Sanddorn: Pflanzen, Pflege & Anbau
Inhaltsverzeichnis
Sanddorn kurz erklärt
- Sanddorn ist ein bekannter, dorniger Strauch unserer indigenen Flora
- Anspruchslos wächst er auch auf sehr kargen Böden.
- Sanddorn trägt vitamin-C-reiche Früchte für Sirup, Saft und Marmelade.
- Nützlich und dekorativ, eignet er sich als freiwachsende oder schützende Hecke, Einzelstrauch oder fürs Beet.
Das Wort unseres Experten
Als heimischer Strauch unserer Flora wird der Sanddorn erstaunlicherweise und zu Unrecht in unseren Gärten wenig beachtet. Dabei gehört er zu den robustesten und anpassungsfähigsten Sträuchern überhaupt, denn er ist vor allem eine Pionierart. Er wächst auf armen, sandigen oder kalkhaltigen Böden. Seine Fähigkeit, Stickstoff im Boden zu binden, ist ein großer Vorteil: So „bereitet er den Boden vor“, damit sich später weitere Gehölze ansiedeln können.
In einer frei wachsenden, ungeschnittenen Hecke ist er dank seiner zahlreichen Dornen bestens aufgehoben. Auch als Solitär oder im Strauchbeet findet er Platz, denn mit seinem silbrigen Laub, seinem malerischen Wuchs und den zahlreichen leuchtend orangefarbenen Beeren im Herbst ist er sehr dekorativ. Seine schmackhaften, vitaminreichen Früchte machen ihn zudem zu einer wertvollen Ergänzung im Beerengarten.
Seine Fähigkeit, Ufer und instabile Böden zu sichern, sowie seine Bedeutung als Schutz und Nahrungsquelle für zahlreiche Tiere – darunter Bienen, Vögel und Kleinsäuger – machen ihn in den Naturräumen der französischen und belgischen Küste zu einer der am häufigsten wieder angepflanzten Arten.

Hippophae rhamnoides-‘Friesdorfer Orange’
Botanik und Beschreibung
Steckbrief
Der Sanddorn oder Hippophae rhamnoides stammt aus Europa und Asien und wächst in Bergregionen oder an der Küste wild. Diese Art gehört zur Familie der Ölweidengewächse und ist die einzige Vertreterin der Gattung Hippophae. Früher wurde dieser Strauch unter dem Namen Eleagnus rhamnoides geführt. Der Sanddorn wird seit Jahrtausenden wegen des Geschmacks seiner Früchte, zur Herstellung von Besen sowie wegen seiner kosmetischen und medizinischen Eigenschaften genutzt und trägt zahlreiche volkstümliche Namen: falscher Kreuzdorn, Meer-Faulbaum, Dornweide, Griset, Sibirischer Ölbaum, Marante-Dorn oder sogar … Sibirische Ananas.
Der Strauch besitzt kräftige, starre Dornen und eine lockere Krone und eignet sich ideal als Wehrhecke. Mit seinem etwas bizarren Wuchs, den aufrechten, stark verzweigten Trieben und dem oben grauen, auf der Unterseite weiß-silbrig bis kupferfarben punktierten Laub ist er zudem sehr dekorativ. Die Blätter sind schmal, 2 bis 8 cm lang, wechselständig und lanzettlich. Die Zweige sind mit silbernen Haaren bedeckt, der Endtrieb läuft in einem Dorn aus.
Der Sanddorn ist diözisch, es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Wer Früchte ernten möchte, muss daher beide pflanzen. Zum Glück gibt es selbstfruchtbare Sorten wie ‘Friesdorfer Orange‘. Die Blüten erscheinen zwischen März und April vor dem Laub. Obwohl unscheinbar, sind sie bei Bienen sehr beliebt. Männliche und weibliche Blüten unterscheiden sich: Beide stehen in kurzen, gelblichen Trauben, die männlichen sind sitzend und kurz, die weiblichen röhrenförmig. Im Winter lassen sich männliche und weibliche Pflanzen an ihren Knospen unterscheiden: Männliche Knospen sind kegelförmig und aufrecht, weibliche klein und rundlich.

Hippophae rhamnoides – botanische Illustration
Die weiblichen Blüten entwickeln sich von September bis Dezember zu orangefarbenen Früchten, 8 mm großen Drupen. Die Früchte bleiben den ganzen Winter über am Strauch und dienen Vögeln und Fasanen als Nahrung, die ihre Samen in der Umgebung verbreiten. Sie werden seit Jahrhunderten genutzt und sind eine wichtige Vitamin-C-Quelle. Außerdem enthalten sie die Vitamine A, B, E, F und P sowie Mineralsalze. Auch heute werden sie zur Stärkung der Abwehrkräfte, gegen Müdigkeit und zum Schutz der Haut in der Kosmetik verzehrt und verwendet.
Der Sanddorn wächst nur in voller Sonne, wächst jedoch sehr schnell – fast einen Meter pro Jahr – und bildet viele Ausläufer, besonders auf sandigen Böden. Dadurch eignet er sich bestens, um trostlose Flächen schnell zu begrünen. Äußerst winterhart, verträgt er zudem Trockenheit, Wind, salzhaltige Gischt, Luftverschmutzung und Bodensalz. Allerdings wird er kaum älter als 80 Jahre.
In der Natur ist der Sanddorn außerdem ein Pionierstrauch. Er bevorzugt arme, sandige oder kalkhaltige Böden an der Küste und an Gebirgsbächen – in jedem Fall gut durchlässig. Er befestigt Ufer und kann Luftstickstoff im Boden binden. Langfristig ist diese Eigenschaft für ihn jedoch nachteilig: Er reichert den Boden an und fördert dadurch das Aufkommen anderer Baum- und Straucharten, die ihn schließlich beschatten und an seinem Wachstum hindern.
Nota bene: Verwechseln Sie den Sanddorn keinesfalls mit dem Erdbeerbaum oder Arbutus unedo, einem immergrünen Strauch aus der Familie der Heidekrautgewächse, der im gesamten Mittelmeerraum wächst. Diese beiden Sträucher haben also außer einigen Buchstaben ihrer Namen nichts gemeinsam.
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Sanddorn pflanzen
Wo pflanzen?
Sanddorn ist gegenüber Bodenart und pH-Wert anspruchslos. Sie können ihn in jeden normalen Boden pflanzen, auch in arme, sandige, kalkhaltige oder lehmige Böden. Obwohl dieser Strauch einen gut durchlässigen Boden bevorzugt, verträgt er sowohl Feuchtigkeit als auch Trockenheit. In fruchtbarem Boden wächst er schneller, kommt aber auch mit armen Böden zurecht, da er diese durch die Bindung von Luftstickstoff selbst anreichert (wie Schmetterlingsblütler oder Erle). Damit eignet er sich hervorragend zur Begrünung gestörter Flächen, zum Beispiel des Gartens eines neu errichteten Hauses.
Wählen Sie einen vollsonnigen Standort, dort fruchtet er deutlich besser. Wind und Seeluft verträgt er besonders gut.
Dank seiner Ausläufer eignet sich Sanddorn außerdem ideal zur Befestigung instabiler Böden, Ufer und Böschungen.
Wann pflanzen?
Pflanzen Sie ihn vorzugsweise im Frühherbst ab September oder Oktober. Alternativ ist eine Pflanzung im Frühjahr vor dem Austrieb zwischen März und Anfang April möglich.
Wie pflanzen?
- Stellen Sie den Topf eine Stunde lang in einen Eimer Wasser.
- Heben Sie ein Loch aus, das doppelt so groß ist wie der Wurzelballen Ihres Strauchs.
- Lockern Sie die Erde gut auf und geben Sie eine Handvoll Kompost oder Sand auf den Grund des Pflanzlochs, um die Drainage zu verbessern.
- Nehmen Sie den Strauch aus dem Topf und lockern Sie den Wurzelballen vorsichtig auf, um die Wurzeln freizulegen. Prüfen Sie nun, ob die Wurzeln beschädigt oder verfault sind. Falls nötig, schneiden Sie sie zurück.
- Setzen Sie den Wurzelballen in das Loch, breiten Sie die Wurzeln gut aus und füllen Sie das Loch mit dem Aushub.
- Treten Sie die Erde fest, mulchen Sie und gießen Sie reichlich, damit die „Luftlöcher“ zwischen Wurzeln und Erde verschwinden.

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Auch wenn eine Aussaat theoretisch möglich ist und Vögel in der Natur die Samen überall verteilen, fällt das Ergebnis oft zufällig aus – insbesondere, was das Geschlecht der daraus gezogenen Pflanzen betrifft.
Die Stecklingsvermehrung ist deutlich einfacher und sicherer. Sie können junge krautige oder halbverholzte Triebe direkt in Sand stecken (eine Methode, die auch im Naturschutz genutzt wird, um einen Sanddornbestand an der Küste schneller wieder anzusiedeln) oder ganz einfach in Wasser bewurzeln.
Hinweis: Stecklinge im Wasser zu bewurzeln, ist äußerst einfach und schnell. Stellen Sie einfach eine mit Wasser gefüllte Vase an einen hellen Platz und tauchen Sie den zu vermehrenden Trieb hinein. Wechseln Sie das Wasser, sobald es unangenehm riecht, um Algenwachstum zu vermeiden, und pflanzen Sie den Steckling ein, sobald sich die ersten Wurzeln zeigen. Warten Sie zu lange, gewöhnen sich die gebildeten Wurzeln an dieses flüssige „Substrat“ und haben später Schwierigkeiten, sich an Erde anzupassen.
Sanddorn: Rückschnitt und Pflege
Pflege
Die Pflege beschränkt sich im ersten Jahr darauf, Ihren Strauch bei Trockenheit zu beobachten: Gießen Sie ihn im Zweifel. Ansonsten kommt der Sanddorn ganz ohne Pflege aus.
Krankheiten und Schädlinge
Nichts zu melden!
Ein Pilz namens Verticillium dahliae kann die Verticillium-Welke verursachen, an der Sträucher innerhalb von weniger als zwei Jahren absterben. Diese Krankheit tritt bei Sanddorn in unseren Regionen jedoch äußerst selten auf, und die im Handel angebotenen Sorten sind resistent.
Die Blätter Ihres Sanddorns können sich verformen und kleine Wölbungen aufweisen. Dabei handelt es sich um eine von einer winzigen Milbe namens Aceria hippophaena verursachte Galle. Es ist keine Krankheit und keinesfalls gefährlich für den Strauch.
→ Erfahren Sie mehr über Krankheiten und Parasiten des Sanddorns in unserem Ratgeber.
Rückschnitt
Ein Rückschnitt ist nicht nötig, damit Ihr Sanddorn Früchte trägt. Im Frühjahr können Sie abgestorbene, wegen Lichtmangels verkümmerte Zweige im unteren Bereich entfernen und Wurzelschösslinge beseitigen, wenn sie zu stark wuchern.
Pflanzenkombinationen im Garten
Außergewöhnliche Kleinobstgehölze
Sie haben eine kleine Ecke mit magerem Boden in voller Sonne und lieben Früchte? Vielleicht habe ich etwas für Sie … Pflanzen Sie zunächst einen schönen selbstfruchtbaren Sanddorn wie ‘Friesdorfer Orange’ und gesellen Sie ihm einen kleinen Verwandten aus Japan hinzu: die Vielblumige Ölweide. Dieser völlig unbekannte Strauch mag ebenfalls magere Böden und volle Sonne und schenkt Ihnen den ganzen Sommer über kleine rote Beeren. Eine selbstfruchtbare Feige ergänzt das Bild: ‘Brown Turkey’ ist sehr frosthart und trägt zweimal im Jahr. Zu Füßen dieser schönen Gehölze können Sie Zwerg-Granatapfelbäume ausprobieren. Sie sind anspruchslos an den Boden, trockenheitsverträglich und bis -15 °C winterhart.

Ein Beispiel für eine köstliche Kombination: Sanddorn ‘Friesdorfer Orange’, Elaeagnus multiflora, Feige ‘Brown Turkey’ und Punica granatum ‘Nana’
Ein silbergraues Strauchbeet für volle Sonne
Der Sanddorn ‘Pollmix’ besitzt ein prächtiges silbergraues Laub, dessen orange Beeren im Herbst wunderbar kontrastieren. Der Salzstrauch ist wenig bekannt, dabei sehr winterhart. Mit seinem schönen silbrigen Laub und den im Sommer erscheinenden mauvefarbenen Blüten ist er wunderschön. Außerdem besitzt er dieselben Eigenschaften wie der Sanddorn: Er verbessert den Boden und befestigt ihn durch Ausläufer. Die Kojoten-Weide gehört zu den wenigen Weiden, die auf trockenem, magerem Boden wachsen. Ihre schlanken Triebe mit graublauem Laub verleihen ihr ein leichtes, helles Erscheinungsbild. Ergänzt man sie durch eine Viermännige Tamariske, blüht das kleine Beet bereits ab Mai mit einem Regen kleiner rosafarbener Blüten. Einige Blaurauten runden das Bild als blühende Bodendecker ab.

Ein Beispiel für ein vollsonniges Beet: Perovskia ‘Silvery Blue’, Salix exigua, Halimodendron halodendron und natürlich der Sanddorn Hippophae rhamnoides ‘Pollmix’
Eine wertvolle Schutzhecke für die Biodiversität
Die Idee ist, eine freiwachsende Hecke anzulegen, deren Sträucher der Tierwelt mit ihren Dornen Schutz, bienenfreundliche und nektarreiche Blüten sowie Früchte am Saisonende bieten, die Vögeln und Kleinsäugern schmecken. Ein weiblicher Sanddorn ‘Leikora’ wird hier von weiteren anspruchslosen Sträuchern mit den genannten Eigenschaften bestens begleitet: Berberis julianae, Pyracantha, Weißdorn, Schlehe, Zierquitte, …

Ein Beispiel für eine Schutzhecke: Sanddorn ‘Leikora’, Crataegus monogyna, Berberis julianae und Chaenomeles superba ‘Jet Trail’
Rezept mit Sanddornbeeren
Sanddornbeeren-Marmelade
Hinweis: Sanddornbeeren werden zwischen Oktober und November mit Handschuhen gepflückt.
- Sanddornbeeren in einem Topf mit etwas Wasser einige Minuten vorkochen, damit sie etwas weicher werden
- Durch ein Sieb streichen oder pürieren, um die harten Bestandteile zu entfernen
- Die übrig gebliebene Masse wiegen und die gleiche Menge Zucker hinzufügen
- In einem Topf erhitzen (Kupfertöpfe sind am besten!) und zum Kochen bringen
- Während des Kochens regelmäßig mit einem Holzlöffel umrühren
- Von Zeit zu Zeit einen Tropfen auf eine kalte Untertasse geben. Wird die Marmelade fest, die Hitze ausschalten
- In Gläser füllen und verschließen
- Die Gläser zur Sterilisation umdrehen und abkühlen lassen
Unnötige Anekdoten
-
Der Name Hippophae stammt aus dem Griechischen: hippos = Pferd und phaos = Licht. In der Antike gab man Pferden Sanddornbeeren, damit sie ein schönes Fell und eine prächtige Mähne bekamen und Augenprobleme geheilt wurden. Sanddornblätter waren außerdem eine Delikatesse für Bukephalos, das Pferd Alexanders des Großen.
- Auch heute noch werden Sanddornbeeren in Asien und Russland an Geflügel verfüttert, wodurch sich die Farbe des Eigelbs intensiviert. Auch Zucht-Regenbogenforellen erhalten sie, damit sie kräftiger gefärbt sind.
- Früher wurden die dornigen Sanddornzweige zur Herstellung von Besen verwendet.
- Vor allem in Asien und Russland verzehrte man Sanddornbeeren: als Marmelade, Kompott, in Saucen, als Gewürz oder zum Aromatisieren bestimmter Spirituosen. In jüngerer Zeit haben jedoch auch einige französische Landwirte den Sanddornanbau aufgenommen, um auf den Preisverfall bei Obst zu reagieren.
Nützliche Ressourcen
Entdecken Sie unsere Auswahl an Sanddorn.
Mehr erfahren Sie in unserem Ratgeber: Sanddorn, eine essbare Frucht mit vielen Vorzügen
Häufig gestellte Fragen
-
Brauchen Sie mehrere Sanddornsträucher für Früchte?
Sanddorn ist diözisch: Für Früchte braucht die weibliche Pflanze einen männlichen Bestäuber. Selbstfruchtbare Sorten wie 'Fierdsdorfer' kommen ohne männliche Pflanzen aus.
-
Sanddorn im Halbschatten pflanzen?
Sanddorn ist eine Pionier-Art für volle Sonne. Halbschatten verträgt er, bleibt aber schwach und trägt kaum. Silberlaub passt meist zu Sonne und Trockenheit.
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