Der Beinwell, botanisch Symphytum genannt, ist eine krautige Staude aus der Familie der Raublattgewächse, zu der auch sein Verwandter, der Borretsch, gehört. Sie erkennen ihn an seinen zahlreichen, großen, rauen und spitz zulaufenden Blättern sowie an seinen hängenden Blüten, die je nach Art und Kultivar in kleinen Büscheln erscheinen und weiß, rosa, blau oder violett gefärbt sind. In der Natur wächst der Beinwell in Gräben, an Gewässern und auf feuchten Wiesen. Im Garten breitet er sich durch seinen Ausläufer bildenden Wurzelstock schnell aus und wird zu einem besonders interessanten Bodendecker. Pflanzen Sie ihn stets an einen frischen Standort.

Der Beinwell wird häufig in der Permakultur verwendet. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie Sie ihn richtig pflanzen und dauerhaft vital halten!

Blauer Beinwell – Symphytum azureum
Symphytum azureum

Warum sollten Sie Beinwell in Ihrem Garten anbauen?

Ganz einfach: Beinwell ist ein echtes Multitalent! Er bietet zahlreiche Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten im Ziergarten, im Gemüsegarten und sogar in der Küche:

  • Sie können Beinwell wegen seines Zierwerts und seiner langen Blütezeit pflanzen. Seine Blüte erneuert sich vom Frühjahr bis zum Beginn des Sommers. Damit passt er in Bauerngärten, ländliche Gärten und naturnahe Pflanzungen.
  • Sie haben sicher schon von Beinwelljauche gehört. Wie Schachtelhalm- oder Brennnesseljauche gehört sie zu den meistverwendeten natürlichen Düngern im Garten. Sie können deshalb einige Pflanzen kultivieren, um daraus Ihre eigene Beinwelljauche herzustellen und verdünnt anzuwenden.
  • Die kalium-, phosphor- und kalziumreichen Blätter eignen sich außerdem als nützlicher organischer Mulch. Sie reichern den Boden an und verbessern seine Struktur – sowohl im Ziergarten als auch im Gemüsegarten. Beinwell ist somit eine hervorragende Gründüngung!
  • Beinwell ist außerdem dafür bekannt, die Zersetzung von Pflanzenmaterial zu beschleunigen. Er ist daher auch auf dem Komposthaufen sehr nützlich. Der enthaltene Stickstoff und die Mineralstoffe wirken als natürlicher Kompostbeschleuniger.
  • Sie können Beinwell auch wegen seiner nektarreichen und bienenfreundlichen Blüten auswählen. In naturnahen, die Biodiversität fördernden Gärten zieht er Bienen an.
  • Ein weiterer Vorteil ist seine sehr wirksame Eigenschaft als Bodendecker. Beinwell bildet breite, dicht belaubte Horste. Von März bis November trägt er über einen langen Zeitraum Laub. So bedeckt er den Boden unter Bäumen oder in naturnah gestalteten Beeten. Seine Blütezeit reicht je nach Region und Standort außerdem von April bis Juli.
  • Beinwell wird seit der Antike wegen seiner heilenden Eigenschaften verwendet. Er wirkt entzündungshemmend und wundheilend. Im Mittelalter gehörte er zu den Pflanzen des Kräutergartens und wurde bei Verbrennungen, Prellungen und Asthma eingesetzt. Dafür verwendete man die Blätter und die Wurzel.
  • Beinwell ist essbar, sollte jedoch nur in begrenzten Mengen verzehrt werden, da er giftig ist und Pyrrolizidinalkaloide enthält. Vor allem junge Blätter werden in kochendem Wasser gegart und für Suppen oder zusammen mit anderem Gemüse in Aufläufen verwendet. Sie können daraus auch köstliche Beinwellküchlein zubereiten, die mit ihrem würzigen, jodartigen Geschmack überraschen.
Beinwell mit verschiedenfarbigen Blüten
Beinwell blüht in unterschiedlichen Farben

Wo sollten Sie Beinwell pflanzen?

Beinwell ist eine sehr winterharte Staude bis -30 °C und wächst schnell zu einem blühenden Teppich heran. Sie können ihn überall in Frankreich und in Belgien pflanzen. Er bevorzugt jedoch eine feuchte Umgebung.

Die Ansprüche des Beinwells lassen sich leicht merken. Richten Sie sich einfach nach den Bedingungen, die er in der Natur vorfindet. Entscheidend ist vor allem der Boden, der frisch bis feucht bleiben sollte. Ideal ist ein lehmiger, humusreicher Boden. Zu saure Böden sollten Sie vermeiden. Normaler Gartenboden reicht jedoch häufig aus.
Beim Standort ist Beinwell nicht wählerisch, auch wenn Halbschatten besser geeignet ist. Er verträgt auch volle Sonne und Schatten. Im Schatten blüht er lediglich etwas weniger üppig.

Wir raten von einer Kultur im Topf ab. Beinwell ist eine Gartenstaude und wird mit der Zeit sehr groß.

In einem naturnahen Beet ist Beinwell eine Zierpflanze. Sie können ihn aber selbstverständlich auch im Gemüsegarten oder in der Nähe von Obstbäumen pflanzen. Dort zieht er Bestäuber an, und Sie können ihn anschließend leichter für verschiedene Anwendungen ernten.

Wo Sie Beinwell pflanzen sollten
Symphytum officinale

So gelingt die Kultur

  • Pflanzen Sie drei Pflanzen pro Quadratmeter. Das reicht aus, damit der Boden mit der Zeit vollständig bedeckt wird.
  • Pflanzen Sie im Herbst, der idealen Zeit für eine gute Bewurzelung, oder im Frühjahr.
  • Pflanzen Sie Beinwell in einen frischen, lehmigen oder verdichteten, humusreichen Boden. Dort fühlt er sich besonders wohl!
  • Mulchen Sie, damit der Boden möglichst lange frisch bleibt. Im Frühjahr hilft etwas Kompost, den Sie als Mulch ausbringen, zusätzlich bei der Nährstoffversorgung.
  • Ernten Sie Beinwell, um daraus Jauche oder Mulch herzustellen. Wenn Sie seine Blätter mehrmals pro Saison schneiden, begrenzen Sie außerdem seine Ausbreitung und fördern einen neuen Austrieb.
  • Lassen Sie ihn nicht unkontrolliert überhandnehmen. Entfernen Sie unerwünschte Triebe und schneiden Sie die Blüten ab, damit er sich nicht ungewollt aussät.
Beinwell und Permakultur
Wann sollten Sie Beinwell ernten?

Wenn sich Beinwell in Ihrem Garten wohlfühlt, können Sie mindestens drei Ernten pro Jahr einplanen. Das ist für die oben genannten Anwendungen sehr nützlich, etwa als Mulch unter Pflanzen, für Jauche oder gegebenenfalls für die Küche. Schneiden Sie die jungen Blätter vor der Blüte, wenn sie besonders nährstoffreich sind und mehr Stickstoff enthalten. Die Erntezeit reicht von Mai bis September. Schneiden Sie einen Horst dicht über dem Boden ab, um alle Blätter, Stängel und Blüten zu entfernen. Beinwell treibt anschließend wieder aus. Nach einigen Wochen können Sie erneut Blätter ernten.

Wenn Sie Beinwell als Blattgemüse verwenden, können Sie ihn vor allem in Suppen oder roh im Salat verarbeiten. Die Blätter haben einen ausgeprägten jodartigen Geschmack, ähnlich wie die Blüten des Borretschs.

Symphytum: Verwendung und Vorteile im Zier- und Gemüsegarten
Der üppige Blattwuchs ist der große Vorteil dieser nährstoff-, stickstoff- und kaliumreichen Pflanze

Die Pflege des Beinwells

Beinwell benötigt kaum Pflege, da er eine robuste und kräftige Staude ist. Sein dichtes Laub lässt Unkräutern wenig Raum, besonders wenn Sie den Boden zuvor gemulcht haben. Sie können verblühte Blüten abschneiden, damit der Blattwuchs noch kräftiger bleibt.
Achten Sie lediglich auf seine mögliche Ausbreitungsfreude und verhindern Sie eine unkontrollierte Selbstaussaat.

Beinwell vermehren

Sie können Beinwell durch Aussaat, Teilung oder Wurzelstecklinge vermehren.

Säen Sie den Beinwell zwischen Februar und April in einen Anzuchttopf oder in ein Anzuchtbeet. Auch die Teilung des Wurzelstocks ist eine wirksame Möglichkeit, Beinwell zu vermehren und an einen anderen Platz im Garten zu verpflanzen. Teilen Sie dazu im Frühjahr vorsichtig die Wurzeln einer ausgewachsenen Pflanze. Für Wurzelstecklinge schneiden Sie 5 bis 10 cm lange Wurzelstücke ab und pflanzen sie waagerecht in den Boden. Gießen Sie nach dem Pflanzen reichlich, damit sich die Wurzeln gut entwickeln.

Beinwell vermehren und kultivieren

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