Mehrjährige Pflanzen sind wahre Wunder der Natur. Sie können Saison für Saison überleben und sich weiterentwickeln. Damit sie gesund bleiben und über viele Jahre hinweg blühen, ist es jedoch wichtig, zu wissen, wie Sie sie richtig zurückschneiden. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen die einzelnen Schritte. So können Sie ihre Schönheit und Vitalität voll genießen. Ob Sie Anfänger oder erfahrener Gärtner sind: Hier finden Sie praktische Tipps und Kniffe für den richtigen Rückschnitt von Stauden in Ihren Beeten.
Warum sollten Sie Stauden zurückschneiden?
Für den Rückschnitt von Stauden gibt es mehrere Gründe:
- Sie fördern ein dichteres Wachstum und eine kompaktere Wuchsform, indem Sie den Pflanzen wieder Licht und Raum verschaffen
- Sie fördern eine üppige Blüte und eine erneute, reiche Blüte in der folgenden Saison,
- Sie verlängern die Lebensdauer der Stauden.

Wann sollten Sie zurückschneiden?
Für den Rückschnitt Ihrer Pflanzen kommen mehrere Zeitpunkte infrage:
- Sie können die Stauden am Ende des Winters, im Februar oder März, je nach Region zurückschneiden. So erhalten Sie eine harmonische Form und entfernen abgestorbene Triebe. Schneiden Sie diese nicht früher zurück, denn sie schützen die Pflanzen während der kalten Jahreszeit. Nach diesem Rückschnitt, der einem echten Frühjahrsputz entspricht, erscheinen schon bald die neuen Triebe.
- Achtung: Bei bestimmten Stauden wie dem Strauch-Salbei sollten Sie warten, bis die Pflanzen erste Anzeichen des Neuaustriebs zeigen.

Unser bebilderter Ratgeber erklärt Ihnen ausführlich, wann und wie Sie einen Strauch-Salbei zurückschneiden.
- Für den Rückschnitt von Stauden nach der Methode des „Chelsea Chop“ können Sie im Mai, bei spät blühenden Stauden sogar bis Mitte Juni schneiden. Dazu gehören beispielsweise Astern oder Garten-Chrysanthemen sowie verzweigt wachsende Stauden, die im Sommer oder Herbst zwischen Juli und Oktober blühen. Dies regt die Bildung neuer Triebe an und fördert eine umso üppigere Spätblüte. Schneiden Sie die Pflanzen nicht zu spät zurück, da ihnen sonst zu wenig Zeit zum Blühen vor dem Saisonende bleibt.
- Im Mai oder Juni können Sie auch verblühte Schleifenblumen, Blaukissen oder Felsen-Steinkresse im Steingarten mit der Schere leicht zurückschneiden.
- Im Sommer können Sie zwei- bis dreimal die Gartenschere zur Hand nehmen und alle verblühten Triebe abschneiden. Auch wenn es sich dabei nicht um einen eigentlichen Rückschnitt handelt, fördert dies die Bildung neuer Blüten.
- Lavendel schneiden Sie jedes Jahr, sobald die Blüten zu verblühen beginnen, etwa von Ende Juli bis Mitte August.
- Stauden wie Helichrysum oder Strohblume sowie Heiligenkraut schneiden Sie am Ende des Winters, aber auch am Ende des Sommers zurück. Schneiden Sie nach der Blüte alle Blütenstiele ab und entfernen Sie die verblühten Blüten.
Achtung: Schneiden Sie Ihre Stauden während der winterlichen Dormanz nicht zurück. Andernfalls können Sie ihre Gesundheit und ihr Wachstum in der folgenden Saison beeinträchtigen. Das trockene Laub und die verwelkten Triebe schützen das Pflanzenherz im Winter.
Wie sollten Sie zurückschneiden?
Am Ende des Winters
- Schneiden Sie die Wurzelstöcke mit einer gut geschärften Gartenschere oder Schere bodennah auf etwa 5 cm zurück. Entfernen Sie dabei alle trockenen Triebe des Vorjahres.

- Wenn bereits junge Triebe aus dem Boden sprießen, schneiden Sie sie nicht ab. Sie werden sich weiterentwickeln und eine dichte, reich blühende Pflanzengruppe bilden.

- Bei alten Pflanzen, zum Beispiel bei Blaurauten, suchen Sie an jedem Zweig die Stelle, an der altes und einjähriges Holz aufeinandertreffen. Schneiden Sie das junge Holz auf zwei Augen zurück, direkt oberhalb des alten Holzes.
- Nutzen Sie den Rückschnitt, um Unkräuter am Fuß Ihrer Stauden zu entfernen, die ihr Wachstum behindern könnten.
- Bringen Sie am Fuß der Pflanzen eine Mulchschicht aus, um Feuchtigkeit und Wärme zu speichern. Dafür können Sie die trockenen, klein geschnittenen oder zerkleinerten Triebe verwenden.
Im Mai oder Juni: der „Chelsea Chop“
Wenn Sie die Blütezeit verschieben oder verlängern möchten, schneiden Sie alle Triebe einer Pflanze oder nur einen Teil davon zurück. Besonders gut reagieren Penstemon, Glockenblume, Salbei wie beispielsweise Salvia nemorosa, Flammenblume, Margerite, Sonnenbraut, Sonnenhut, Stauden-Sonnenblume, Astern, Chrysanthemen und Prachtkerze auf diesen Rückschnitt.
- Schneiden Sie mit einer Gartenschere oder Schere die Spitzen der noch nicht blühenden Triebe ab. Alternativ können Sie die Triebspitzen zwischen Daumen und Zeigefinger ausknipsen. Die Pflanzen wachsen aufrechter und harmonischer, entwickeln eine schöne kompakte Wuchsform und bilden mehr Blütenknospen. Dank dieser Methode bleiben Ihre Stauden kompakt und behalten statt eines langen, dünnen Wuchses eine schöne buschige Form mit ausgewogenen Proportionen.

- Mit dieser Methode können Sie außerdem gezielt die Triebe auswählen, die Sie zurückschneiden, zum Beispiel jeden zweiten Trieb. So verschieben Sie die gesamte Blütezeit der Pflanze: Sie können die Blühdauer verlängern und gezielt steuern. Dadurch bleiben die Beete die ganze Saison über attraktiv!
Das benötigte Material
Für den Rückschnitt von Stauden benötigen Sie:
- eine gut geschärfte Gartenschere
- gut geschärfte Scheren oder sogar eine kleine elektrische oder benzinbetriebene Heckenschere, wenn Ihre Beete viele Pflanzen mit zahlreichen trockenen Trieben enthalten.
Weitere Informationen:
- Erfahren Sie, wie Sie Ihre Gartengeräte reinigen, pflegen und schützen.
- Was sollten Sie im Frühjahr zurückschneiden? Entdecken Sie ausführlich, welche Rückschnitte Sie nach den ersten warmen Tagen durchführen sollten!
- Unser Ratgeber für Gartenanfänger: Wann und wie Sie Ihre Stauden in 4 einfachen Schritten zurückschneiden.
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