Kompost: Was tun mit kranken Pflanzen?
Soll man kranke Pflanzen kompostieren?
Inhaltsverzeichnis
Kompostieren kranker Pflanzen ist umstritten. Wir wägen Pro und Contra neutral ab – aus Sicht einer Gärtnerin und Kompostiererin mit eigenen Erfahrungen.
Welche Krankheiten befallen Garten- und Gemüsepflanzen am häufigsten?
Bei Krankheiten im Ziergarten, Obstgarten oder Gemüsebeet ist die Liste lang … Zunächst gilt es, die verschiedenen Krankheitstypen zu unterscheiden.
Am häufigsten sind zweifellos Pilzkrankheiten, die durch das Vorhandensein von Pilzen entstehen. Diese befallen Pflanzen über ihre Pilzfäden und verbreiten sich durch Sporen, die von Wasser und Wind getragen werden. Manchmal bleiben die Sporen auch im Boden und warten auf den richtigen Moment! Der Pilz wächst und dringt unbemerkt durch die Epidermis in die Pflanze ein. Anschließend breitet sich die Infektion aus und die ersten Symptome treten auf. Oft ist es dann bereits zu spät, um die kranken Pflanzen zu behandeln …
Zu diesen Pilzkrankheiten zählen die Kraut- und Braunfäule, der Rost, der Mehltau, die Hallimaschfäule, die Schwarzfäule der Wurzeln, die Weißfäule, die Graufäule (Botrytis), die Anthraknose, die Alternaria-Krankheit, die Fusarium-Welke, die Verticillium-Welke, der Schorf, Sternrußtau und die Monilia-Krankheit …

Ist es sinnvoll, Pflanzen mit deutlichen Krankheitsanzeichen zu kompostieren?
Weitere Informationen: Alles über Pilzkrankheiten
Auch virale Krankheiten können schwerwiegende Folgen haben. Auch hier gibt es zahlreiche, mehr oder weniger verbreitete Krankheiten, die Gemüsepflanzen, Obstbäume und Ziersträucher befallen: die Mosaikkrankheit, Scharka, die Lepra …
Zum Abschluss dieses Kapitels über Krankheiten dürfen auch die durch Bakterien verursachten Schäden nicht unerwähnt bleiben: Das Feuerbrand gehört zu den gefährlichsten Krankheiten. Daneben ist auch der Rindenkrebs der Rosskastanie zu nennen.
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Andere Gärtner kompostieren alles, unabhängig davon, ob die Pflanzen gesund oder krank sind. Dafür gibt es mehrere ebenso gute Gründe wie für die Entsorgung.
Erstens gehen sie davon aus, dass sich Pilzsporen oder Viren längst im ganzen Garten, Gemüse- oder Obstgarten verbreitet haben, sobald Pflanzen entsorgt werden sollen – weil ihre Erntezeit vorbei ist oder sie Krankheitssymptome zeigen. Unbemerkt und ohne jemanden zu fragen!
Zweitens genügt manchmal ein Blick in die Natur. Manche Krankheiten kommen dort ganz natürlich vor, etwa in einem Gehölz oder Wald. Krankheitsverdächtige Blätter fallen zu Boden und werden zu wertvollem Humus zersetzt. Dennoch bringen diese kranken Blätter das pflanzliche Gleichgewicht der Umgebung nicht aus dem Lot!
Drittens führt die Zersetzung von Pflanzen im Komposter durch das Zusammenspiel zahlreicher Mikroorganismen zu einem Temperaturanstieg. Im Inneren können schnell 40 bis 50 °C erreicht werden. Bei dieser Temperatur werden die meisten Pilze, selbst besonders hartnäckige Bodenpilze, zerstört. Das gilt auch für Nematoden. Nur Viren können etwas widerstandsfähiger sein.
Allerdings muss die Temperatur mindestens 70 °C erreichen, um von Fusariose befallene Pflanzen wie Tomaten, Kohlhernie oder gelegentlich Wurzelfäule abzutöten.
Wenn Sie kranke Pflanzen kompostieren möchten, muss der Kompost daher ausgewogen zusammengesetzt sein, damit er sich von selbst ausreichend erhitzt. Empfohlen wird:
- Kompost regelmäßig umsetzen
- Feuchte Materialien hinzufügen, die den Temperaturanstieg fördern
- Gießen
- Die eingearbeiteten Pflanzen möglichst fein zerkleinern
- Die zerkleinerten kranken Pflanzen in die Mitte des Komposthaufens geben, wo die Temperatur am höchsten ist
- Keinen unzureichend verrotteten Kompost ausbringen.
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