Der Estragon ist eine beliebte mehrjährige Gewürzpflanze, die in der Küche für ihr feines, zugleich mildes und leicht anisartiges Aroma geschätzt wird. Er wird vor allem zum Würzen von Saucen, Essig, Marinaden und Fischgerichten verwendet. Es gibt verschiedene Estragonarten. Der französische Estragon (Artemisia dracunculus var. Sativa), auch echter Estragon genannt, bildet meist sterile Samen. Deshalb lässt er sich nicht aussäen, sondern wird vegetativ vermehrt. Sein Aroma ist intensiver als das des russischen Estragons (Artemisia dracunculus var. dracunculoides), der robuster ist und fertile Samen bildet. Entdecken Sie unsere Anleitung mit allen Schritten für eine erfolgreiche Aussaat von russischem Estragon unter geschützten Bedingungen oder im Freiland.

Wann wird Estragon ausgesät?
Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat von Estragon hängt von der gewählten Anbaumethode ab. Unter geschützten Bedingungen können Sie bereits im März mit der Aussaat beginnen, sofern Sie eine Temperatur von etwa 18 bis 20 °C halten. So verschaffen Sie sich einen Vorsprung und können die Keimbedingungen besser kontrollieren. Für die Aussaat im Freiland empfiehlt es sich dagegen, bis Mitte Mai zu warten, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
Der wichtigste Unterschied zwischen den beiden Methoden liegt in der Temperatur und der Bodenfeuchtigkeit. Unter geschützten Bedingungen schaffen Sie ein günstiges Mikroklima für die Keimung. Die Aussaat im Freiland eignet sich besser, wenn Sie in einer milden Region gärtnern oder das Pikieren vermeiden möchten.
Wo wird Estragon ausgesät?
Estragon bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort, der vor starkem Wind geschützt ist. Der ideale Boden ist leicht, durchlässig und mäßig nährstoffreich und weist einen annähernd neutralen pH-Wert auf. Achten Sie bei der Kultur im Topf darauf, dass das Substrat nicht zu viel Feuchtigkeit speichert, da Estragon Staunässe nicht verträgt. Eine Mischung aus Aussaaterde und etwas Sand ist ideal. Sie können in einem Wintergarten oder einem beheizten Minigewächshaus in Töpfe säen. Für die Aussaat im Freiland benötigen Sie dagegen eine gut geeignete, von der Frühlingssonne erwärmte Fläche.
Wie wird Estragon unter geschützten Bedingungen ausgesät?
Benötigtes Material
- Estragonsamen.
- Kleine Töpfe oder Anzuchttöpfe.
- Ein leichtes Substrat, idealerweise Aussaaterde, gemischt mit Sand oder Perlite.
- Eine Sprühflasche oder eine Gießkanne mit feiner Brause, damit die Samen nicht verrutschen.
- Ein Minigewächshaus oder eine transparente Abdeckung, um Wärme und Feuchtigkeit zu halten.
Praktische Schritte
- Füllen Sie die Anzuchttöpfe oder Saatschalen mit dem zuvor angefeuchteten und gut gelockerten Substrat.
- Streuen Sie die Samen auf die Oberfläche, ohne sie tief einzuarbeiten. Estragon benötigt Licht zum Keimen.
- Drücken Sie das Substrat leicht an, beispielsweise mit einem Brettchen oder dem Rücken eines Löffels. So entsteht ein guter Kontakt zwischen Samen und Substrat.
- Befeuchten Sie das Substrat vorsichtig, ohne es zu durchnässen. Decken Sie die Aussaat anschließend mit einer Haube, einem Deckel oder einer Folie ab.
- Stellen Sie die Anzuchttöpfe an einen hellen Platz mit einer konstanten Temperatur von 18 bis 20 °C.
- Kontrollieren Sie regelmäßig die Feuchtigkeit und gießen Sie, sobald die Oberfläche des Substrats zu trocknen beginnt.
- Gewöhnen Sie die Aussaat nach dem Auflaufen allmählich an die Außenluft, in der Regel nach 10 bis 20 Tagen.
- Vereinzeln Sie die Keimlinge, sobald die jungen Triebe 5 cm hoch sind, sodass nur eine Jungpflanze pro Anzuchttopf stehen bleibt.

Wie wird Estragon im Freiland ausgesät?
Benötigtes Material
- Estragonsamen.
- Ein Rechen oder eine Gartenkralle, um den Boden vorzubereiten und zu ebnen.
- Ein leichtes Substrat oder feine Aussaaterde, um die Samen dünn zu bedecken.
- Eine Sämaschine (optional), um die Samen gleichmäßig zu verteilen.
- Eine Gießkanne mit feiner Brause, um sanft zu gießen.
- Gartenetiketten: Notieren Sie darauf das Aussaatdatum und die ausgesäte Sorte.
Praktische Schritte

- Wählen Sie einen sonnigen Standort mit leichtem, gelockertem und unkrautfreiem Boden.
- Verfeinern Sie die Erde in den oberen 5 Zentimetern und entfernen Sie Steine und Klumpen.
- Ziehen Sie flache Furchen von etwa 0,5 cm Tiefe mit einem Abstand von 30 cm.
- Säen Sie breitwürfig oder in Reihen und verteilen Sie die Samen gleichmäßig.
- Drücken Sie die Erde sehr leicht an, beispielsweise mit der Rückseite des Rechens. Bedecken Sie die Samen dabei nicht zu stark.
- Bedecken Sie die Samen mit einer sehr dünnen Schicht gesiebter Erde oder Aussaaterde.
- Gießen Sie vorsichtig mit einem feinen Wasserstrahl, damit die Samen nicht verrutschen.
- Beobachten Sie die Keimung, die je nach Temperatur 10 bis 20 Tage dauern kann.
- Vereinzeln Sie die Jungpflanzen, sobald die Keimlinge 5 bis 7 cm hoch sind. Lassen Sie zwischen den Pflanzen 30 cm Abstand.

Nach der Aussaat: Pflege der Jungpflanzen
Nach dem Auflaufen ist die richtige Pflege entscheidend für ein gutes Wachstum. Jungpflanzen aus geschützter Aussaat müssen einige Tage lang schrittweise an die Außenbedingungen gewöhnt werden, bevor Sie sie pikieren. Ab Mitte Mai können Sie sie ins Freiland oder in ihren endgültigen Topf pflanzen. Gießen Sie mäßig und vermeiden Sie überschüssige Feuchtigkeit, die Wurzelkrankheiten begünstigt.
Denken Sie in beiden Fällen daran, den Boden rund um die Jungpflanzen zu mulchen, um die Feuchtigkeit zu halten und Unkraut einzudämmen. Leichtes, aber regelmäßiges Gießen sorgt besonders bei warmem Wetter für eine gute Bewurzelung. Schneiden Sie die Triebe im Herbst bodennah zurück und mulchen Sie anschließend, um die Wurzeln vor Frost zu schützen. Im folgenden Frühjahr treibt der Estragon wieder aus.
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