Ob Sie einen Holunder (Sambucus) in Ihrem Garten haben oder häufig durch die Landschaft in Ihrer Umgebung streifen: Lassen Sie sich keinesfalls die kurze Blütezeit dieses robusten und pflegeleichten Strauchs entgehen. Die weißen Blütenstände sind dank ihres anhaltenden, fast süßlichen Dufts leicht zu entdecken. Nach der Ernte können Sie daraus in der Küche verschiedene Köstlichkeiten zubereiten: Sirup, Limonade, Gelees und Konfitüren lassen sich aus Holunderblüten herstellen. Ein besonders beliebtes und originelles Rezept dürfte jedoch alle Naschkatzen begeistern: Holunderblütenküchlein.
Entdecken Sie mein Rezept für diese Holunderblütenküchlein, von denen Sie nach Herzenslust genießen können.
Mehr dazu: Holunder: Pflanzen, kultivieren und schneiden

Die richtigen Holunderblüten erkennen
Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) kommt überall in Deutschland vor. Er wächst in freier Natur an Feldwegen, in Gräben und an Flussufern, in naturnahen Hecken und lichten Wäldern – aber auch im Stadtgebiet, auf Brachland und unbebauten Flächen sowie an Straßenrändern. Einen Holunder im eigenen Garten zu kultivieren, ist ebenfalls unkompliziert. Manchmal siedelt er sich sogar von selbst an. Der Strauch oder Baum ist äußerst pflegeleicht, winterhart und kräftig wachsend. Die Wildform kann sich allerdings stark ausbreiten. Heute gibt es zudem zahlreiche sehr dekorative Gartensorten, die dort bleiben, wo Sie sie gepflanzt haben.
Wenn Sie die Blüten verwenden möchten, wählen Sie Sträucher, die fern von jeder Verschmutzungsquelle wachsen, etwa von stark befahrenen Straßen oder intensiv bewirtschafteten Flächen.
Wenn Sie keinen Holunder im Garten haben, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Der Holunder gilt noch immer als giftig, was jedoch nur teilweise stimmt. Tatsächlich ist nur der Zwergholunder (Sambucus ebulus) giftig, da er Erbrechen und Durchfall auslösen kann. Deshalb müssen Sie die beiden blühenden Arten sicher unterscheiden:
- Der Schwarze Holunder ist ein mindestens 4 bis 5 m hoher Strauch, der bis zu 10 m erreichen kann und sommergrünes Laub trägt. Im Winter bleiben seine verholzten Triebe erhalten. Der Zwergholunder ist dagegen eine krautige Staude mit Rhizom. Seine grünen Stängel verholzen niemals, und die Pflanze zieht sich im Winter vollständig zurück.
- Bei der Blüte bildet der Schwarze Holunder weiße Blütenstände aus kleinen Blüten mit 5 Staubblättern und 5 Blütenblättern. Beim Zwergholunder sieht es ebenso aus. Der Unterschied zeigt sich an den Antheren, den Endabschnitten der Staubblätter, die den Pollen enthalten. Beim Zwergholunder sind die Antheren rosa, beim Schwarzen Holunder eher cremeweiß.
- Die Trauben mit den schwarzroten Beeren des Zwergholunders stehen aufrecht und zeigen zum Himmel. Die essbaren Beeren des Schwarzen Holunders hängen dagegen nach unten in Richtung Boden.

Holunderblüten ernten: wann und wie?
Die Blüten des Schwarzen Holunders sind weiß. Einige Gartensorten bilden dagegen rosafarbene Blüten:
- Sambucus nigra ‘Thundercloud’ trägt rosa bis weiße Dolden.
- Sambucus nigra ‘Pulverulenta’ blüht mit großen, sehr üppigen weißen Dolden.
- Sambucus nigra ‘Black Tower’ bildet ebenfalls rosafarbene Blütendolden und trägt sehr dunkles Laub.
- Sambucus nigra ‘Black Beauty’ zeigt eine intensiv rosafarbene Blüte.
- Sambucus nigra ‘Black Lace’ bildet im Juni hübsche rosa Blüten und trägt purpurfarbenes, fast schwarzes Laub.
Ob weiß oder rosa: Die Blüten des Schwarzen Holunders ernten Sie zwischen Ende Mai und Ende Juni. Der Erntezeitpunkt hilft ebenfalls, den Gemeinen Holunder mit essbaren Blüten und Beeren vom giftigen Zwergholunder zu unterscheiden. Die Blüten des Zwergholunders öffnen sich später, ab Ende Juni und im Juli. Pflücken Sie die Holunderblüten am besten früh am Morgen.
Beim Pflücken verströmen Holunderblüten einen kräftigen, fast betörenden Duft, der an Rosen oder Litschi erinnert. Einige Sorten duften zudem nach Zitrusfrüchten oder Himbeeren. Wenn Sie die Blüten schütteln, steigt eine kleine Pollenwolke auf.
Für Holunderblütenküchlein sollten Sie unbedingt Blüten mit langen Blütenstielen pflücken. Das ist beim Eintauchen in das Öl wichtig. Lange Blütenstiele verringern das Risiko, sich durch spritzendes Öl zu verbrennen.

Teig für 12 Holunderblütenküchlein zubereiten
- Geben Sie 130 g Weizenmehl in eine Schüssel. Fügen Sie zwei Eier, einen Esslöffel braunen Zucker, einen halben Teelöffel Backpulver, einen kleinen Teelöffel Olivenöl und eine Prise Salz hinzu. Sie können auch nur 100 g Mehl und 30 g Maisstärke verwenden.
- Vermischen Sie alle Zutaten.
- Rühren Sie nach und nach 1/4 Liter Mineralwasser unter. So vermeiden Sie Klümpchen und erhalten einen glatten, ausreichend flüssigen Teig, der an Crêpeteig erinnert.
- Für zusätzlichen Geschmack können Sie etwas Limettenabrieb oder einen Schuss Rum in den Teig geben.
- Lassen Sie den Teig mindestens eine halbe Stunde ruhen.
Holunderblütenküchlein ausbacken

Holunderblüten werden normalerweise nicht gewaschen. Schütteln Sie sie kräftig, damit darin verborgene Insekten herausfallen. Sie können die Blüten jedoch unter fließendem Wasser abspülen. Trocknen Sie sie anschließend sorgfältig mit Küchenpapier oder einem sauberen Geschirrtuch ab, damit das Öl beim Ausbacken nicht spritzt. Erhitzen Sie währenddessen 2 cm Sonnenblumenöl in einem Topf, bis es leicht zu sieden beginnt, oder heizen Sie die Fritteuse auf 180 °C vor.
Nehmen Sie die Blüten anschließend am Stiel und tauchen Sie sie in den Teig.
Lassen Sie die Blüten kurz abtropfen, damit überschüssiger Teig abläuft, und tauchen Sie sie sofort in das heiße Öl.
Die Holunderblütenküchlein sind fertig, sobald sie leicht gebräunt sind.
Nehmen Sie sie aus dem Topf oder der Fritteuse und legen Sie sie auf Küchenpapier.
Servieren Sie die Küchlein heiß, mit braunem Zucker bestäubt und begleitet von einem Obstsalat oder einer Kugel Eis.
Kommentare