Erdnuss anbauen und Erdnüsse ernten

Erdnuss anbauen und Erdnüsse ernten

Erdnüsse: Aussaat, Pflanzung, Pflege, Ernte

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 15. Juni 2025  durch Pascale 5 min.

Wer Erdnüsse sagt, denkt an einen Aperitif mit Freunden oder einen spontanen Snack beim Fußballschauen. Doch hinter den knackigen Samen verbirgt sich eine erstaunliche, robuste und ausgesprochen sympathische Pflanze für den Garten! Die Erdnuss (Arachis hypogaea) ist keineswegs nur in fernen, warmen Ländern zu Hause. Auch in unseren Hobbygärten kann sie gedeihen, wenn Sie einige Tipps zu Anbau und Pflege beachten. Diese faszinierende Pflanze blüht über der Erde, bevor sie ihre Früchte im Boden vergräbt. Eine Pflanze, die es wirklich in sich hat!

Erfahren Sie, wie Sie diese ungewöhnliche Hülsenfrucht säen, pflegen und ernten. Je nach Region lässt sie sich im Freiland oder im Topf kultivieren.

Schwierigkeit

Was genau ist eine Erdnuss?

Liebhaber botanischer Besonderheiten können dieser ungewöhnlichen Pflanze, der Erdnuss (Arachis hypogaea), kaum widerstehen. Sie ist eine krautige, einjährige oder mehrjährige Pflanze aus der Familie der Fabaceae (ehemals Hülsenfrüchtler), die ursprünglich aus Südamerika, genauer gesagt aus Mexiko, stammt. Trotz ihres exotischen Aussehens und ihres großflächigen Anbaus in Afrika kann die wegen ihrer Ölsaat geschätzte Erdnuss auch in unseren Breiten problemlos wachsen.

Je nach Sorte bildet die Erdnuss eine 30 bis 70 cm hohe Blättergruppe mit kriechender und windender Wuchsform. Das gefiederte Laub ist in 4 bis 6 eiförmige Fiederblättchen geteilt. Die Blütezeit der Erdnuss reicht von Mai bis August. Ihre Blüten sind typisch für die Fabaceae, also schmetterlingsblütig, und leuchten in einem kräftigen Gelb bis Orange.

cacahuètes arachide culture

Laub und Blüten der Erdnuss

Bis hierhin ist die Erdnuss nicht besonders bemerkenswert. Doch die Tatsache, dass die Erdnuss eine geokarpe Pflanze ist, macht sie zu einer echten Besonderheit. Denn die Früchte der Erdnuss entwickeln sich unter der Erde. Das Eingraben geschieht völlig natürlich. Konkret welken die Blüten nach der Bestäubung und bilden ein Gynophor oder einen Scheintrieb, der unterhalb des befruchteten Eierstocks in Richtung Boden wächst. Anschließend entwickeln sich in etwa 5 cm Tiefe längliche Schoten mit einer faserigen Schale. Sie enthalten die Ölsaat, die wir zum Aperitif schätzen: unsere berühmten Erdnüsse.

Die Erdnuss ist außerdem eine gute Begleitpflanze im Garten und eignet sich als Gründüngung. Denn wie alle Fabaceae kann sie den Luftstickstoff binden und dem Boden wieder zuführen.

Erdnüsse säen: Wo, wann und wie?

Die Erdnuss ist eine subtropische krautige Pflanze, die Wärme benötigt. Zum Keimen brauchen die Samen eine Temperatur zwischen 22 und 25 °C, daher erfolgt die Aussaat im Haus.

Wann sät man Erdnusssamen aus?

Die Aussaat von Erdnusssamen erfolgt im März an einem warmen, hellen und warmen Standort, etwa in einem Wintergarten, hinter einem Fenster oder in einem Gewächshaus, sofern die Temperatur dort ausreichend hoch ist. Die Aussaat kann bis Mai fortgesetzt werden. Die Samen keimen etwa 8 bis 10 Tage nach der Aussaat.

Wie sät man sie aus?

Um die Keimung zu fördern, müssen Sie die Samen unbedingt aus ihrer faserigen Schale lösen und gegebenenfalls die sie umgebende rötliche Haut entfernen. Weichen Sie die Samen anschließend über Nacht in lauwarmem Wasser ein.

  • Anzuchttöpfe mit spezieller Aussaaterde füllen
  • Erdnusssamen etwa 2 cm tief einsetzen (je nach Größe der Anzuchttöpfe können Sie 2 bis 3 Samen pro Gefäß aussäen). Ideal sind biologisch abbaubare Anzuchttöpfe, die das spätere Umpflanzen erleichtern
  • Mit einer dünnen Schicht Blumenerde bedecken und mit den Fingerspitzen ganz leicht andrücken
  • Mit einem Wasserzerstäuber gießen.

Während der gesamten Keimdauer muss das Substrat feucht, aber nicht nass gehalten werden. Gießen Sie daher regelmäßig mit einem Wasserzerstäuber, ohne das Substrat mit Wasser zu sättigen.

Sobald die ersten Blätter erscheinen, stellen Sie die Anzuchttöpfe an einen sehr hellen Standort und gießen Sie erst wieder, wenn das Substrat abgetrocknet ist. Sobald keine Frostgefahr mehr besteht, können die Keimlinge ins Freiland gepflanzt werden.

Wo, wann und wie Erdnüsse pflanzen?

Erdnuss-Jungpflanzen, die Sie selbst im Haus ausgesät oder im Anzuchttopf gekauft haben, werden entweder in Regionen mit langen, heißen Sommern direkt ins Freiland oder andernorts in einen Topf gepflanzt. Die Pflanzung erfolgt Mitte Mai.

Erdnüsse im Freiland anbauen

Da die Ernte der Erdnüsse zwischen September und Oktober, teils sogar bis November stattfindet, ist der Anbau im Freiland nur in Regionen mit mildem Klima sowie langen und sehr heißen Sommern möglich. Denn Erdnüsse vertragen bereits ab 0 °C keinen Frost.

Die anspruchslose Erdnuss benötigt jedoch einen leichten, gut gelockerten, tiefgründigen, fruchtbaren und vollständig durchlässigen Boden. Bei der Pflanzung empfiehlt sich eine Kompostgabe. Außerdem sollten Sie den sonnigsten, vor kalten Winden geschützten Platz im Garten wählen.

Pflanzen Sie die Erdnuss-Jungpflanzen mit einem Abstand von 30 cm in alle Richtungen aus. Gehen Sie dabei vorsichtig vor, da die Pflanzen empfindlich sind. Achten Sie darauf, die Blätter nicht mit Erde zu bedecken.

arachide cacahuètes plantation

Junge Erdnuss-Keimling

Erdnüsse im Topf anbauen

In Regionen mit kürzeren und weniger heißen Sommern empfiehlt sich der Anbau im Topf. Wählen Sie einen ausreichend breiten Topf mit mindestens 30 cm Durchmesser, damit sich die Fruchtträger in die Erde senken können. Füllen Sie ihn mit einem leichten, nährstoffreichen Substrat aus einer Mischung von Blumenerde, etwas Sand und Gartenerde. Vergessen Sie nicht, Blähton, Kies oder Lavasplitt auf den Topfboden zu geben, um den Wasserabzug zu gewährleisten.

Sobald es die Temperaturen erlauben, stellen Sie den Topf ins Freie an einen sonnigen, geschützten Platz.

Welche Pflege für Erdnüsse?

Die Pflege ist regelmäßig, aber einfach:

  • Regelmäßig, aber sparsam gießen, bis die Früchte in der Erde sind. Danach bis zur Ernte nicht mehr gießen
  • Die Pflanzen anhäufeln, sobald sie 20 cm hoch sind. Bei Erdnüssen im Topf genügt etwas Blumenerde auf dem Substrat
  • Regelmäßig hacken, bis die Früchte in der Erde sind
  • Erst mulchen, wenn die Fruchtstiele den Boden erreicht haben
  • Düngen ist nicht nötig.

Sobald die Temperaturen sinken, müssen Erdnüsse im Topf ins Warme, da schon leichter Frost ihnen schaden kann. Erdnüsse brauchen einen hellen, gut gelüfteten Raum. In Innenräumen können sie anfällig für Spinnmilben sein. Im Freiland sind Wühlmäuse eine Gefahr. Befindet sich dieser kleine Nager in Ihrem Garten, sollten Sie rund um die Pflanzen ein etwa 10 cm tiefes Drahtgitter eingraben. Erdnüsse können auch von Pilzkrankheiten befallen werden, allerdings nur bei zu feuchtem, schlecht drainiertem Boden.

Erdnüsse: Ernte und Lagerung

Ernte ab September: Sobald das Laub welkt, Erdnüsse ausgraben, Schoten trocknen lassen und Samen 3–4 Tage trocknen. Haltbar: 6 Monate.

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Anbau der Erdnuss