüsereste wie Schalen, Blätter und Kraut (etwa von Rettich oder Möhren) gehören auf den Kompost.
Selbst kranke Pflanzen, etwa mit dem gefürchteten Kraut- und Braunfäule, Mehltau oder Sternrußtau an Rosen, können kompostiert werden. Bei der Zersetzung zerstören die Bakterien und Pilze im Kompost die Krankheitserreger vollständig. Auch Giftstoffe bestimmter Giftpflanzen wie Maiglöckchen oder Rhabarber werden abgebaut.
Sie können Stauden und verblühte Blumen ganz auf den Kompost geben oder sie (wie beim Mulchen) mit dem Rasenmäher zerkleinern, um die Zersetzung zu beschleunigen.
Weiche Zweige (unter 2 cm Durchmesser) müssen vor dem Kompostieren zerkleinert werden. Ihre schützende Harzschicht bremst die Zersetzerpilze. Durch das Häckseln wird diese Schutzschicht aufgebrochen und die Zersetzung beschleunigt.

Für mehr Biodiversität
Manchmal beharren wir darauf, zu schneiden, zurückzuschneiden und aufzuräumen. Aber ist das wirklich gut für die Vielfalt? Wenn Sie sich die Zeit nehmen, Ihren Garten zu beobachten, werden Sie feststellen, dass bestimmte Insekten abgestorbene oder trockene Pflanzenteile schätzen, insbesondere zur Eiablage, als Nahrung oder sogar zum Überwintern. So locken beispielsweise hohle Stängel (Bambus, Schilf oder Althaea officinalis) und markhaltige Stängel (Holunder, Rose, Himbeere …) Mauerbienen, Stängel-Bewohner und sogar Wildwespen zur Eiablage an. Zersetzer wie Nacktschnecken, Schnecken und Feuerwanzen schätzen abgestorbene Blätter als Nahrungsquelle. Bestimmte Vögel und Kleinsäuger (Eichhörnchen, Igel …) benötigen Zweige und Laub, im Frühjahr wie im Herbst, um ihre Nester zu bauen.
Lassen Sie daher eine natürliche, ja geradezu wilde Ecke im Garten, um die Tierwelt zu fördern.
Hinweis: Das Laub von Gemüsepflanzen, etwa Kohl- und Salatblätter, Möhren- oder Pastinakenkraut, sowie verblühte, samenbildende Sonnenblumen, wird von Hühnern und anderem Geflügel sehr geschätzt.

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