Schnurbaum pflanzen und kultivieren

Schnurbaum pflanzen und kultivieren

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 19. Oktober 2025  durch Virginie T. 11 min.

Schnurbaum kurz erklärt

  • Der Schnurbaum ist ein Zierbaum oder -strauch mit leichtem, fein gefiedertem Laub
  • Je nach Art wächst er überhängend, majestätisch oder niederliegend
  • Ausgewachsen blüht er spektakulär in duftenden, weißen oder gelben, sehr bienenfreundlichen Trauben, gefolgt von Perlenschnüren aus Schoten
  • Winterhart und pflegeleicht wächst er in Sonne auf gut durchlässigen, auch trockenen und armen Böden
  • Dank schnellen Wachstums ideal als Solitär, Allee- oder Kübelbaum für Zwerg-Schnurbäume
Schwierigkeit

Worte unserer Expertin

Schnurbäume sind dekorative Bäume oder Sträucher, die für ihr leichtes Laub geschätzt werden, das an jenes der Gewöhnlichen Scheinakazie erinnert. Nach etwa 20 Kulturjahren und in warmen Sommern erfreuen sie uns mit einer bienenfreundlichen, duftenden Blüte in weißen Trauben, wie beim Sophora japonica, auch Japanischer Schnurbaum oder Pagodenbaum genannt und wohl der bekannteste Vertreter, oder mit gelben Blüten beim Sophora microphylla ‘Sun King’.

Entdecken Sie auch die prächtige Sorte Sophora japonica ‘Pendula’, die für ihre wunderschöne Wuchsform mit überhängenden Zweigen geschätzt wird und angenehm gefilterten Schatten spendet – ein ausgezeichneter Schattenbaum für große Gärten. Ebenfalls erhältlich ist der Zwerg-Schnurbaum, etwa die für kleine Gärten und die Kultur im Topf geeignete Sorte ‘Little Baby’.

Je nach Kultivar bilden sie einen 1,50 bis 20 m hohen Baum, der sich für eine Allee, eine Gehölzgruppe, ein Beet oder sogar einen Kübel eignet.

Diese Pflanzen lieben volle Sonne und einen warmen Standort. Sie sind winterhart und pflegeleicht und gedeihen in drainierendem, auch trockenem und nährstoffarmem Boden. Einmal im Garten etabliert, benötigen sie nur sehr wenig Pflege.

Entdecken Sie unsere Schnurbäume – sie verdienen einen Ehrenplatz in Ihrem Garten oder auf Ihrer Terrasse!

Sophora, Sophora japonica, Pagodenbaum

Sophora japonica

Beschreibung und Botanik

Steckbrief

  • Lateinischer Name Sophora
  • Gebräuchlicher Name Sophora, Pagodenbaum
  • Blüte im Frühjahr oder Sommer
  • Height 1,50 bis 20 m
  • Exposition Sonne
  • Art des Bodens nährstoffreich, leicht, gut durchlässig
  • Winterhärte -15 °C

Der Schnurbaum ist ein Zierbaum oder -strauch aus der Familie der Hülsenfrüchtler, zu der auch Seidenakazien, Bohnen, Erbsen und Blauregen gehören. Die Gattung umfasst 30 bis 50 Arten immergrüner oder sommergrüner Bäume und Sträucher aus den gemäßigten und warmen Regionen Chinas, Koreas und Neuseelands. In der Natur kommt dieser Strauch in unterschiedlichen Lebensräumen vor: von Küstenwäldern über trockene Ebenen bis hin zu felsigen Hängen, Hügeln und trockenen Unterhölzern.

Sophora, Sophora japonica, Pagodenbaum

Sophora japonica, botanische Tafel

Zu den bekanntesten Arten gehört der Japanische Schnurbaum, Sophora japonica, auch Japanische Pagode oder Pagodenbaum genannt. Er ist ein sehr schöner Baum für Parks und große Gärten und gelangte Mitte des 18. Jahrhunderts in den Jardin des Plantes in Paris und nach Versailles. Ein bemerkenswertes altes Exemplar steht noch heute im Schlosspark von Montry in der Île-de-France. Aus ihm sind mehrere interessante Kultivare hervorgegangen, etwa der Hängende Schnurbaum (Sophora japonica ‘Pendula’) oder hängende Pagodenbaum, der sich durch lange, bis zum Boden reichende Zweige auszeichnet. Zu den weiteren Arten zählen Sophora davidii, auch Davids Schnurbaum, ein sommergrüner Strauch, sowie Sophora microphylla, der Kleinblättrige Schnurbaum oder „Kowhai“.

Ihre Größe variiert je nach Art und Kultivar: von großen Bäumen bis zu Zwergbäumen, von gedrungenem bis schlankem Wuchs. Der Japanische Schnurbaum ist ein kräftiger Baum, der unter optimalen Bedingungen 8 bis 25 m hoch und 10 bis 15 m breit wird. Dagegen erreicht Sophora microphylla ‘Sun King’, auch ‘Hilsop’ cov genannt, im ausgewachsenen Zustand eine durchschnittliche Höhe von 3 m, während die Sorte ‘Little Baby’ im Alter in alle Richtungen höchstens 1,25 m misst. Unter unseren klimatischen Bedingungen bleiben Schnurbäume meist von mäßiger Größe und werden nicht höher als 10 m.

Der Japanische Schnurbaum hat einen regelmäßig buschigen, runden Wuchs, der sich je nach Sorte oder Art jedoch unterscheiden kann. Sophora japonica ‘Pendula’ besitzt eine hängende, gestufte und unregelmäßige Wuchsform; seine Zweige können bis zu 12 m lang werden. Sophora prostrata hat dagegen einen niederliegenden, knorrigen Wuchs.

Sophora, Sophora japonica, Pagodenbaum

Oben links Sophora pendula, unten links Sophora prostata aus dem Jardin des Plantes in Paris (© Leonora Enking), rechts Sophora japonica

Das Wachstum ist meist schnell, und der Baum besitzt eine bemerkenswerte Langlebigkeit von bis zu 500 Jahren. Seine ausläuferbildenden Wurzeln können wie bei allen Hülsenfrüchtlern Luftstickstoff binden, sodass keine stickstoffhaltige Düngung erforderlich ist.

Die Zweige sind hängend, überhängend oder wachsen im Zickzack. Die Verzweigung ist oft verdreht, und der Stamm wird mit zunehmendem Alter rissig und knorrig. Die jungen Zweige des Japanischen Schnurbaums sind durch ihre grüne Farbe und weißlichen Lentizellen besonders charakteristisch.

Da der Schnurbaum eng mit Akazien und Seidenakazien verwandt ist, besitzt er ebenfalls ein sehr dekoratives, besonders leicht wirkendes Laub, das ihrem Laub stark ähnelt. Das Laub ist je nach Strenge des Winters immergrün bis halbimmergrün oder sommergrün. Es erscheint spät, im Mai oder sogar erst Anfang Juni. Die wechselständigen, gefiederten Blätter bestehen aus lanzettlichen oder rundlichen Fiederblättchen und werden 7 bis 25 cm lang. Sie erinnern etwas an das Laub von Farnen, können aber vor allem mit dem Laub der Gewöhnlichen Robinie verwechselt werden. Die Anzahl der Fiederblättchen variiert je nach Sorte zwischen 9 und 50. Sophora prostrata zeichnet sich durch sein in winzige Fiederblättchen gegliedertes Laub aus, das ihm das Aussehen eines Bonsais verleiht.

Die Blätter sind leuchtend grün bis glänzend dunkelgrün oder bei Sophora microphylla flaumig behaart. Wie bei vielen stickstoffbindenden Bäumen können sie abfallen, bevor sie sich gelb färben.

Sophora, Sophora japonica, Pagodenbaum

Laub von Sophora japonica und Kowhai

Ob sommergrün oder immergrün, Schnurbäume sind besonders blühfreudige Sträucher. Die Blüte ist selten und erscheint erst, wenn der Baum etwa 20 Jahre alt ist und lange, sehr heiße Sommer erlebt hat. Sie setzt etwa einen Monat nach dem Blattaustrieb ein. Die lang andauernde Blüte beginnt beim frühblühenden Zwerg-Schnurbaum ‘Little Baby’ bereits im Februar oder März und reicht je nach Region und Art über den gesamten Sommer bis in den August, September oder Oktober.

Die kleinen Blüten erscheinen in 5 bis 30 cm langen, endständigen, hängenden oder aufrechten Rispen. Man unterscheidet Schnurbäume mit kleinen weißen und solche mit großen gelben Blüten. Die Traube besteht aus kleinen, für Hülsenfrüchtler typischen Schmetterlingsblüten oder Erbsenblüten in cremeweißer bis bläulich-weißer Farbe sowie aus langen, glockenförmigen Blüten mit zurückgeschlagenen, hellgelben Lappen. In Neuseeland ist die gelbe Sophora-Blüte die Nationalblume.

Die Blüten der Schnurbäume duften. Sie bilden Nektar und sind bei bestäubenden Insekten beliebt. Dieser Baum wird manchmal auch „Honigbaum“ genannt, weil seine Blüte bei Bienen ebenso begehrt ist wie die der Gewöhnlichen Robinie, aus deren Nektar ein sehr geschätzter Honig gewonnen wird.

Ab September oder Oktober bildet der Baum Früchte: fleischige, zunächst grüne, später braune Schoten von 5 bis 20 cm Länge, die die Form der Samen nachzeichnen. Sie erinnern an Perlenketten oder Rosenkränze. Sie können die Samen ernten und für eine Aussaat im Frühjahr aufbewahren.

Sophora, Sophora japonica, Pagodenbaum

Blüte von Sophora japonica (links), Sophora davidii (© Peganum) oben rechts und Sophora microphylla (unten rechts)

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10 Schattenbäume

Wichtige Arten und Sorten

Sophora microphylla Sun King - Feinblättriger Schnurbaum

Sophora microphylla Sun King - Feinblättriger Schnurbaum

Eine kleinere Sorte mit immergrünerem Laub als der Typ. Ein Baum für kleine Gärten!
  • Blütezeit April für Juni
  • Höhe bei Reife 3 m
Sophora japonica Pendula - Japanischer Schnurbaum

Sophora japonica Pendula - Japanischer Schnurbaum

Kleiner Baum mit bezaubernder, eleganter hängender Wuchsform! Seine malerische Silhouette eignet sich als isolierter Baum auf Rasen in mittelgroßen Gärten.
  • Blütezeit September für November
  • Höhe bei Reife 3 m
Sophora prostrata Little Baby - Schnurbaum

Sophora prostrata Little Baby - Schnurbaum

Zwergform des Pagodenbaums, aber wenig winterhart. Mit ihrer Bonsai-Optik passt sie perfekt als besonderer Akzent in eine große Steingartenanlage in mildem Klima oder in einen Kübel auf der Terrasse.
  • Blütezeit März, April
  • Höhe bei Reife 1,25 m

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Schnurbaum pflanzen

Wo pflanzen?

Die meisten Schnurbäume sind sehr winterharte Bäume und vertragen Temperaturen von etwa -15 bis -20 °C. Der Baum kommt relativ gut mit kalten Winden, frühen oder späten Frösten und nach dem Anwachsen auch mit möglicher Trockenheit zurecht und kann daher in den meisten Regionen kultiviert werden. Da sein Wurzelsystem jedoch oberflächlich wächst, sollte er vor zu windigen Standorten geschützt stehen, an denen er entwurzelt werden könnte. Sophora microphylla verträgt dagegen salzhaltige Gischt, anders als die übrigen Arten.

Dieser Sonnenbaum liebt warme Sommer. Er steht am besten in voller Sonne und verträgt in besonders sonnenreichen Regionen auch Halbschatten. Sophora japonica ‘Pendula’ spendet angenehmen Schatten und eignet sich gut für den Süden Deutschlands.

Der anspruchslose Baum wächst in jedem Boden, selbst in trockenem und nährstoffarmem. Seine volle Blüte erreicht er jedoch in einem tiefgründigen, fruchtbaren, frischen und gut drainierten, leicht sauren Boden.

Sehr kalkhaltige Böden und verdichtete, staunasse Erde, die die Wurzeln in der feuchten Jahreszeit ersticken, verträgt er nicht.

Er ist tolerant gegenüber städtischer Luftverschmutzung und eignet sich daher hervorragend als Straßenbaum. Auch als Solitär oder in einem Strauchbeet macht er eine gute Figur. Einige Sorten lassen sich in Töpfen auf Balkon und Terrasse kultivieren.

Sophora, Sophora japonica, Pagodenbaum

Sophora japonica

Wann pflanzt man einen Schnurbaum?

Pflanzen Sie im März oder April, spätestens im Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, oder im Herbst von September bis November, damit der Baum vor dem Winter tief wurzelt.

Wie pflanzt man ihn?

Im Freiland

Meist wird empfohlen, den Schnurbaum als Solitär zu pflanzen, damit seine schöne Wuchsform zur Geltung kommt. Für eine Gruppe oder Reihe sollte ausreichend Abstand zwischen den Bäumen eingeplant werden.

  • Heben Sie ein Pflanzloch aus, das zwei- bis dreimal so groß wie der Wurzelballen ist, mindestens jedoch 80 cm in alle Richtungen
  • Geben Sie am Grund des Pflanzlochs Kies oder Lavagranulat hinein, um die Drainage zu verbessern
  • Setzen Sie den Wurzelballen in das Pflanzloch
  • Bringen Sie einen Pfahl an
  • Füllen Sie das Loch mit dem Aushub und hochwertigem Kompost
  • Gießen Sie reichlich und anschließend regelmäßig, damit der Baum gut anwächst

Im Topf

Kleinere Schnurbäume sind in einem großen Topf auf der Terrasse ein echter Blickfang. In sehr kalten Regionen sollten sie geschützt überwintert werden.

  • Wählen Sie einen großen Topf und legen Sie unten eine Drainageschicht an
  • Pflanzen Sie den Baum in ein Substrat aus 50 % Gartenerde, 50 % Blumenerde und etwas grobem Sand
  • Gießen Sie während der warmen Jahreszeit regelmäßig und reduzieren Sie die Wassergaben im Winter
  • Stellen Sie Ihren Schnurbaum bei starkem Frost in einen sehr hellen, wenig oder unbeheizten Raum, geschützt vor Frost

Pflege, Rückschnitt und Pflege

Um das Anwachsen zu fördern, gießen Sie den Baum im ersten Jahr reichlich, besonders in heißen und trockenen Perioden. Wir empfehlen, 1- bis 2-mal pro Woche zu gießen. Abgesehen vom ersten Sommer nach der Pflanzung reicht ihm Regenwasser, zusätzliches Gießen ist nicht nötig. Sie können außerdem eine Mulchschicht um den Stammfuß ausbringen, damit der Boden kühl und feucht bleibt. Der Schnurbaum benötigt keinen Dünger.

Ein Rückschnitt des Schnurbaums ist nicht unbedingt erforderlich. Wenn Sie dennoch eingreifen möchten, um die Verzweigung zu reduzieren, führen Sie nach der Blüte einen Erhaltungsschnitt durch:

  1. Entfernen Sie lediglich abgestorbenes oder krankes Holz
  2. Vermeiden Sie den Schnitt dicker Äste
  3. Entfernen Sie ineinander verwachsene oder sich im Inneren der Krone kreuzende Äste

Wie schneidet man einen Hänge-Schnurbaum?

  1. Schneiden Sie ihn in den ersten Jahren kräftig zurück, um das Kronengerüst zu stärken
  2. Entfernen Sie Triebe, die am Stamm erscheinen
Schnurbaum, Sophora japonica, Pagodenbaum

Blüte des Sophora japonica

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Der Schnurbaum ist kaum krankheitsanfällig. Manchmal befallen ihn Schildläuse. Besprühen Sie das Laub mit schwarzer Seife.

Vermehrung

Schnurbaum durch Aussaat vermehren: einfacher als Pfropfung. Im Frühjahr Samen anrauen, säen und warm-hell stellen. Keimlinge später auspflanzen.

Pflanzenkombinationen im Garten

Je nach Sorte eignen sich Schnurbäume für kleine wie große Gärten. Als Solitär finden sie ganz selbstverständlich ihren Platz, etwa der Pagodenbaum oder Sophora japonica ‘Pendula’. Da sie Luftverschmutzung gut vertragen, sind sie auch für Stadtgärten geeignet.

Sie gedeihen auch in einer blühenden Gehölzgruppe und auf mageren Böden, zusammen mit anspruchslosen, sehr dekorativen Bäumen oder Sträuchern wie Forsythien, die gleichzeitig mit den frühesten Schnurbäumen blühen. Sie ergänzen Sträucher wie Ginster, Goldregen (Laburnum anagyroides) und gelb blühende Stauden mit früher Blüte wie Wolfsmilch wunderbar. Auch eine Kronwicke, ein kleiner Strauch aus derselben Familie, passt gut dazu. Umgeben Sie sie mit Frühlingszwiebeln wie Narzissen oder botanischen Tulpen.

Sie können ihnen einen Hintergrund aus immergrünen Sträuchern oder Nadelgehölzen wie Zypressen, Lebensbäumen, Eiben oder Wacholdern geben oder sie mit Blasenspieren kombinieren, deren Laub einen Kontrast zu ihren grünen Blättern bildet.

Zwergformen wie ‘Little Baby’ lassen sich in einem Beet im Zen-Stil mit Stauden und buntem Laub wie Purpurglöckchen, Gräsern oder Neuseelandflachs als exotischem Akzent kombinieren.

Sophora, Sophora japonica, Pagodenbaum

Ein Sophora japonica pendula mit Narzissen und Tulpen ‘Ballade’, einer Zwerg-Eibe, einer Wolfsmilch und einem Goldregen

Wussten Sie das?

Japanischer Schnurbaum: Park- und Alleebaum; Knospen lieferten gelbe Seidenfarbe. Sophora microphylla enthält giftige Alkaloide.

Nützliche Ressourcen

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