Kräuter kostenlos vermehren: So geht's?

Kräuter kostenlos vermehren: So geht's?

Garten bereichern

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 11. Januar 2026  durch Ingrid 6 min.

Kräuter verschönern den Garten und bereichern die Küche. Stecklinge, Tausch & mehr: So vermehren Sie Kräuter kostenlos und nachhaltig für Beet oder Gemüsegarten. Entdecken Sie clevere Tipps für mehr Geschmack ohne Kosten.

Recycling im Garten – Holzkiste

Eine kleine Kräuterecke mit hübscher Holzkiste

Schwierigkeit

Die Stecklingsvermehrung

Stecklingsvermehrung ist eine Methode der vegetativen Vermehrung, bei der aus einem Trieb der Mutterpflanze eine neue Pflanze entsteht. Sie ist besonders für Kräuter geeignet und einfach durchzuführen.

Für welche Kräuter?

Stecklingsvermehrung funktioniert bei (fast) allen Kräutern, einige eignen sich jedoch besonders gut, darunter Rosmarin, Thymian, Salbei, Minze, Lavendel, Melisse, Dost und Verbene.

Wann Stecklinge nehmen?

Stecklinge von Kräutern werden im Spätsommer, im August und September, genommen.

Wie nimmt man einen Kräutersteckling?

1- Wählen Sie eine gesunde Pflanze aus. Diese sogenannte „Mutterpflanze“ sollte kräftig und frei von Krankheiten sein.

2- Wählen Sie einen jungen, gut entwickelten Trieb, möglichst ohne Blüten.

3- Schneiden Sie den Trieb auf 10 bis 15 cm mit einer zuvor sterilisierten Gartenschere oder Gartenschere ab, um die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden. Für bessere Erfolgschancen empfehlen wir, mindestens 5 Stecklinge zu nehmen. Schneiden Sie die Stecklinge direkt unter einem Auge, also unter einem Blatt, ab, denn dort bilden sich die Wurzeln.

Kräuter im Garten ernten

4- Entfernen Sie die unteren Blätter des Triebs und lassen Sie nur einige Blätter an der Spitze stehen. So spart die Pflanze Energie und erschöpft sich nicht durch die Verdunstung über das Laub.

5- Füllen Sie Anzuchttöpfe, einen Topf oder eine Anzuchtschale mit Aussaat- und Pikiererde oder einer Mischung aus 2/3 Torf und 1/3 Gartensand.

6- Feuchten Sie die Blumenerde mit Regenwasser an und bohren Sie mit einem Bleistift ein 4 cm tiefes Loch, damit die Stecklinge nicht beschädigt werden.

7- Optional: Tauchen Sie das Schnittende in ein Bewurzelungshormon, um das Wurzelwachstum anzuregen.

8- Stecken Sie die Basis des Stecklings in die Blumenerde und drücken Sie sie gut an.

9- Decken Sie den Steckling mit einem durchsichtigen Plastikbeutel oder einer Glocke ab oder verwenden Sie eine Plastikflasche ohne Boden, um die Feuchtigkeit zu halten. Achtung: Trieb und Blätter dürfen die Glocke nicht berühren, damit sie nicht schimmeln!

10- Stellen Sie den Topf an einen hellen Standort, aber ohne direkte Sonne, und halten Sie die Erde feucht, jedoch nicht nass. Heben Sie die Glocke alle 3 bis 4 Tage 30 Minuten lang an, um die Luft zu erneuern.

11- Nach 5 bis 6 Wochen können Sie die Glocke entfernen. Nach 2 bis 3 Monaten haben sich die Wurzeln gebildet. Dann können Sie die Jungpflanzen bei Bedarf in einen größeren Topf umpflanzen.

12- Im Winter empfehlen wir, die jungen Triebe in einem ungeheizten Gewächshaus oder Wintergarten aufzubewahren. Reduzieren Sie während dieser Zeit das Gießen.

Im folgenden Frühjahr können Sie die jungen Kräuter in den Garten pflanzen.

Pflanzentausch mit anderen Gärtnern

Pflanzentausch ist eine gesellige Aktivität, bei der Gärtner neue Pflanzen erwerben können – ob Kräuter oder andere Pflanzen –, ohne dafür Geld auszugeben, indem sie überschüssige Pflanzen eintauschen.

Wenn Sie an einem Pflanzentausch teilnehmen möchten, wählen Sie zunächst die Pflanzen aus, die Sie abgeben möchten.

Fragen Sie anschließend Freunde und Bekannte oder suchen Sie nach Gärtnergruppen in sozialen Netzwerken, Gartenforen oder örtlichen Gartenvereinen, um Tauschpartner zu finden. Informieren Sie sich auch bei Ihrer Gemeinde, in Gemeinschafts- oder Mitmachgärten über die Termine der nächsten „Pflanzentauschbörsen“.

Bieten Sie Ihre Pflanzen an und erwähnen Sie, dass Sie Kräuter suchen. Besprechen Sie mit den Interessierten die Bedingungen des Tauschs. Sobald Sie sich mit einem Tauschpartner geeinigt haben, vereinbaren Sie einen Termin für den Pflanzentausch.

Pflanzen Sie die neu erworbenen Pflanzen abschließend in Ihrem Garten ein und pflegen Sie sie liebevoll.

Pflanzentausch zwischen Gärtnern

Samenernte und Aussaat

Das Sammeln von Samen ist eine natürliche und kostengünstige Methode, um Küchenkräuter zu gewinnen.

Wann Samen sammeln?

Samen werden meist am Ende der Wachstumsperiode gesammelt, wenn sie reif und trocken sind.

Wie?

  • Fragen Sie Freunde, Familie oder Hobbygärtner, ob sie die von Ihnen gesuchten Küchenkräuter besitzen. Fragen Sie, ob sie für Sie Samen sammeln können.
  • Wählen Sie gesunde und kräftige Pflanzen aus. Vergewissern Sie sich unbedingt, dass Sie die richtige Pflanze und Sorte ernten, um Verwechslungen zu vermeiden, die Ihre Gesundheit gefährden können. Im Zweifelsfall sammeln Sie besser bei Gärtnern als in der Natur.
  • Trocknen Sie die Samen an der Luft und bewahren Sie sie anschließend in einem luftdichten Behälter an einem kühlen, trockenen Ort auf.

Wann säen?

Der ideale Aussaatzeitpunkt hängt von der Pflanze und Ihrem Klima ab. Bei vielen Küchenkräutern ist der Frühlingsbeginn meist am besten geeignet.

Wie säen?

1- Je nach Sorte und Klima können Sie Kräutersamen in Töpfe, Anzuchttöpfe oder direkt ins Freiland säen. Lesen Sie zunächst die Pflanzenhinweise auf unserer Website, um den richtigen Aussaatzeitpunkt zu erfahren.

2- Bereiten Sie den Boden oder die Töpfe vor:

  • Für die Aussaat im Topf: Verwenden Sie Aussaat- und Pikiererde oder eine Mischung aus 2/3 Torf und 1/3 Gartensand.
  • Für die Aussaat ins Freiland: Lockern Sie den Boden und entfernen Sie Unkraut. Geben Sie außerdem Aussaat- und Pikiererde oder gut verrotteten Kompost hinzu, um den Boden anzureichern und aufzulockern.

3- Säen Sie die Samen in der empfohlenen Tiefe und beachten Sie die spezifischen Hinweise für jede Pflanze. Bedecken Sie sie anschließend mit Erde.

Kräutersamen aussäen

4- Gießen Sie die frisch ausgesäten Samen vorsichtig. Verwenden Sie eine Gießkanne mit feiner Brause, damit die Samen nicht weggespült werden.

5- Stellen Sie die Aussaat an einen sonnigen Ort, ins Gewächshaus, hinter ein Fenster oder bei der Aussaat im Haus unter eine Pflanzenlampe.

6- Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Eine Folie oder Glasglocke kann helfen, die Feuchtigkeit bei der Aussaat im Haus zu bewahren.

7- Wenn Sie mehrere Samen pro Loch oder Topf gesät haben, vereinzeln Sie die Sämlinge, sobald sie einige echte Blätter besitzen, und lassen Sie die kräftigste Pflanze stehen.

8- Wenn Sie im Haus ausgesät haben, pflanzen Sie die Jungpflanzen ins Freie oder in größere Töpfe, sobald sie kräftig genug sind. Gießen, düngen und pflegen Sie die Pflanzen weiter, während sie wachsen.

Mehr erfahren Sie in unserem Artikel: Küchenkräuter aussäen

Junges Basilikum aus Samen

Küchenreste verwerten

Wussten Sie, dass Sie Küchenreste nutzen können, um kostenlos neue Kräuterpflanzen zu ziehen? Diese Methode ist clever und nachhaltig zugleich. Wenn Sie zum Beispiel Basilikum zum Kochen verwendet haben, werfen Sie die übrigen Stängel nicht weg. Geben Sie sie stattdessen nicht auf den Kompost, sondern gehen Sie so vor:

1- Stellen Sie die Stängel in ein Glas Wasser und platzieren Sie es an einem sonnigen Ort, zum Beispiel in Fensternähe.

2- Wechseln Sie das Wasser alle 2 bis 3 Tage. So verhindern Sie die Entwicklung von Bakterien und Schimmel, die das Wachstum der Wurzeln beeinträchtigen könnten. Sauberes Wasser liefert außerdem die nötigen Nährstoffe und fördert ein gesundes Pflanzenwachstum.

3- Nach wenigen Tagen bilden sich erste Wurzeln. Sobald die Wurzeln lang genug sind, können Sie den Stängel in Aussaat- und Pikiererde pflanzen. Gehen Sie dabei sehr vorsichtig vor, damit Sie das junge Wurzelsystem nicht beschädigen.

Diese Methode funktioniert auch gut bei anderen Kräutern wie Minze und Rosmarin. Diese Methode spart nicht nur Geld, sondern reduziert auch Abfälle – ein doppelter Gewinn für umweltbewusste Gärtner.

junger Minzsteckling im Wasser

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.