Gänsefuß pflanzen, säen, ernten

Gänsefuß pflanzen, säen, ernten

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 16. Oktober 2025  durch Virginie T. 6 min.

Gänsefuß kurz erklärt

  • Der Gute Heinrich ist ein sehr altes Blattgemüse, das bereits im Mittelalter häufig angebaut wurde
  • In der Küche werden seine Blätter wie Spinat zubereitet
  • Die Ernte erfolgt vom Frühjahr bis zum Herbst
  • Er wird im Frühjahr oder Herbst in jeden guten Gartenboden gepflanzt oder ausgesät
  • Ob mehrjährig oder einjährig: Er ist anspruchslos und liefert ab April Blätter mit feinem Geschmack
Schwierigkeit

Das Wort aus unserem Steckbrief

Der Gänsefuß ist ein blattreiches Gemüse, das dem Spinat ähnelt und früher auf dem Land häufig gegessen wurde. Diese vergessene Pflanze verdient wegen ihres einfachen Anbaus einen Platz im Gemüsegarten. Gekochte Gänsefußblätter (reich an Eiweiß sowie Vitamin A und C) schmecken ähnlich wie Spinat fein.

Neben dem Weißen Gänsefuß oder Guten Heinrich, einem lästigen einjährigen Unkraut, das sich nicht immer leicht entfernen lässt, gibt es auch eine genügsame Staude: den Guten Heinrich, der mit frischem, humusreichem oder früher gedüngtem Boden und einem halbschattigen Standort auskommt.

Nutzen Sie ihn als Würzkraut im Gemüsegarten oder wegen seiner dekorativen Wirkung in naturnahen und wilden Beeten.

Wann und wie ernten Sie Gänsefuß, wie säen oder pflanzen Sie ihn? Entdecken Sie unsere Tipps und die Geheimnisse seines Anbaus!

Botanisch

Steckbrief

  • Gebräuchlicher Name Gänsefuß, Spinatbaum, Guter Heinrich
  • Blüte Juni bis September
  • Height 0,45 bis 2 m
  • Exposition Halbschatten
  • Art des Bodens nährstoffreich und leicht, frisch
  • Winterhärte -15 bis -20 °C

Chenopodium, Gänsefuß oder Spinatbaum ist eine krautige Staude oder einjähriges Gewächs aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse, die aus Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika stammt und in vielen Ländern eingebürgert ist. Dort wächst sie reichlich auf bewirtschafteten Flächen, im Brachland oder an Wegrändern. Unter den zahlreichen Gänsefuß-Arten unterscheidet man vor allem:

  • den Weißen Gänsefuß (Chenopodium album), eine invasive einjährige Art, die als Unkraut gilt und im Garten eine echte Plage ist, da sie gedüngte Kulturen und häufig bearbeitete Böden, etwa in unseren Gemüsegärten, sowie Mist- und Komposthaufen besiedelt
  • den Guten Heinrich (Chenopodium bonus-henricus) oder Armen-Spinat, der überall in Frankreich wächst und bereits im Mittelalter als Heilpflanze oder für Suppen gesammelt und verzehrt wurde
  • den Riesen-Gänsefuß (Chenopodium giganteum) oder Spinatbaum, eine prächtige, sehr dekorative einjährige Art, die innerhalb weniger Wochen über 2 m hoch werden kann

Je nach Art und Kulturbedingungen erreicht der Gänsefuß eine Höhe von 20 cm bis über 2 m. Aus einer dicken, ausläuferbildenden Wurzel bildet er eine horstige Pflanze mit aufrechten Stängeln und buschiger Wuchsform. Das Gewächs breitet sich von Natur aus stark aus, ist invasiv und kann bis zu 100.000 Samen pro Pflanze bilden, die sich beliebig selbst aussäen.

Der manchmal als Wilder Spinat bezeichnete Gänsefuß wird wegen seiner wie Spinat essbaren Blätter kultiviert.

Entlang kräftiger, gestreifter Stängel entfaltet sich das Laub. Die zahlreichen Blätter sind gestielt, wechselständig, ganzrandig, an der Basis schmaler, rauten- oder gänsefußförmig, gezähnt und gekerbt. Sie sind hell- bis dunkelgrün. Beim Weißen Gänsefuß ist die Blattunterseite mit einer feinen weißen, mehlartigen Schicht bestäubt. Der Riesen-Gänsefuß bildet junge magentarosa Triebe.

Gänsefuß Wilder Spinat

Die wichtigsten Gänsefuß-Arten: Weißer Gänsefuß, Guter Heinrich und Riesen-Gänsefuß

Von Juni bis Oktober erscheinen kleine grüne, manchmal rot überhauchte Blüten, die in spitzen, dichten Knäueln zusammenstehen. Aus den Blüten entwickeln sich kleine Früchte, schwarze Achänen mit sehr zahlreichen Samen, die sich in den Gärten reichlich selbst aussäen, besonders beim Weißen Gänsefuß.

Der Name „Guter Heinrich“ soll sich entweder auf Heinrich III. von Navarra, den späteren französischen König Heinrich IV., beziehen, der dieses Gemüse besonders schätzte, oder auf die heidnische mitteleuropäische Fee „Guter Heinrich“.

Wichtige Arten und Sorten

Guter Heinrich - Chenopodium bonus-henricus bio

Guter Heinrich - Chenopodium bonus-henricus bio

Eine sehr winterharte Staude, die mehrere Jahre am selben Standort bleibt. Pflanzen Sie sie im April–Mai oder September–Oktober. Die Ernte erfolgt im Frühjahr und Herbst.
  • Blütezeit Juli für Oktober
  • Höhe bei Reife 50 cm
Spinatbaum - Ferme de Sainte Marthe - Chenopodium giganteum

Spinatbaum - Ferme de Sainte Marthe - Chenopodium giganteum

Eine kräftige, sehr dekorative und leicht zu säende einjährige Pflanze, deren Blätter roh im Salat oder gekocht wie Spinat verzehrt werden.
  • Blütezeit August, September
  • Höhe bei Reife 1,50 m

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Gänsefuß pflanzen und aussäen

Wo pflanzen oder säen?

Der Gute Heinrich ist eine sehr winterharte Staude, die mehrere Jahre, etwa 4 bis 5 Jahre, am selben Standort bleibt – im Gegensatz zum Weißen und Riesen-Gänsefuß, die einjährig sind. Er bevorzugt besonders stickstoffreiche Böden und gedeiht in tiefgründiger, lockerer, humusreicher und frischer Erde. Er mag einen eher schattigen Standort, verträgt aber auch sonnige Lagen gut.

Ein guter humusreicher und stets frischer Boden lässt ihn prächtig gedeihen: Der Gänsefuß fürchtet Trockenheit.

Geben Sie ihm ausreichend Platz, damit er sich ungehindert entwickeln kann, denn er neigt dazu, seine Nachbarn zu überwuchern.

Mit seiner buschigen Wuchsform findet der Gänsefuß natürlich seinen Platz im Bio-Gemüsegarten, eignet sich aber auch für naturnahe oder wilde Gärten.

Der Gänsefuß wächst auf magnesium- und stickstoffreichen Böden und ist daher ein hervorragender Bioindikator für diese Elemente. Da er mehrere Jahre am selben Standort bleibt, ist er ideal für die Permakultur.

Wann Gänsefuß säen und pflanzen?

Der Gänsefuß wird im Frühjahr von April bis Mai oder von September bis Oktober gepflanzt, außerhalb von Frostperioden und großer Hitze. Die Aussaat erfolgt von März bis April für eine Ernte ab Mitte Mai. Eine Aussaat im Oktober ermöglicht außerdem eine Ernte ab April.

Wie Gänsefuß pflanzen und säen?

Im Freiland

  • Boden tiefgründig lockern
  • Ein Pflanzloch mit dem 2- bis 3-fachen Volumen des Anzuchttopfs ausheben
  • Jungpflanzen mit 40 bis 50 cm Abstand in alle Richtungen setzen
  • Wurzelballen einsetzen, eine Handvoll Kompost hinzufügen und mit Erde bedecken
  • Erde andrücken, gießen und mulchen, damit sie feucht bleibt

Aussaat

Die Aussaat erfolgt nach den letzten Frösten direkt am Standort (Keimung bei 20 °C) in mit Kompost angereicherter Erde.

  • Gänsefuß-Samen dünn in etwa 2 cm tiefe, rund 50 cm voneinander entfernte Furchen säen
  • Mit einer dünnen Schicht Blumenerde bedecken
  • Mit der Rückseite des Rechens andrücken
  • Mit einer Gießkanne mit feiner Brause gießen und den Boden bis zum Auflaufen feucht halten
  • Auf 40 cm Abstand ausdünnen
  • Regelmäßig gießen, damit die Pflanzen gut anwachsen

Mehr erfahren Sie in unserer Anleitung: Wie sät man Gänsefuß?

Guter Heinrich

Ein humusreicher Boden, der im Sommer nicht austrocknet, lässt den Gänsefuß prächtig gedeihen

Pflege und Fürsorge

Winterhart, benötigt der Gänsefuß nach dem Anwachsen kaum Pflege.

Gießen Sie den ganzen Sommer über reichlich, besonders bei längerer Trockenheit, damit der Boden feucht bleibt. Seine einzige Schwäche ist, dass er bei Trockenheit schnell Samen bildet. Mulchen Sie im Frühjahr mit Kompost oder Laub, damit der Wurzelbereich ausreichend frisch bleibt und Sie weniger gießen müssen.

Schützen Sie zu Beginn des Austriebs die jungen Blätter vor Schneckenfraß und entdecken Sie unsere 7 wirksamen und natürlichen Methoden gegen Schnecken.

Arbeiten Sie im Herbst oder Spätwinter nach gründlicher Bodenlockerung 5 cm Kompost oberflächlich ein.

Schneiden Sie die Blütenstände zurück, um die Blattbildung zu fördern.

Kontrollieren Sie die Selbstaussaat und entfernen Sie die Sämlinge, damit sie sich nicht zu stark ausbreiten.

Guter Heinrich ernten: wann und wie?

Die Ernte: Die Ernte erfolgt je nach Bedarf von Juni bis Oktober.

Die Aufbewahrung: Die Blätter sollten am Tag der Ernte verzehrt werden, da sie sich nicht halten. Nach 3-minütigem Blanchieren in gesalzenem, kochendem Wasser können sie eingefroren werden.

Der Verzehr: Das Laub des Gänsefußes ist reich an Vitamin A und C sowie Mineralsalzen und wirkt wurmtreibend. Junge Triebe können roh im Salat verzehrt werden. Im Laufe der Saison werden sie fester und eignen sich eher zum Garen wie Spinat. Der Stängel des Blütenschafts und junge Stängel können ebenfalls wie Spargel zubereitet werden.

Vermehrung

Guter Heinrich vermehrt sich durch Selbstaussaat. Haben Sie bereits eine Pflanze, lässt er sich leicht aus im Herbst gesammelten Samen vermehren. Auch die Teilung der Horste im Frühjahr oder Herbst gelingt problemlos und erhält die Pflanzen dauerhaft.

Guten Heinrich teilen

  1. Horst mit einer Grabegabel aus der Erde heben
  2. Mit einem Spaten Teilstücke mit Triebansätzen abstechen
  3. Sofort in gut gelockerten Boden pflanzen, mit 40–50 cm Abstand
  4. Gießen und mulchen

Kombinieren

Mit seinem schlichten, buschigen Wuchs findet der Gute Heinrich in jedem naturnahen und wilden Garten sowie in ländlichen Beeten seinen Platz, auch wenn er seinem Wesen nach eher ins Gemüsebeet gehört.

association chenopode potager

Ein Beispiel für eine Kombination köstlicher, mineralstoffreicher Salate: Guter Heinrich, Gartenmelde und grüner Salat (Kopfsalat, Bataviasalat …)

Er lässt sich mit Rettich, Kopfsalat und anderem Gemüse wie Gartenmelde oder auch mit Houttuynia cordata kombinieren, die auch Waldkoriander oder Chinesischer Pfeffer genannt wird – eine aromatische Gewürzstaude.

Dazu passt auch unser Sortiment an alten und vergessenen Gemüsesorten: Sie erleben gerade ein Comeback auf unseren Tellern!

Nützliche Ressourcen

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