Mit der Zeit altert der Rasen. Regen, das Überfahren mit dem Rasenmäher und das Betreten setzen ihm zu. Das Gras wird geschwächt und zunehmend von Moos, Pflanzenresten oder „Unkraut“ wie Kuhblumen überwuchert. Diese Filzschicht erstickt den Rasen, der vergilbt und verkümmert. Beim Vertikutieren ritzen Sie den Boden auf, um Rasenfilz und Moos zu lösen. Regelmäßiges Vertikutieren ist daher unverzichtbar, damit der Rasen seine ganze Vitalität zurückgewinnt, sich regeneriert und gesund bleibt. Warum sollten Sie Ihren Rasen vertikutieren? Wann und wie vertikutieren Sie den Rasen? Wir geben Ihnen alle wichtigen Tipps für ein erfolgreiches Vertikutieren.

Rasen vertikutieren: wann und wie
Das Vertikutieren gehört zu den unverzichtbaren Pflegemaßnahmen für einen schönen Rasen

Warum sollten Sie Ihren Rasen vertikutieren?

Häufiges Mähen, Mulchen, Regen und das Betreten setzen dem Rasen mit der Zeit zu. Hinzu kommen Pflanzenreste wie Schnittgut, Herbstlaub, Moos und Unkraut. Sie sammeln sich an und bilden nach und nach eine dichte, dicke Schicht, die als Rasenfilz bezeichnet wird. Unter dieser undurchlässigen Filzschicht erstickt das Gras. Wasser, Luft und Nährstoffe erreichen die Gräser des Rasens nicht mehr ausreichend. Auch die Entwässerung funktioniert nicht mehr, weil der Pflanzenfilz Feuchtigkeit speichert. Dadurch breiten sich Krankheiten leichter aus. Das Wurzelsystem des Rasens kann nicht mehr in die Tiefe wachsen. Der Rasen erstickt und vergilbt. Sie müssen den Rasen daher lüften und vertikutieren, damit er wieder mit Wasser, Luft und Nährstoffen versorgt wird und sein dichtes, gesundes, sattgrünes Aussehen zurückerlangt. Vertikutieren ist daher unverzichtbar, wenn Sie einen schönen Rasen erhalten möchten. Darauf sollten Sie keinesfalls verzichten!

Bei dieser Methode kratzen Sie die Bodenoberfläche auf und ritzen den Boden mit einem Vertikutierer ein, der manuell, elektrisch oder benzinbetrieben sein kann. So lösen Sie Rasenfilz und Moos. Ein manueller Vertikutierer ist ein Werkzeug mit einem Stiel und scharfen Zinken, wie der Leborgne-Doppelzinken-Vertikutierer oder der manuelle Rasenvertikutierer von Burgon & Ball (RHS). Welcher Vertikutierer geeignet ist, hängt vor allem von der zu bearbeitenden Fläche ab. Manuelle Vertikutierer eignen sich für Rasenflächen bis etwa 100 m².

Weitere Informationen zur Auswahl finden Sie in unserem Ratgeber „Wofür eignet sich ein Handvertikutierer?“

Rasen vertikutieren: wann und wie
Ob Sie thermisch oder manuell vertikutieren, hängt von der zu bearbeitenden Fläche ab

Wann sollten Sie den Rasen vertikutieren?

Bei Rasenflächen ab einem Alter von 3 bis 4 Jahren wird diese Maßnahme zweimal jährlich empfohlen: im Frühjahr nach den letzten Frösten, von März bis Mai, und im Herbst vor dem Wintereinbruch, idealerweise im September. Warten Sie, bis die Außentemperatur tagsüber etwa 12 °C erreicht. Sie sollten den Rasen außerdem vor einer Nachsaat vertikutieren.

Rasen vertikutieren: wann und wie

Wie vertikutieren Sie Ihren Rasen richtig?

Nach dem Vertikutieren wirkt der Rasen zunächst kahl und deutlich weniger attraktiv als zuvor. Keine Sorge: Schon bald erhalten Sie einen makellosen, dichteren und saubereren Rasen. Vertikutieren Sie auf einem feuchten Boden, der weder trocken noch durchnässt ist. Ideal ist der Zeitpunkt zwei oder drei Tage nach einem Regen. Falls nötig, wässern Sie den Rasen vorher. Gehen Sie anschließend folgendermaßen vor, um Ihren Rasen von dem erstickenden Rasenfilz und Moos zu befreien:

  • Mähen Sie den Rasen vor dem Vertikutieren kurz auf etwa 2 cm Höhe. So vermeiden Sie, das lebende Gras zu stark zu beschädigen.
  • Entfernen Sie das Schnittgut.
  • Führen Sie die Zinken des Vertikutierers höchstens 2 bis 4 mm tief in den Rasen ein, damit Sie die Wurzeln nicht herausreißen.
  • Vertikutieren Sie längs und quer. Beenden Sie die Arbeit in der Hauptwuchsrichtung des Rasens.
  • Sammeln Sie die gelösten Pflanzenreste sorgfältig mit einem Rechen oder einem Rasenbesen auf.
  • Geben Sie die gelösten Rasenreste auf den Kompost oder verwenden Sie sie als Mulch unter Ihren Pflanzen.
  • Zum Abschluss können Sie den Rasen mit einer Walze anwalzen. Dadurch festigen Sie den Boden und richten die beim Vertikutieren herausgerissenen Grashalme wieder auf.