Scheinaster: Pflanzung und Pflege

Scheinaster: Pflanzung und Pflege

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 16. Oktober 2025  durch Virginie T. 8 min.

Scheinaster kurz erklärt

  • Die Scheinaster ist eine imposante Staude mit üppiger Sommerblüte
  • Sie blüht reich an großen Dolden, meist violett, manchmal weiß
  • Sie bevorzugt nährstoffreiche, frische Böden
  • Als sehr winterharte Staude übersteht sie auch strenge Winter
  • Ideal am Teichrand und für Höhe im Hintergrund des Beets
Schwierigkeit

Das Wort unserer Expertin

Die Vernonia oder Scheinaster ist eine schöne, etwas wild wirkende Staude, die uns mit einer prächtigen sommerlichen, manchmal auch herbstlichen Blüte in Schirmrispen aus kleinen violetten oder weißen Blütenköpfchen erfreut, die an Wasserdost erinnern. Diese zerzausten Blütenköpfchen erreichen bei den Riesen Vernonia noveboracensis und Vernonia crinita ‘Mammuth’ bis zu 2 m Höhe. Die Gattung umfasst auch einige herrliche Sorten, die zweifellos bekannter sein sollten, etwa Vernonia crinita var. ‘Alba‘, eine weiß blühende Form! Die Blätter der in tropischem Afrika wachsenden Gemeinen Scheinaster (Vernonia amygdalina, örtlich Ndolé genannt) sollen zahlreiche wohltuende Eigenschaften besitzen.

Diese aus den feuchten Wiesen Nordamerikas stammende Staude liebt nährstoffreiche, frische, auch lehmige und sumpfige Böden, in denen sie kräftig wächst. Anspruchslos und sehr winterhart, begnügt sich die Scheinaster jedoch mit jedem normalen Boden, sofern er frisch bleibt. Als sommergrüne Staude treibt sie nach einem einfachen Rückschnitt im frühen Winter jeden Frühling kräftig neu aus.

Feuchte Standorte liebend, gedeiht sie am Wasser und in den frischen Bereichen naturnaher Gärten, wo sie schöne, strukturgebende Horste bildet. Mit ihrer aufrechten Silhouette ist sie ideal für den Beet-Hintergrund oder den Bereich am Wasser, wo sie für viel Höhe sorgt. Da sie mit ihrem natürlichen Wuchs gelegentlich die vorgesehenen Grenzen überschreitet, eignet sie sich auch für Blumenwiesen.

Entdecken Sie diese robuste, bienenfreundliche und bezaubernde, in unseren französischen Gärten noch wenig verwendete Pflanze!

Scheinaster

Vernonia gigantea

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Scheinaster
  • Blüte Juli bis Oktober, je nach Sorte
  • Height 1,20 m bis 2 m
  • Exposition Sonne
  • Art des Bodens nährstoffreich und leicht, lehmig, frisch
  • Winterhärte -20 °C

Vernonia, auch Scheinaster genannt, ist eine Staude aus der großen Familie der Asteraceae, zu der auch die eng verwandten Astern gehören. Die Gattung Vernonia umfasst fast 1000 Arten, vor allem krautige Stauden, aber auch Sträucher und sogar Untersträucher. Sie stammen hauptsächlich aus feuchten Wiesen tropischer Regionen der Erde. Einige winterhärtere Arten kommen aus Wiesen und von Ufern nordamerikanischer Flüsse.

In Deutschland findet man vor allem ausgesprochen winterharte Stauden aus diesen nordamerikanischen Wiesen, etwa Vernonia noveboracensis und Vernonia crinita, zwei sehr große Arten mit schönen Kultivaren, sowie Vernonia baldwinii, eine weitere robuste Scheinaster. Vernonia gigantea ist eine riesige Art. Vernonia noveboracensis und Vernonia crinita gibt es in interessanten Sorten mit violetten Blüten, etwa Vernonia crinita ‘Mammuth’, manchmal auch mit weißen Blüten wie bei Vernonia crinita var. ‘Alba’ oder Vernonia noveboracensis ‘White Lightning’

Botanische Tafel von Vernonia crinita

Vernonia crinita, botanische Tafel

Die Scheinaster wächst aus einem kräftigen rhizomatösen Wurzelstock. Obwohl sie wie viele Stauden recht schnell wächst, braucht sie zwei Jahre, um sich gut zu etablieren. Die Pflanze bildet rasch einen schönen, aufrechten Horst, der fast 3 m hoch und 80 cm breit werden kann. Aus dem holzigen Wurzelstock treiben im Frühjahr feine, aber robuste, steife und wenig verzweigte Stängel. Die aufrechten Stängel tragen sommergrünes Laub, das dunkelgrün bis graugrün ist. Die 12 cm langen und 5 cm breiten Blätter sind wechselständig, einfach, ganzrandig oder gezähnt und schmal sowie lanzettförmig. Manchmal sind sie mit einem feinen weißen Flaum überzogen.

Die sehr üppige Blüte beginnt im Juli und dauert je nach Sorte und Klima bis Oktober, manchmal sogar bis November. Sie erscheint in Form zahlreicher kleiner, zerzauster Blütenkörbchen, die sich am Ende der Stängel zu endständigen Schirmrispen vereinen. Diese breiten, eleganten Dolden blühen über dem zarten Laub in großer Fülle. Sie verleihen der Pflanze eine leichte, luftige Wirkung. Die Blüten strahlen in kleinen, zerzausten und leuchtenden Pompons, je nach Sorte weiß, violett, purpurrosa oder mauve-lila, und färben sich mit zunehmendem Alter rostfarben. Daher stammt auch ihr englischer Name „ironweed“, also „Eisenkraut“.

Sie bestehen aus röhrenförmigen Blüten, die dicht strahlenförmig angeordnet sind. Ihr federartiges Aussehen erinnert an die Blüten von Wasserdost, Leberbalsam oder bestimmten Astern. Diese kleinen, schaumigen Kugeln sind sehr bienenfreundlich und ständig von Schmetterlingen, Hummeln und Bienen umschwärmt.

Die befruchteten Blüten entwickeln sich zu Früchten mit Samen, die am Saisonende den Stieglitzen als Nahrung dienen. Bei günstigen Bedingungen säen sie sich aus, wo es ihnen gefällt, wodurch die Pflanze bisweilen etwas invasiv werden kann.

Scheinaster

Venonia marginata, Vernonia elliptica (Foto: F.K. Starr) und Vernonia cinerea (Foto: HQ)

Wichtige Arten und Sorten

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Unsere Favoriten
Vernonia noveboracensis - New York Scheinaster

Vernonia noveboracensis - New York Scheinaster

Eine sehr leicht zu kultivierende Art. Sie ist winterhart und trockenheitsverträglicher als andere New York Scheinastern.
  • Blütezeit September für November
  • Höhe bei Reife 2 m
Vernonia crinita Vernonia crinita - Scheinaster

Vernonia crinita Vernonia crinita - Scheinaster

Eine Art, die V. noveboracensis sehr ähnlich ist, aber kleinere, leuchtend purpurfarbene Blütenbälle bildet.
  • Blütezeit September für November
  • Höhe bei Reife 2 m
Vernonia baldwinii - Baldwins Scheinaster

Vernonia baldwinii - Baldwins Scheinaster

Eine weitere wilde New York Scheinaster mit gemäßigterem Wuchs. Je nach Klima bietet sie im Sommer bis Frühherbst ein herrliches Schauspiel.
  • Blütezeit August, September
  • Höhe bei Reife 1,20 m
Vernonia crinita Mammuth - Scheinaster

Vernonia crinita Mammuth - Scheinaster

Diese robuste amerikanische Staude entfacht zur Blüte ein wahres Feuerwerk! Sie bildet einen großen Horst und eignet sich perfekt für den Beet­hintergrund oder den Teichrand.
  • Blütezeit August für November
  • Höhe bei Reife 1,70 m
Vernonia crinita var. alba - Scheinaster

Vernonia crinita var. alba - Scheinaster

Diese Scheinaster ist die weißblühende Form der purpurfarbenen Art. Sie verdient einen Platz im Garten, im Beet­hintergrund oder am Teichrand, wo sie für viel Höhe sorgt.
  • Blütezeit August für November
  • Höhe bei Reife 2 m
Vernonia noveboracensis White Lightning - Scheinaster

Vernonia noveboracensis White Lightning - Scheinaster

Von August bis Oktober verschönert sie den Beet­hintergrund mit ihrer luftigen weißen Herbstblüte.
  • Blütezeit September für Dezember.
  • Höhe bei Reife 2 m

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Pflanzung

Wo Scheinaster pflanzen?

Die Scheinaster ist eine sehr winterharte Staude, die in gut durchlässigem Boden Temperaturen bis -20 °C verträgt. Sie ist pflegeleicht und gedeiht problemlos in allen unseren Regionen, selbst in den heißesten Sommern, sofern der Boden frisch und ausreichend tiefgründig bleibt.

Sie verträgt alle nicht zu trockenen Böden, auch lehmige, wächst aber am besten in eher nährstoffreichen, tiefgründigen, gut durchlässigen und frischen Böden. Für diese in den nährstoffreichen Wiesen Nordamerikas heimische Pflanze ist humusreiche, stets frische Gartenerde ideal, besonders im Sommer bei anhaltender Trockenheit. In trockenen Gärten entwickelt sie sich schwieriger. Staunässe und zu luftarme Böden verträgt sie jedoch nicht.

Für eine üppige Blüte wählen Sie möglichst einen sonnigen Standort. In unseren wärmsten Regionen verträgt sie auch Halbschatten.

Sie wächst langsam, aber sicher. Die Pflanze sät sich leicht aus. Das ist ideal zur Gestaltung einer Blumenwiese, kann in einem Beet jedoch problematisch werden. Wenn sie sich wohlfühlt, überschreitet sie mitunter die ihr zugedachten Grenzen. Wir empfehlen, sie eher großen naturnahen Gärten und natürlichen Wiesen vorzubehalten, wo eine Ausbreitung nicht stört. Diese große, winterharte Staude mit aufrechter Wuchsform bringt an Teich- und Bachufern vertikale Akzente.

Mit einer Höhe von bis zu 2,5 m ist sie auch im Hintergrund eines Beetes eine prachtvolle Erscheinung, sofern der Boden im Sommer nie austrocknet. Dort sorgt sie für Höhe, Struktur und Leichtigkeit.

Scheinaster

Vernonia arkansana (Fotos: Leonora Enking)

Wann pflanzen?

Scheinaster im Anzuchttopf wird im Frühjahr, meist im März oder April, oder im Herbst außerhalb der Frostperioden gepflanzt.

Wie pflanzen?

Bei zu schwerem oder verdichtetem Boden mischen Sie Lauberde und groben Sand unter die Pflanzerde, um die Drainage zu verbessern. Für eine schöne flächige Wirkung empfehlen wir eine Pflanzdichte von 3 bis 5 Pflanzen pro m².

  • Heben Sie ein zwei- bis dreimal breiteres Pflanzloch als der Wurzelballen aus
  • Bringen Sie eine Schicht Kies auf dem Grund aus
  • Setzen Sie die Jungpflanze ein
  • Füllen Sie das Loch mit Gartenerde, die mit etwas Kompost und Sand vermischt ist
  • Drücken Sie die Erde leicht an
  • Gießen Sie reichlich
  • Scheinaster

    Vernonia noveboracensis

Scheinaster pflegen

Nach dem Anwachsen benötigt die Scheinaster kaum Pflege, solange der Boden im Sommer frisch bleibt. Kontrollieren Sie im ersten Jahr nach der Pflanzung regelmäßig die Wasserversorgung.

Mulchen Sie, um die Verdunstung und damit den Gießaufwand zu verringern. Entfernen Sie regelmäßig verblühte Blüten, um eine neue Blüte anzuregen und Selbstaussaat zu verhindern. Schneiden Sie die Horste nach der Blüte bodennah zurück. Reinigen Sie im Frühjahr den Wurzelstock und entfernen Sie trockene Pflanzenteile. In normalem Boden können Sie im Frühsommer etwas Kompost ausbringen, um die Blüte zu fördern, und im Herbst, um das Wachstum zu unterstützen.

Teilen Sie zu üppig gewordene Horste alle 3 bis 4 Jahre.

Achten Sie im Frühjahr auf Schnecken, die das junge Laub lieben: Entdecken Sie unsere Tipps zum Schutz vor Schneckenfraß!

Vermehrung

Scheinaster lässt sich im Frühsommer aussäen oder durch Stecklingsvermehrung vermehren. Einfacher und schneller ist jedoch die Teilung im Frühjahr nach den letzten Frösten.

  1. Stechen Sie den Horst mit einer Grabegabel aus.
  2. Teilen Sie ihn, sodass jedes Teilstück Wurzeln hat.
  3. Pflanzen Sie die Teilstücke sofort wieder ein.
  4. Gießen Sie sie an.

Scheinaster im Garten kombinieren

Die Scheinaster ist in naturnahen und wilden Gärten unverzichtbar. Ihre schlanken, üppig blühenden Horste schaffen vom Sommer bis zum Frühherbst ländlich anmutende Pflanzbilder und bringen dabei stets Farbe, Licht und viel Höhe ins Beet. Diese kräftige Staude lässt sich mit zahlreichen Pflanzen kombinieren, die ebenfalls frische Böden bevorzugen.

Ideal ist sie am Teichrand, wo sie sich mit anderen Stauden für feuchte Uferzonen wie Blut-Weiderich oder Gilbweiderich, Geißbart, Filipendula rubra ‘Venusta’ oder Euphorbia palustris verbindet. Pflanzen Sie sie zusammen mit dem attraktiven Kunigundenkraut (Eupatorium maculatum ‘Atropurpureum’), Lythrum salicaria, der Euphorbia palustris und Goldkolben mit gelben Ähren für einen kontrastreichen Effekt.

Ihr ausbreitungsfreudiger Wuchs macht sie auch für eine Blumenwiese geeignet, wo ihre bienenfreundlichen Blüten zahlreiche Bestäuber anlocken.

Mit ihrer stattlichen Höhe strukturiert sie auch den Hintergrund von Staudenbeeten, zusammen mit einigen Argentinischen Eisenkräutern, Astern mit malvenfarbener Blüte, dem Riesen-Sonnenhut und hohen Gräsern wie Chinaschilf, Hirse oder Federgras tenuifolia. Wählen Sie dafür die höchsten Sorten, die bis zu 2 m erreichen können. Der leuchtende lilafarbene Ton ihrer Blüten lässt Pflanzen mit grauem Laub wie Funkien oder Silbrigen Beifuß besonders gut zur Geltung kommen.

Scheinaster

Vernonia balwinii zusammen mit den leichten Blüten von Aruncus palustris, Eupatorium, Euphorbia palustris und Hirse.

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