Überflutungsgarten gestalten

Überflutungsgarten gestalten

Garten bei häufigen Überschwemmungen gestalten: Tipps und Lösungen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 4. August 2026  durch Gwenaëlle 7 min.

Ein Garten in einem Überschwemmungsgebiet ist kein gewöhnlicher Garten: Sie müssen sich stets an die Natur anpassen, statt gegen sie anzukämpfen. Meist ist nur ein tiefer gelegener Teil am Fluss oder Bach betroffen, der im Winter, manchmal auch im Herbst oder Frühjahr, zeitweise oder gelegentlich überschwemmt wird. Der höher gelegene Gartenteil bleibt trockener.

Wie lässt sich ein Garten, der einen Teil des Jahres unter Wasser steht, gestalten und pflegen? Wie können Sie diesen besonderen Garten optimal nutzen? Wir beantworten diese Fragen mit praktischen Tipps und Ideen.

Tipps und Hilfe für einen überschwemmungsgefährdeten Garten

Je nach geografischer Lage und Topografie können Gartenbereiche unterschiedlich stark überschwemmt werden

Schwierigkeit

Hochwassergefährdeter und überfluteter Garten

Zunächst gilt es, zwischen einem Garten zu unterscheiden, der beispielsweise durch sintflutartige Regenfälle gelegentlich überschwemmt wird, und einem Garten, der jedes Jahr regelmäßig unter Wasser steht, weil er in der Nähe eines Flusses oder Bachs liegt, der über die Ufer tritt und während eines Teils des Winters Hochwasser führt.

Wenn Sie unsicher sind, besorgen Sie sich bei Ihrer Gemeindeverwaltung ein wichtiges Dokument, das eine Gebietseinteilung nach dem PPRI (Hochwasservorsorgeplan) festlegt. Es führt in Ihrer Gemeinde mehrere Arten von Überschwemmungsgebieten auf, vom sehr hohen Risiko (rot) – dem typischen Standort eines häufig überschwemmten Gartens – über das mittlere Risiko (blau) bis hin zur weißen Zone ohne oder mit nur sehr geringem Risiko. Auch wenn dieses Dokument hauptsächlich für Bauvorschriften und Baugenehmigungen genutzt wird, vermittelt es eine Vorstellung davon, welche Wasserstände im Winter oder bei Überschwemmungen und Überflutungen erreicht werden können.

Überschwemmungsgefährdete Gärten sind daher vor allem durch ihre Topografie und eine Landschaft mit einem dichten Gewässernetz und dem Zusammenfluss mehrerer Flüsse gefährdet. In Bergregionen mit starkem Relief können Sturzfluten einen Garten überfluten. Im Flachland, wenn das Wasser nicht mehr normal versickern kann, weil der Boden gesättigt ist oder Erosion ausgesetzt war, sind Gärten besonders bei Starkregen gefährdet – häufig aufgrund der Nähe zu versiegelten Flächen in städtischen Gebieten. Sie sind dann dem Oberflächenabfluss ausgesetzt und können das Wasser nicht mehr ausreichend aufnehmen.

Wir empfehlen Ihnen, Ihr Grundstück ein Jahr lang zu den verschiedenen Jahreszeiten zu beobachten. So erhalten Sie einen konkreten Eindruck von den Wasserständen und ihren Schwankungen, vom allgemeinen Überflutungsgrad sowie von der Häufigkeit der Überschwemmungen und dem Ansteigen des Grundwassers (das insbesondere in Altarmen entlang von Flüssen auftritt).

Was tun bei einem überschwemmungsgefährdeten Garten?

Stark von Überschwemmungen betroffene Gärten liegen entlang von Flüssen und Bächen

Regel Nr. 1: Drainage!

Der überschwemmungsgefährdete Garten gehört zu den sogenannten resilienten Gärten: Er muss sich an mehr oder weniger starke Überflutungen über lange Zeiträume anpassen. Bevor Sie mit dem Pflanzen beginnen, sollten Sie sich zunächst dem Boden widmen, der eine ganz spezielle Vegetation bestmöglich aufnehmen muss.

Entscheidend ist hier, den Boden wirksam zu drainieren, damit er die große Wassermenge schneller ableiten kann. Ohne Drainage könnten selbst an feuchte Standorte gewöhnte Pflanzen vorzeitig absterben, weil ihre Wurzeln geschädigt werden.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, diesen Boden zu verbessern:

  • Den Boden vorher aufzulockern ist unverzichtbar, um Verdichtungen zu vermeiden. Sie sollten ihn vor dem Pflanzen über eine ausreichende Schichtdicke mit drainierenden Materialien (Schotter, Kies, Geröll, Steine) mischen – ähnlich wie es Kommunen bei Boden-Stein-Mischungen tun. Das ist eine aufwendige Arbeit, für die oft die Hilfe eines Fachbetriebs oder zumindest eines Minibaggers erforderlich ist. In vielen überschwemmungsgefährdeten Gärten hat sich diese Methode jedoch bewährt.
  • Einen sehr lehmigen Boden durch eine Strukturverbesserung auflockern, damit er durchlässiger und weniger kompakt wird: Arbeiten Sie organisches Material ein (Kompost, Mist, Lauberde …). Das ist DER Schlüssel zu einem besser drainierenden Substrat.
  • In extremen Fällen ist die Verlegung von Drainagen unvermeidlich. Sie kommt auf Flächen zum Einsatz, die besonders stark vom Anstieg des Wasserspiegels bedroht sind, um überschüssiges Wasser in einen Schacht oder einen Entwässerungsgraben abzuleiten. Auch hier sollten Sie einen Landschaftsgärtner oder Tiefbauer beauftragen, denn es handelt sich um umfangreiche, anspruchsvolle Arbeiten: Versickerungsgräben werden ausgehoben und manchmal die Bodenniveaus verändert. Diese Lösung erfordert die Anlage von Rückhaltebereichen mit Rückhaltebecken.

→ Lesen Sie auch: Gärtnern auf schwerem, feuchtem Boden; Wie kann ich meinen Boden drainierender machen?

überschwemmungsgefährdete Gartenbereiche

Ein Fluss tritt über die Ufer und der Garten wird zum riesigen Swimmingpool (@Tristan Schmurr)

Regel 2: Hydrophile Pflanzen wählen

Zum Glück gibt es Pflanzen, die nasse Füße und durchnässte Böden lieben – und besonders dekorativ sind! Setzen Sie auf sogenannte hydrophile Pflanzen, die feuchte Standorte bevorzugen. Sie vertragen länger anhaltende Überschwemmungen und sumpfige Böden. Viele geeignete Arten finden Sie unter Ufer- und Teichrandpflanzen; sie wachsen in 0 bis 1 m Wassertiefe.

Hinweis: Die meisten Pflanzen überstehen eine ein- bis zweitägige Überschwemmung problemlos. Hier geht es um Gärten, die nach Hochwasser mehrere Wochen überflutet bleiben.

  • Bäume: Die Sumpfzypresse oder Taxodium ist der Star nasser Böden und im Herbst besonders schön. Auch Birken, Weiden (Salix alba, Salix fragilis), Schwarz-Erlen, Espen, Sumpf-Eichen (Quercus palustris), die Europäische Lärche (Larix decidua) und Nyssa sylvatica kommen mit diesen Bedingungen zurecht. Pflanzen Sie sie etwa als Gehölzgruppe im Hintergrund des Gartens.
  • Sträucher: Einige Hartriegel (C. sericea, C. amomum und C. alba) und Weiden gedeihen in nassen Böden besonders gut, etwa Salix aurita, Salix caprea und Salix vinimalis. Auch Clethra alnifolia eignet sich. Hortensien ebenfalls, wenn Sie ein sehr drainierendes Substrat vorbereitet haben.
  • Stauden: Viele vertragen bis zu 15 cm Wasser an den Wurzeln! Weiderich, Wasserdost, Mädesüß, Felberich, Gauklerblume, Lythrum, Goldkolben, Farne (Matteuccia, Osmunda, Polystichum …), Iris sibirica, Iris pseudacorus, Blumenbinse, Beinwell, Sagittaria sagittifolia und Houttuynia …
  • Gräser und Begleiter: Allen voran Seggen und Binsen (Juncus sp.), außerdem Rohrkolben, Kalmus und Simsen sowie Rohr-Glanzgras (Phalaris arundinacea) und Rohr. Lesen Sie auch unseren Beitrag Gräser für feuchte Böden.
  • Bodendecker: Eleocharis palustris.

Mein Tipp: Achten Sie auch auf Pflanzen, deren lateinischer Name palustris (auf Deutsch „aus den Sümpfen“) oder lacustris enthält. Sie eignen sich meist gut für einen zeitweise sumpfigen Standort!

amenagement jardin inondable

Sumpfzypresse, Wasserdost, Simse und Gilbweiderich

→ Lesen Sie auch: 12 Stauden für schwere, feuchte Böden; 10 Sträucher für schwere, feuchte Böden; 7 Gräser für feuchte Böden; 10 Bäume für schwere, feuchte Böden; Iris im Beet, am Teichrand, im Schatten … Ein Ratgeber.

Regel 3: Kreative, ästhetische Gestaltung

Vielleicht noch mehr als ein klassischer Garten verdient ein überschwemmungsgefährdeter Garten eine durchdachte, ja sogar originelle Gestaltung. Nutzen Sie diese sumpfigen Bereiche, um besondere, bezaubernde oder geradezu spektakuläre Atmosphären zu schaffen.

Bei festen Gestaltungselementen wie Wegen und Terrassen gilt: Wählen Sie geeignete, wasserbeständige Materialien. Holz hat bei Hochbeeten und Bögen ausgedient. Auch für mobile Gartenmöbel sind Metallkonstruktionen vorzuziehen, ebenso wie Stein. Einen eingelassenen Pool können Sie natürlich nicht anlegen.

Für die Gestaltung eines überschwemmungsgefährdeten Gartens kommen zum Beispiel folgende Möglichkeiten infrage:

  • Einen Naturteich oder ein Becken anlegen. Platzieren Sie ihn so, dass seine Konturen verschwimmen und er sich optimal einfügt. Uferpflanzen sorgen für einen fließenden Übergang. Alle Tipps von Ölbaum finden Sie in den Artikeln Einen Naturteich im Garten anlegen und Wo und wie pflanzt man Pflanzen in und um einen Teich?
  • Pfahlbauten integrieren, etwa Baumhäuser, oder einen Stegparcours beziehungsweise einen Bootssteg, der neben dem ästhetischen Aspekt auch die Bewegung im Garten ermöglicht. Verstärken Sie den Eindruck einer See- oder Lagunenlandschaft, und der Garten gewinnt deutlich an Wirkung!
  • Terrassen anlegen, also stufenartige Ebenen. Auch wenn sie typisch für mediterrane Gärten sind, können Sie sich in bestimmten Bereichen davon inspirieren lassen und neue Perspektiven schaffen. Eine Drainage und Rinnen zur leichteren Wasserableitung sind unbedingt erforderlich, damit dort zum Beispiel exotische Pflanzen mit großem Laub wachsen können.
  • Erhöhungen und Erdwälle anlegen, um ein Niveau oberhalb des Überschwemmungswassers zu schaffen. So können dort weitere Feuchtgebietspflanzen wachsen, die nicht im Wasser stehen, und Sie erhalten außerdem ein erhöhtes Gemüsebeet.
  • Einen Regengarten anlegen im tiefer gelegenen Bereich des Gartens: Dabei handelt es sich um einen Versickerungsgarten.
  • Die weniger glamouröse, aber in stark gefährdeten Bereichen naheliegende Möglichkeit: einen Damm am Ende des Gartens errichten, um Schäden zu begrenzen.
structures jardins inondables

Eine Gestaltung im Stil einer Seelandschaft verleiht einem großen Garten viel Reiz!

Beispiele zur Inspiration

Mehrere schöne Gärten in Frankreich sind regelmäßig von Überschwemmungen betroffen. Ich lade Sie ein, sie zu besichtigen: Sie liefern wunderbare Ideen, wie sich diese als unwirtlich geltenden Bereiche dauerhaft und zugleich ansprechend gestalten lassen.

Dazu gehören der Garten von Liliane (ein als bemerkenswert eingestufter Garten im Limousin) und der Garten von Caradec im Morbihan. Unsere Mitarbeiterin Virginie Douce hatte außerdem einen sehr schönen Garten in den Ardennen angelegt (ihre Vorstellung finden Sie in den unten verlinkten ergänzenden Artikeln).

Der regelmäßig überschwemmte hintere Teil des Gartens von Marie-Madeleine Kerbart erforderte monatelange Arbeit – mit außergewöhnlichem Ergebnis (© Gwenaëlle David)

Jardin inondable, jardin en zone inondable

Hier der Garten von Liliane, der in dem im Winter überschwemmten Bereich sehr natürlich belassen wurde (© Gwenaelle David)

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Garten und Überschwemmung