Kreuzkümmel: Aussaat, Anbau und Ernte

Kreuzkümmel: Aussaat, Anbau und Ernte

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 19. Oktober 2025  durch Pascale 11 min.

Kreuzkümmel kurz erklärt

  • „Kreuzkümmel“ bezeichnet zwei einjährige Kräuter aus der Familie der Doldenblütler: Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) und Kümmel (Carum carvi), auch Echter Kümmel genannt
  • Beide sind Gewürzpflanzen: genutzt werden vor allem die Samen, aber auch das Laub
  • Kreuzkümmel und Echter Kümmel bevorzugen trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft einen sonnigen Standort sowie nährstoffreichen, frischen, gut drainierten Boden
  • Kreuzkümmel ist eine alte Kulturpflanze, die seit der Antike für ihre Heilwirkung bekannt ist
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Kreuzkümmel und Echter Kümmel: botanisch verschiedene Arten mit ähnlichem Aussehen, aber ganz unterschiedlichem Geschmack und Standort.

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Kreuzkümmel, Marokkanischer Kreuzkümmel, Maltesischer Kreuzkümmel, Weißer Kreuzkümmel, Falscher Anis und für Carum carvi
  • Blüte im Sommer
  • Height 40 bis 70 cm
  • Exposition sonnig
  • Art des Bodens nährstoffreich, frisch und durchlässig
  • Winterhärte nicht winterhart oder winterhart bis -20 °C

Die Familie der Doldenblütler (früher auch Umbelliferen genannt) umfasst mehr als 3000 Arten aus 420 botanischen Gattungen. Allen Pflanzen dieser Familie gemeinsam ist jedoch, dass sie Blütenstände in Form von Dolden bilden, die ziemlich groß werden können. Ihre Blätter sind meist in feine Abschnitte geteilt und insgesamt handelt es sich um krautige Pflanzen. Zu den bekanntesten zählen Möhre, Schnittsellerie, Fenchel, Koriander, Petersilie und Kümmel. Oder vielmehr Kümmelarten, denn wir beschäftigen uns hier mit Kreuzkümmel und Wiesen-Kümmel. Denn rund um den Kümmel rankt sich eine etymologische Verwechslung.

Beginnen wir mit Kreuzkümmel (Cuminum cyminum), einer ursprünglich aus dem Nahen Osten und insbesondere dem Mittelmeerraum stammenden Pflanze. Schon lange vor unserer Zeitrechnung wurden seine Samen als Gewürz verwendet. Die Ägypter streuten sie über die Gräber der Pharaonen, die Hebräer nutzten sie als Zahlungsmittel. Dank seines Geschmacks verbreitete sich der Kreuzkümmel rasch in der arabischen Welt und gelangte anschließend über die Kreuzfahrer nach Westeuropa und Europa. Im Laufe der Zeit galt Kreuzkümmel als Glücksbringer, Droge, Symbol der Treue oder als Aperitif zur Anregung des Appetits … Fest steht jedenfalls, dass Karl der Große ihn im Capitulare de Villis aufführen ließ, damit er in seinen Reichen angebaut wurde.

Heute werden die hellbraunen Kreuzkümmelsamen weltweit als Gewürz verwendet. Sie sind Bestandteil traditioneller Gewürzmischungen aus allen Teilen der Welt, von Curry und Chili bis hin zu Garam Masala und Ras el-Hanout. Unverarbeitet haben die Samen einen kräftigen, leicht herben und scharfen Geschmack.

Wiesen-Kümmel oder Kümmel (Carum carvi) soll aus einem größeren geografischen Gebiet mit gemäßigterem Klima stammen, das sich von Nordafrika bis nach Asien erstreckt. Seine Verwendung ist bereits bei den Ägyptern belegt, die ihn zum Einbalsamieren von Mumien nutzten. Mit der Entwicklung des Gewürzhandels verwilderte der Wiesen-Kümmel in den kühlen Regionen Frankreichs, wo er heute spontan wächst.

Cuminus cyminum - Kreuzkümmel

Laub und weiße oder rosafarbene Blüten des Kreuzkümmels

Wie beim Kreuzkümmel sind es auch beim Kümmel die Samen, die zahlreiche Gerichte aromatisieren. Außerdem können die frischen Blätter und die Wurzel verzehrt werden. Die Samen des Kümmels oder Wiesen-Kümmels entfalten ein anisartiges, fein zitroniges Aroma, das weniger kräftig ist als das des Kreuzkümmels.

Botanisch gesehen sind Kreuzkümmel und Wiesen-Kümmel zwei krautige Pflanzen aus der Familie der Doldenblütler. Cuminum cyminum ist eine einjährige, nicht winterharte krautige Pflanze mit einer Höhe von etwa 30 cm und aufrechtem Wuchs. Carum carvi ist dagegen eine zweijährige, besonders winterharte Pflanze, die bis zu 70 cm hoch werden kann.

Die Blätter des Kreuzkümmels sind fadenförmig, sehr lang und dunkelgrün. Die Blätter des Wiesen-Kümmels oder Kümmels sind länglich und kürzer, fiederteilig (also auf beiden Seiten der Blattader symmetrisch) und leicht behaart. Sie sind leuchtend grün. Der Wiesen-Kümmel besitzt eine fleischige, tief reichende und aromatische Wurzel, die an Möhrengeruch erinnert. Die Stängel sind verzweigt, aufrecht und hohl.

Carum carvi Wiesen-Kümmel

Blüten, verholzende Stängel und Laub des Wiesen-Kümmels (Carum carvi)

Einmal im Jahr, im Juni oder Juli, bildet der Kreuzkümmel Blüten, die in weißen, leicht rosafarbenen Dolden zusammenstehen. Der Kümmel blüht von Mai bis Juli, jedoch erst ab dem zweiten Jahr. Anschließend bilden sich die Früchte. Die 3 bis 6 mm langen Früchte des Kreuzkümmels sind länglich und sitzen an den Zweigen; sie tragen einen Haarbüschel. Beim Trocknen bilden sie einen einzelnen grünlich-braunen Samen mit zwei länglichen Fruchtfächern. Die Frucht des Kümmels ist eiförmig und sehr aromatisch. Sie bildet dunklere, schwärzliche und rundere Samen mit nur einem Fruchtfach.

Kreuzkümmel und Wiesen-Kümmel sind somit zwei Pflanzen mit unterschiedlichen botanischen Merkmalen sowie verschiedenen Aromen und Verwendungszwecken. Dennoch hält sich die Verwechslung – nicht unter Botanikern, sondern bei Liebhabern guter Küche.

Cuminum cyminum und Carum carvi

Botanische Tafeln von Cuminum cyminum und Carum carvi

Verschiedene Kreuzkümmel-Sorten

Um es nicht zu wiederholen, sei hier ein letztes Mal daran erinnert: Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) ist eine nicht winterharte Pflanze, die im Mittelmeerraum angebaut wird, während Echter Kümmel eine zweijährige Pflanze ist, die in Europa auch unter raueren klimatischen Bedingungen wächst. Ähnliche Eigenschaften weisen auch die Samen auf: Kreuzkümmel verfeinert Gerichte aus „warmen“ Ländern wie Curry, Tajine, Couscous oder Chili …, während Echter Kümmel Gerichten aus kälteren Ländern wie Sauerkraut seinen Geschmack verleiht.

Unsere Kreuzkümmel-Sorte

[produkt sku=”4257″ blog_description=”Dies ist die typische Art des Kreuzkümmels und die einzige, die in unseren Breiten angebaut wird. Im Februar geschützt oder im Mai direkt ins Freiland säen” template=”listing1″ /]

Unsere Sorten von Echtem Kümmel

[produkt sku=”3053″ blog_description=”Bio-Kümmelsamen zur Aussaat im September für eine Ernte von Juli bis September. Die Pflanze sät sich spontan aus und kann sich stark ausbreiten” template=”listing1″ /]

[produkt sku=”3522″ blog_description=”Dieser Echte Kümmel wird im Anzuchttopf angeboten. Von Mai bis September pflanzen, Ernte im Folgejahr” template=”listing1″ /]

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Kreuzkümmel pflanzen

Wo pflanzen?

Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) bevorzugt nährstoffreiche, frische und zugleich gut durchlässige Böden. Der Boden sollte außerdem locker und leicht sein. Staunässe wäre daher fatal. Sie können gut verrotteten Kompost in die Erde einarbeiten. Außerdem benötigt Kreuzkümmel einen sehr sonnigen und vor allem vor kalten Winden geschützten Standort.

Echter Kümmel (Carum carvi) mag ebenfalls gut durchlässige und luftige Böden. Ein sonniger Standort ist auch hier empfehlenswert, obwohl Echter Kümmel bei den Temperaturen weniger anspruchsvoll ist. Er ist bis -20 °C winterhart.

Wann pflanzen?

Kreuzkümmelsamen benötigen Wärme zum Keimen. Für die Aussaat ins Freiland sollten Sie daher warten, bis sich der Boden auf mindestens 12 °C erwärmt hat, in manchen Regionen sogar noch stärker. Die Aussaat kann somit im Mai beginnen. Alternativ ist ab März eine geschützte Aussaat im Warmen in Anzuchttöpfen möglich. Die Keimung der Samen dauert 2 bis 3 Wochen. Anschließend können Sie die Jungpflanzen ab Mai ins Freiland verpflanzen.

Echter Kümmel ist weniger anspruchsvoll und wird von April bis September direkt ins Freiland gesät. Eine Direktsaat ist vorzuziehen, da Kümmel das Verpflanzen nicht besonders gut verträgt.

Wie pflanzen?

Kreuzkümmel und Echter Kümmel werden breitwürfig gesät. Bedecken Sie die Samen nur dünn mit Erde, ein Zentimeter genügt. Sobald die Jungpflanzen 5 cm groß sind, sollten Sie sie ausdünnen: auf 15 bis 20 cm Abstand bei Echtem Kümmel und 20 bis 30 cm bei Kreuzkümmel. Halten Sie beim Verpflanzen vorgezogener Jungpflanzen dieselben Abstände ein. Weitere Informationen finden Sie in unserer Anleitung: “Wie sät man Kreuzkümmel?“.

Kreuzkümmel und Echter Kümmel können auch in Töpfen oder Blumenkästen in einer Mischung aus Gartenerde, Sand und Kompost kultiviert werden. Vergessen Sie die wichtigen Blähton-Kügelchen am Topfboden nicht, damit das Wasser gut abfließen kann – für Kreuzkümmel lebenswichtig. Anschließend können Sie die Samen direkt aussäen und die Pflanzen ausdünnen, sobald die Keimlinge 5 cm groß sind. Sobald keine Frostgefahr mehr besteht, stellen Sie die Töpfe draußen an einen sonnigen Standort.

Vermehrung von Kreuzkümmel

Kreuzkümmel wird ausschließlich durch Aussaat vermehrt. Echter Kümmel neigt dazu, sich spontan auszusäen und kann dadurch viel Platz beanspruchen. Sie können daher eine Pflanze stehen lassen. Andernfalls schneiden Sie die Stängel vor der vollständigen Samenreife zurück.

Anbau und Pflege von Kreuzkümmel

Kreuzkümmel und Echter Kümmel brauchen wenig Pflege: Kreuzkümmel wöchentlich gießen, Kümmel nur bei Hitze. Jäten, Hacken, Mulchen; kaum Schädlinge.

Kreuzkümmel & Echter Kümmel: Ernte, Samen lagern

Kümmelsamen werden etwa 3 bis 4 Monate nach der Aussaat geerntet. Beim Echten Kümmel ist Geduld gefragt: Die Samen werden meist im Juli des Folgejahres geerntet. Einige Blätter lassen sich dagegen bereits drei Monate nach der Aussaat ernten.

Die Erntemethode ist bei beiden gleich. Sobald die Samen reif und braun sind, schneiden Sie die Stängel ab und bündeln sie. Anschließend hängen Sie die Bündel an einem hellen, trockenen und luftigen Ort auf, damit die Samen vollständig trocknen.

Legen Sie zum einfacheren Auffangen Papier unter die Bündel. Alternativ können Sie die Bündel in Jutesäcke stecken, in denen die Samen auffangen werden.

Kümmelsamen sind anschließend ein bis zwei Jahre haltbar, wenn sie luftdicht, kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden. Sie können die Samen auch mahlen, allerdings verlieren sie nach 2 bis 3 Monaten an Aroma.

Gwenaëlle erklärt Ihnen mehr in: Kümmelsamen ernten und aufbewahren

Kreuzkümmel in der Küche

Nun kommen wir zum entscheidenden Punkt: der Verwechslung von Kreuzkümmel und Kümmel, auch Echter Kümmel genannt. Ursache ist die auf den ersten Blick große Ähnlichkeit der Samen. Nur ein aufmerksamer Botaniker lässt sich von dieser scheinbaren Ähnlichkeit nicht täuschen: Der Samen des Kreuzkümmels besitzt zwei Teilfrüchte, der des Kümmels oder Echten Kümmels dagegen nur eine.

Unterschied zwischen Kreuzkümmel- und Kümmelsamen

Kreuzkümmelsamen sind dunkler und besitzen zwei Teilfrüchte, Kümmelsamen oder Samen des Echten Kümmels sind grünlicher und haben nur eine Teilfrucht.

Auch Feinschmecker oder erfahrene Köche können den Unterschied im Geschmack erkennen. Oder etwa nicht?

Kurz gesagt: Kreuzkümmelsamen werden zum Würzen und Aromatisieren von Gerichten aus Ländern verwendet, in denen die Sonne vorherrscht. Echter Kümmel findet sich dagegen eher in Gerichten der nördlichen Hemisphäre. Kreuzkümmel ist eine der wichtigsten Zutaten verschiedener Gewürzmischungen: Ras el-Hanout, unverzichtbar für Couscous und Tajines, indisches Curry und Garam Masala, Chili aus Mexiko … Auch in Falafeln, Hummus, Merguez, Gazpacho, Empanadas, tunesischem Lablabi, türkischen Köfte, Guacamole, Colombo und Schawarma ist er zu finden. Sie können Ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ihn auch in Eintöpfen, Fischgerichten und Gemüse verwenden.

Echter Kümmel wird traditionell zum Würzen von Sauerkraut und Gulasch verwendet. In der deutschen, österreichischen und ungarischen Küche ist er weit verbreitet und verleiht den Speisen sein anisartiges Aroma. Man findet ihn auch in Käsesorten wie Gouda, Munster oder Géromé. Außerdem wird er zur Herstellung von Spirituosen wie Schnaps, holländischem Allasch, Gin und Kümmel verwendet.

Wie wäre es mit der Braut?

Nach Kreuzkümmel und Echtem Kümmel nehmen wir auch den Schwarzkümmel in die Liste auf, um die Verwirrung noch etwas zu steigern … Aber keine Sorge: Dieser Schwarzkümmel hat nichts mit Kreuzkümmel zu tun. Tatsächlich handelt es sich um die Braut, einen ebenfalls tiefschwarzen Samen, der auch in der Küche des Nahen Ostens, des Maghreb und Afrikas verwendet wird und herb-bitter schmeckt. In der Pflanzenheilkunde ist der kleine Samen zudem für seine heilenden Eigenschaften bei Immunsystem und Herz-Kreislauf, Verdauung und Atemwegen bekannt.

Dieser kleine Samen stammt von einer krautigen Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse: Nigella sativa. Nicht zu verwechseln mit der Jungfer im Grünen (Nigella damascena), einer wunderschönen Blühpflanze, deren Samen nicht essbar sind.

Nigella sativa – Schwarzkümmel

Die Braut, die Samen von Nigella sativa, wird auch Schwarzkümmel genannt

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