Die Apfelbeere oder Kahle Apfelbeere ist ein kleiner Strauch aus der Familie der Rosengewächse. Interessant ist er wegen seines farbenprächtigen Herbstlaubs, seiner weißen Frühlingsblüte und seiner schwarzen Beeren, die an Heidelbeeren erinnern. Er gehört zu den noch wenig bekannten Sträuchern, aus deren Früchten sich eine überraschende Konfitüre zubereiten lässt. Seine Früchte sind wahre Antioxidantien-Konzentrate und essbar. Gekocht, als Konfitüre oder Gelee, lassen sie sich besonders gut genießen.
Sie mögen „schwarze“ Konfitüren? Hier erfahren Sie, wie Sie eine ganz besondere Variante zubereiten und für Abwechslung zur Brombeer- oder Heidelbeerkonfitüre sorgen!

Apfelbeere – was ist das für ein Strauch?
Die bei uns noch wenig verbreitete Apfelbeere ist ein sommergrüner Strauch nordamerikanischer Herkunft, der wegen seiner Beeren und seines prächtigen Herbstlaubs geschätzt wird, das sich weinrot färbt. In ihrem natürlichen Lebensraum wächst die Apfelbeere in lichten Wäldern und feuchten Gebieten. Bei uns gedeiht sie in ganz Deutschland, denn sie ist sehr winterhart und stellt keine besonderen Ansprüche an Boden und Standort. Der Strauch wird 1 bis 2 m hoch. Er wächst langsam und bildet aufrechte Triebe, die sich mit zunehmendem Alter allmählich biegen. Im späten Frühjahr erscheinen kleine, traubig angeordnete weiße Blüten mit einem Hauch von zartem Rosa. Sie sind sehr bienenfreundlich und erinnern an Weißdornblüten. Ab dem Sommer entwickeln sich daraus kleine rote oder schwarze Steinfrüchte, je nach Art.
Die säuerlichen Beeren gelten als Superfrucht. Ihr Geschmack erinnert an Schwarze Johannisbeeren oder Heidelbeeren, ist jedoch deutlich herber.
Bei den Arten der Gattung Aronia finden sich Sträucher mit roten Beeren, etwa Aronia arbutifolia mit erdbeerbaumähnlichen Blättern, sowie Sträucher mit schwarzen Beeren. Zu den verbreitetsten gehören Aronia melanocarpa und Aronia prunifolia.
Neben ihrem Zierwert sind Apfelbeeren für den hohen Gehalt ihrer Beeren an Antioxidantien und Vitaminen sowie für ihre positive Wirkung auf die Verdauung bekannt.

Welche Apfelbeer-Art eignet sich für Konfitüre?
Bei den Apfelbeeren unterscheidet man Arten mit roten und solche mit schwarzen Beeren. Für die Zubereitung von Konfitüre empfehlen wir Sorten mit schwarzen Beeren, deren Fruchtfleisch etwas weniger herb und süßer ist. Besonders geeignet sind daher Aronia melanocarpa und Aronia prunifolia , auch Purpur-Apfelbeere genannt.
Die Aronia prunifolia 'Viking' ist für ihre hohe Produktivität bekannt. Sie bildet zahlreiche saftige und süße Früchte, die sich hervorragend für Konfitüre eignen. Die Beeren sind zunächst rot und färben sich später glänzend purpur-schwarz. Auch die Sorte Aronia melanocarpa 'Hugin' erbringt einen guten Ertrag und trägt schmackhafte, nicht zu saure Früchte.
Wann ernten Sie Apfelbeeren?
Der ideale Erntezeitpunkt liegt zwischen dem Ende des Sommers und dem Beginn des Herbstes, wenn die Früchte gut ausgereift und voller Aromen sind. Eine späte Ernte im September, wenn die Früchte teigig werden, sorgt für süßere Beeren und mildert dadurch die natürliche Herbe der Apfelbeere. Warten Sie außerdem nicht, bis die Vögel, vor allem die Rotkehlchen, die von den Beeren angezogen werden, sie an Ihrer Stelle fressen!
Wenn Sie nicht so lange warten können, bis die Früchte ihre Herbe verlieren, empfehlen wir Ihnen, die Apfelbeeren einige Wochen im Gefrierschrank aufzubewahren.

Apfelbeerkonfitüre: das Rezept
Zutaten
1 kg Apfelbeeren
900 g Kristallzucker
Saft einer Zitrone
- Spülen Sie die Apfelbeeren ab und lassen Sie sie abtropfen. Kochen Sie sie anschließend 5 Minuten in wenig Wasser. Zerdrücken Sie die Beeren leicht, damit sich die Kerne leichter entfernen lassen. Verwenden Sie dafür eine Passiermühle oder ein ähnliches Küchenutensil.
- Vermischen Sie die Beeren, das Fruchtfleisch, den Zucker und den Zitronensaft in einem großen Kochtopf oder einem speziellen Konfitürentopf.
- Bringen Sie die Mischung zum Kochen. Reduzieren Sie anschließend die Hitze und lassen Sie alles 30 Minuten köcheln. Rühren Sie dabei gelegentlich mit einem Holzlöffel um.
- Sobald die Konfitüre eingedickt ist, machen Sie eine Gelierprobe auf einem kalten Unterteller. Die Konfitüre sollte fest bleiben und nicht zu flüssig sein. Füllen Sie sie mithilfe eines Konfitürentrichters oder einer kleinen Schöpfkelle in sterilisierte Gläser und verschließen Sie diese luftdicht.
- Stellen Sie die Gläser auf den Kopf, damit ein Vakuum entsteht. Lassen Sie sie vollständig abkühlen.
- Beschriften Sie die Gläser mit dem aktuellen Datum.
Die Konfitüre lässt sich wie jede andere Konfitüre aufbewahren: an einem dunklen Ort bei Raumtemperatur oder an einem kühlen Ort, zum Beispiel in einer Speisekammer, einem Keller oder einem Schrank.
Genießen Sie Ihre Konfitüre zum Frühstück auf gebuttertem Toast, zu Pfannkuchen oder mit Quark. Sie passt auch hervorragend zu Hartkäse oder zu einem guten luftgetrockneten Schinken … ein Genuss!
Hinweis: Sie können Apfelbeeren auch zu Sirup, Smoothie, Fruchtsoße oder Likör verarbeiten. Ebenso eignen sie sich für Sorbets und Kompott oder als Zutat in Birnen- und Apfel-Crumble.

Varianten
Wenn Sie die glattere Konsistenz von Gelee bevorzugen, filtern Sie die Mischung nach dem Kochen durch ein Passiersieb oder ein feines Sieb, um die Schalen zu entfernen. Das Gelee wird dann durchsichtig und enthält keine Stückchen. Sie können die Konfitüre auch in zwei Etappen zubereiten: Kochen Sie sie zunächst auf und lassen Sie sie über Nacht ruhen. Setzen Sie das Kochen am nächsten Tag fort. So erhalten Sie eine besonders schöne Konsistenz.
Probieren Sie auch Apfelbeerkonfitüre mit Apfel, Nektarinen, vollreifen Pflaumen oder dem Saft einiger Orangen. Diese süße Kombination mildert die Herbe der Beeren. Ebenso köstlich ist eine Mischung aus verschiedenen dunklen Früchten zu gleichen Teilen, etwa aus Apfelbeeren und Heidelbeeren oder aus Apfelbeeren und Schwarzen Johannisbeeren.

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