Fallopia, Japanischer Flügelknöterich: Anbau & Pflege
Inhaltsverzeichnis
Flügelknöterich kurz erklärt
- Flügelknöterich (Fallopia) wächst als kräftiger Strauch oder Kletterpflanze
- Schnelles Wachstum und grünes oder dekorativ panaschiertes Laub
- Leichte, weiße Sommer- und Herbstblüte, nektarreich und bei Bestäubern beliebt
- Für jeden Boden und Standort geeignet
- Winterhart sowie frei von Krankheiten und Schädlingen
- Der invasive Wuchs ist schwer zu kontrollieren
Das Wort unseres Experten
Fallopia: Einjährige, Stauden und Sträucher mit dekorativem Laub und Blüte. Winterhart, pflegeleicht, aber ausbreitungsfreudig; Kletterarten bis 12 m.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Fallopia (früher Polygonum und Reynoutria)
- Gebräuchlicher Name Japanischer Flügelknöterich, Japanischer Knöterich
- Blüte Sommer und Herbst
- Height 2 bis 12 Meter
- Exposition Sonne, Halbschatten, Schatten
- Art des Bodens jeder frische Boden
- Winterhärte bis -30 °C
Fallopia ist eine Pflanze mit bewegter Geschichte. Sie gehört zur Familie der Knöterichgewächse, zu denen beispielsweise Echter Buchweizen, Sauerampfer, Rhabarber und Persicaria zählen, und stammt aus den südlichen und ozeanischen Regionen Ostasiens. Tatsächlich handelt es sich um eine Gattung, deren Name dreimal geändert wurde. Ihre Stängel mit auffälligen Knoten brachten ihr zunächst den Namen Polygonum ein, abgeleitet vom griechischen „poly“ für „mehrere“ und „gonu“ für „Knie“. Auch der volkstümliche Name Knöterich bedeutet „mehrfach geknotet“. Später wurde sie in der Flora von Guinochet (1973) der Gattung Reynoutria zugeordnet, bevor sie schließlich zu Fallopia wurde – zu Ehren des italienischen Naturforschers Gabriele Falloppio aus dem 16. Jahrhundert.
Die Gattung umfasst einjährige Kletterpflanzen (Fallopia convolvulus, F. dentatoalata, F. dumetorum), mehr oder weniger strauchige Stauden (F. forbesii, F. japonica, F. sachalinensis), kletternde Stauden (F. baldschuanica, F. cynanchoides, F. denticulata, F. multiflora, F. scandens), halbkletternde Stauden (F. cilinodis) und kletternde Untersträucher (F. aubertii). Durch Kreuzungen entstanden außerdem Hybriden wie Fallopia × bohemica (aus F. japonica × F. sachalinensis).
Ursprünglich wuchs Fallopia japonica in den feuchten Wäldern Chinas, Koreas, Japans und Sibiriens.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte Philipp von Siebold, ein damals in Japan tätiger Arzt und Botaniker, diese Pflanze in seinen Garten in den Niederlanden. Wegen ihrer eleganten Wuchsform, ihrer schönen Herbstblüte und ihres Nektarreichtums wurde sie in Europa und den Vereinigten Staaten schnell sehr beliebt. 1847 erhielt sie von der Gesellschaft für Landwirtschaft und Gartenbau in Utrecht eine Goldmedaille und wurde als „interessanteste Pflanze des Jahres“ ausgezeichnet – als Futterpflanze, Bienenweide und zur Bodenbefestigung. So begannen Fallopia japonica und Fallopia sachalinensis, die sich auf beiden Kontinenten allmählich eingebürgert hatten, ihren Eroberungszug. Heute zählen sie, insbesondere Fallopia japonica, laut dem Naturschutzbund zu den 100 problematischsten exotischen Arten. Auch die Kommission für Artenschutz der Weltnaturschutzunion führt sie als eine der „schädlichsten invasiven exotischen Pflanzen der Welt“.

Fallopia sachalinensis
Heute ist sie in unserem gesamten Gebiet weit verbreitet, mit besonders großen Beständen im Nordwesten, Südwesten und Osten. Ihre Ausbreitungsdynamik ist so stark, dass sie in manchen Fällen heimische Arten verdrängt. Ihre Bekämpfung und Ausrottung in freier Natur sind problematisch geworden.
Einige Arten wachsen sehr schnell. Manche sind immergrün, die am häufigsten verwendeten Arten dagegen sommergrün. Ihr Laub vertrocknet und verschwindet im Winter, um im folgenden Frühjahr kräftig aus dem Wurzelstock auszutreiben. Je nach Art sind die hohlen Stängel aufrecht, windend oder kriechend. Besonders zu Beginn des Wachstums sind sie manchmal rot gefärbt. Die Blätter sind wechselständig, einfach und ganzrandig, dreieckig, herzförmig oder mehr oder weniger oval und pfeilförmig. Sie sitzen an Blattstielen, deren Ansatz am Stängel von einer dünnen, braunen, zylindrischen Membran umgeben ist. Diese als Ochrea bezeichnete Struktur ist typisch für die Knöterichgewächse. Je nach Art werden die Blätter 2 bis 30 cm lang und bis zu 25 cm breit. Meist mattgrün, können sie auch sehr schöne Zeichnungen in Hellgrün, Weiß und Rosé zeigen (Fallopia bohemica ‘Spectabilis’ oder Fallopia japonica ‘Variegata’) oder vollständig goldgelb sein (Fallopia aubertii ‘Summer Sunshine’). Zu beachten ist, dass Arten mit farbenfroherem Laub meist weniger invasiv sind.

Das schöne Laub von Fallopia japonica ‘Variegata’ und Fallopia aubertii ‘Summer Sunshine’
Die strauchigen Arten erreichen meist eine Höhe von 2 bis 3 m, während kletternde und kriechende Arten ihre Triebe bis zu 12 m verlängern können und daher sowohl Platz als auch eine geeignete Rankhilfe benötigen.
Die Blütezeit liegt zwischen Sommer und Herbst. Die sehr kleinen, aber zahlreichen Blüten stehen in lockeren, mehr oder weniger ausladenden, 3 bis 15 cm langen Blütenähren in den Blattachseln oder an den Triebenden. Sie sind weiß mit grünlichen oder rosafarbenen Reflexen und bestehen aus 5 Tepalen sowie 6 bis 8 Staubblättern mit weißen Antheren. Die nektarreichen und manchmal duftenden Blüten locken zahlreiche Bestäuber an. Die schwarzen Samen sind Achänen, also trockene Früchte mit dem eigentlichen Samen, wie etwa Sonnenblumenkerne, und dreikantig. Sie sind vom Kelch umschlossen. Knöterich breitet sich vor allem über kräftige Rhizome aus, die sich über mehrere Meter erstrecken können; auch die Wurzeln dringen sehr tief in den Boden ein. Diese Wuchskraft erschwert die Bekämpfung, da sich nur selten alle Wurzeln entfernen lassen und aus jedem verbliebenen Stück eine neue Pflanze entsteht. Der Japanische Flügelknöterich bevorzugt frische, tiefe und eher nährstoffreiche Böden, kommt aber auch mit ärmeren und trockeneren Standorten zurecht. Man findet ihn häufig am Waldrand, in der Nähe von Gewässern und entlang von Straßen. Eisenhaltige, vulkanische und metallreiche Böden sagen ihm besonders zu, weshalb er manchmal als Schadstofffilterpflanze eingesetzt wird. Er kann an jedem Standort kultiviert werden, bevorzugt jedoch Sonne oder Halbschatten, und verträgt Trockenheit nach dem Anwachsen gut.
Die sehr winterharte Pflanze hält Temperaturen bis etwa -30 °C stand und wird weder von Krankheiten noch von Schädlingen befallen.
Kletternde Arten und Sorten können unschöne Elemente im Garten schnell und dekorativ kaschieren, etwa eine Fassade oder einen Zaun. Wenn Sie diese Pflanze in Ihrem Garten setzen, empfiehlt sich eine Rhizomsperre, um ihre Ausbreitung möglichst stark zu begrenzen.

Die Blüte von Fallopia baldschuanica
Verschiedene Sorten
Fallopia bohemica Spectabilis - Böhmischer Staudenknöterich
- Blütezeit Oktober, November
- Höhe bei Reife 2 m
Fallopia japonica Variegata - Japanischer Flügelknöterich
- Blütezeit Juli für Oktober
- Höhe bei Reife 1,20 m
Fallopia sachalinensis - Sachalin-Staudenknöterich
- Blütezeit Oktober für Dezember.
- Höhe bei Reife 2,50 m
Fallopia aubertii - Schling-Knöterich
- Blütezeit September für November
- Höhe bei Reife 8 m
Polygonum aubertii Summer Sunshine Acofal - Schling-Knöterich
- Blütezeit September für November
- Höhe bei Reife 7 m
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Pflanzung
Wo pflanzen?
- Fallopia ist an den Boden wenig anspruchsvoll, bevorzugt jedoch leichte, tiefgründige Böden. In frischem, feuchtem Boden breitet sie sich stärker aus. Sie liebt sonnige Standorte und Halbschatten, wächst aber auch im Schatten.
- Ihre Größe und starke Ausbreitung erfordern Aufmerksamkeit, da sie schwächere Nachbarpflanzen rasch überwuchert und verdrängt. Kletterpflanzen benötigen eine ihrer Entwicklung entsprechende, ausreichend große und stabile Rankhilfe.
Wann pflanzen?
Die meisten Stauden werden im Herbst gepflanzt, eine Pflanzung im Frühjahr ist jedoch ebenfalls möglich.
Wie pflanzen?
Legen Sie zunächst fest, wie viel Platz Sie Ihrer Fallopia zugestehen.
- Bringen Sie rund um die vorgesehene Fläche eine Rhizomsperre in etwa 70 cm Tiefe ein. Lassen Sie sie 4 bis 5 cm über den Boden hinausragen.
- Stellen Sie den Wurzelballen ins Wasser, damit sich das Substrat vollsaugt.
- Graben Sie in der Mitte der Fläche ein etwas größeres Pflanzloch als der Wurzelballen und lockern Sie den Boden.
- Topfen Sie Ihren Kleinköpfigen Knöterich aus und setzen Sie ihn mittig ein.
- Gießen Sie und mulchen Sie mit einem Material Ihrer Wahl.
Bei einer Kletterpflanze setzen Sie die Pflanze nahe an die Rankhilfe, an der sie emporwachsen soll.

Beim Pflanzen einer Fallopia unbedingt eine Rhizomsperre einsetzen
Pflege
- Bei Kleinköpfigem Knöterich geht es bei der Pflege vor allem darum, seinen kräftigen Wuchs einzudämmen.
- Bei Kletterpflanzen können Sie Triebe zurückschneiden, die über die gesetzten Grenzen hinauswachsen.
- Schneiden Sie trockene Triebe im Spätwinter bodennah ab.
- Um eine unkontrollierte Ausbreitung zu vermeiden, geben Sie die abgeschnittenen Triebe nicht auf den Kompost, sondern entsorgen Sie sie über den Restmüll.
Vermehren
Vermehrung meist durch Wurzelschösslinge und Wurzeln. Im Herbst oder Frühjahr ein Rhizomstück abtrennen, einpflanzen und gießen.
Kombinieren
Der Knöterich lässt sich nicht immer einfach kombinieren, da sein kräftiger Wuchs schwächeren Nachbarn kaum Chancen lässt. Seine zahlreichen, hohen Triebe und die Größe seiner Blüten spenden zudem Schatten, der anderen Pflanzen das nötige Licht entziehen kann.
Unter bestimmten Bedingungen kultiviert (etwa im Topf oder durch eine Wurzelsperre begrenzt), können Sie ihn jedoch mit anderen Pflanzen kombinieren. Wählen Sie dafür ausreichend kräftige Arten, die sich behaupten können. Bäume und Sträucher haben so bessere Chancen, sich zu entwickeln. Im Frühjahr bringen Judasbaum, Zierquitte, Weißdorn, Forsythie und Rote Glanzmispel Farbe in den Saisonbeginn, während sich die jungen Triebe des Knöterichs entwickeln. Als Begleitung zu seiner luftigen Blüte bieten sich Abelie, Sommerflieder und Ölweide an (deren Blüten wenig auffallen, aber herrlich duften!), außerdem Kreppmyrte oder Fiederspiere. Unter den Stauden schaffen Kleinköpfige Knöteriche einen Kontrast in der Form der Blütenstände (aufrechte Ähren) und in den Farben (Rosa, Rot …).
Bei Kletterformen können eine Osterluzei, ein Blauregen, eine großwüchsige Waldrebe wie Clematis montana ‘Freda’ oder Clematis rehderiana, ein Hopfen (manche Sorten mit prächtigem panaschiertem oder goldenem Laub), ein Efeu (auch hier ist Grün nur eine von vielen möglichen Farben), eine Pileostegia (ihre cremeweiße Blüte fällt mit der des Knöterichs zusammen) oder eine Zierweinrebe mit feuriger Herbstfärbung Gesellschaft leisten. Um ihren Fuß zu schmücken, setzen Sie Gräser (Chinaschilf, Hirse, Federborstengras) und blühende Stauden wie Storchschnabel, Astern, Japan-Herbst-Anemonen oder große Glockenblumen. Wenn der Standort es erlaubt, sorgen einige Farne für eine schöne Struktur. Ihre fein gegliederten Wedel bilden einen Kontrast zu den großen, ungeteilten Blättern des Knöterichs. Die grüne Kulisse kletternder Knöteriche hebt die Blüte von Rosen besonders schön hervor.
Bei einer Sorte wie Fallopia ‘Summer Sunshine’ mit goldenem Laub eignen sich Pflanzen mit dunklem Laub, etwa Physocarpus ‘Little Devil’, Purpurglöckchen ‘Black Pearl’, ein Kerbel ‘Ravenswing’ mit purpurfarbenem, farnähnlich geteiltem Laub und zarter weißer Blüte, Kleinköpfiger Knöterich ‘Red Dragon’, Cimicifuga ‘Brunette’, Thalictrum ‘Ghent Ebony’ oder Phormium ‘Purpureum’ (in milden Regionen).

Das goldene Laub von Fallopia aubertii ‘Summer Sunshine’ bildet einen starken Kontrast zu Physocarpus ‘Diablo’, Kerbel ‘Ravenswing’ und Persicaria ‘Red Dragon’
Wussten Sie schon?
- Der Kleinköpfige Knöterich ist eine essbare Pflanze und sollte nur in Maßen verzehrt werden
Die jungen Triebe vieler Arten können roh oder gekocht wie Spargel oder Rhabarber verzehrt und auch für Kuchen verwendet werden, nachdem die faserigere äußere Schicht entfernt wurde. Allerdings wächst der Flügelknöterich bevorzugt auf Böden, die reich an Metallen sind – Metalle, die man dann zugleich mit der Pflanze aufnimmt. Daher sollten Sie unbedingt wissen, an welchem Standort Sie ihn ernten.
Außerdem ist diese Staude reich an Oxalsäure, einer Verbindung, die auch im menschlichen Körper und in vielen anderen Lebensmitteln vorkommt, darunter Rhabarber, Spinat, Sauerampfer, Schokolade und zahlreiche Früchte, um nur einige zu nennen. Der Verzehr kleiner Mengen ist insbesondere für gesunde Menschen unproblematisch. Ein übermäßiger und langfristiger Verzehr sollte dagegen bei Personen mit Gelenkproblemen oder Blasen- und Nierensteinen vermieden werden, da sich diese Beschwerden verschlimmern können. Oxalsäure kann außerdem bestimmte Mineralstoffe binden, die dann in größeren Mengen aus dem Körper ausgeschieden werden und dadurch Mangelerscheinungen verursachen können.
- Die weltweit verbreitetste vegetative Vermehrung…
Weltweit, insbesondere in Europa und Amerika, wurden zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, deren Ergebnisse erstaunlich sind! Tatsächlich scheint sich die Pflanze außerhalb Japans nur vegetativ über ihre unterirdischen Rhizome zu vermehren. Alle außerhalb ihres Ursprungslandes vorkommenden Japanischen Flügelknöteriche wären demnach ein und dieselbe Pflanze, die sich durch den versehentlichen oder über den Kauf und Austausch von Pflanzen erfolgten Erwerb ständig durch Klonierung weitervermehrt hätte. Es handelte sich somit um die weltweit verbreitetste Form der Stecklingsvermehrung über Wurzeln…
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