Kein Gartenratgeber kommt ohne das Thema Kompost aus! Als Gärtner sind Sie sicherlich längst von den Vorteilen dieses natürlichen Bodenverbesserers überzeugt: Kompost lockert und strukturiert den Boden und reichert ihn zugleich mit organischer Substanz an. Außerdem ermöglicht er es, organische Küchenabfälle, Ernterückstände, Grasschnitt und Schnittgut sowie sogar den Mist unserer Tiere zu verwerten. Denken Sie außerdem daran, dass die Kompostierung organischer Abfälle ab dem 1. Januar 2024 für alle verpflichtend sein wird.
Für die Kompostierung Ihrer Abfälle gibt es verschiedene Methoden, die unterschiedlich schnell funktionieren. Sie können Ihre Abfälle kalt kompostieren, indem Sie einfach einen Haufen anlegen, der im Freien, in einem Silo oder in einem Komposter liegt und regelmäßig umgesetzt wird. Eine andere, deutlich schnellere, aber auch zeitaufwendigere und anstrengendere Methode ist die Heißkompostierung. Auch ein Wurmkomposter ist eine interessante Lösung, die sich vielleicht eher für Stadtbewohner eignet. Gleiches gilt für die Flächenkompostierung.
Eine weitere Methode ist die Kompostierung in Gräben. Sehen wir uns Schritt für Schritt an, wie Sie dabei vorgehen.
Was genau ist die Kompostierung in Gräben?
Bei dieser Kompostierungsmethode, die in englischen Gärten häufiger anzutreffen ist als in französischen Gemüsegärten, vergraben Sie Ihre Abfälle direkt im Boden des Gemüsegartens. Die Küchen- und Gartenabfälle werden unmittelbar in den Boden eingearbeitet. Es handelt sich also um eine unterirdische Kompostierung, die auch als „Kompostierung in Rinnen oder Gängen“ bezeichnet wird. Dabei findet die bakterielle Aktivität direkt im Boden des Gemüsegartens statt, und die Gemüsepflanzen lassen ihr Wurzelsystem in diesen Nährstoffvorrat wachsen.

Die Kompostierung in Gräben beruht auf einer zwei- oder dreijährigen Fruchtfolge, in deren Verlauf ein Teil des Gemüsegartens nicht genutzt wird. Deshalb eignet sich diese Methode besonders gut für größere Anbauflächen.
Die Vorteile der Kompostierung in Gräben
Beim traditionellen Kompostieren auf einem Haufen, ob kalt oder heiß, müssen Sie das Material regelmäßig mit einer Mistgabel oder einem Kompostbelüfter umsetzen. Dadurch beschleunigen Sie die Zersetzung der Abfälle. Besonders bei der Heißkompostierung sollten Sie außerdem die Temperatur regelmäßig kontrollieren und den Komposthaufen ebenso regelmäßig wässern. Schließlich müssen Sie den ausreichend zersetzten und ausgereiften Kompost im Gemüsegarten ausbringen. Dafür sind weitere Arbeiten mit der Gabel und möglicherweise zahlreiche Wege mit der Schubkarre erforderlich.

Bei der Kompostierung in Gräben entfallen all diese oft anstrengenden Arbeiten. Zuvor müssen Sie allerdings mit dem Spaten Gräben ausheben. Ein weiterer Vorteil ist die deutlich kürzere Zersetzungszeit. Je nach Bodentemperatur, Anzahl der Mikroorganismen wie Regenwürmer und anderer Bakterien, Qualität der Abfälle und ihrem Kohlenstoffgehalt kann die Zersetzung deutlich effizienter ablaufen als in einem Komposter. Dadurch geht sie auch schneller vonstatten.
Schließlich versorgt die Kompostierung in Gräben, die sich über drei Jahreszeiten erstreckt, den Boden kontinuierlich mit Nährstoffen. Die Pflanzen zehren den Boden weniger schnell aus, weil er das ganze Jahr über „gefüttert“ wird.
Die Kompostierung in Gräben Schritt für Schritt
Die Kompostierung in Gräben erfolgt über drei Jahre oder drei Jahreszeiten.
Die erste Saison
- Teilen Sie Ihren gesamten Gemüsegarten oder nur einen Teil davon in drei klar voneinander getrennte Reihen oder Streifen auf. Idealerweise sollte jeder Streifen nicht breiter als 1 m sein. 50 cm breite Streifen reichen aus. Der erste Streifen ist für den Kompostgraben vorgesehen, der zweite bleibt frei und dient als Weg, der dritte wird bepflanzt.
- Heben Sie im ersten Streifen eine Grube aus, die 50 bis 70 cm tief ist. Lagern Sie die ausgehobene Erde seitlich.
- Füllen Sie den Graben im Laufe der Wochen zu zwei Dritteln mit organischen Küchenabfällen. Sie können auch organische Abfälle aus tierischen Ausscheidungen wie Pferdemist oder Hühnermist hinzufügen. Ebenso eignen sich alle Gartenabfälle. Achten Sie dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen kohlenstoffreichen und stickstoffreichen Abfällen.
- Bedecken Sie den Graben während des Befüllens zu einem Drittel mit Erde. Gleichzeitig können Sie im dritten Streifen mit der Aussaat oder dem Pflanzen beginnen oder dort weiterarbeiten. Nur der mittlere Streifen bleibt ungenutzt. Sie können dort jedoch eine Mulchschicht ausbringen.
- Am Ende der Saison ist der Kompostgraben vollständig gefüllt und mit Erde bedeckt. Wässern Sie den Graben regelmäßig, wenn die Saison trocken ist, um die Zersetzung zu beschleunigen. Sie können den Graben zusätzlich mit einer Mulchschicht bedecken.
Die zweite Saison
In der zweiten Saison verschieben Sie die Gräben.
- Der Kompostgraben wird zum Weg, damit sich die vergrabenen organischen Abfälle vollständig zersetzen können.
- Der Streifen, der zuvor als Weg diente, wird nun für den Anbau genutzt.
- Der dritte Streifen, auf dem in der vorherigen Saison Pflanzen standen, wird zum Kompostgraben. Heben Sie dort erneut einen Graben mit denselben Maßen aus und vergraben Sie Ihre Abfälle wie in der vorherigen Saison.

Die dritte Saison
- Im ersten Kompostgraben können Sie nun Pflanzen anbauen. Sie profitieren von der vollständig zersetzten und sehr nährstoffreichen organischen Substanz.
- Die beiden anderen Streifen werden wie zuvor verschoben.
Dieses Kompostiersystem mit drei Jahreszeiten lässt sich auch über nur zwei Jahre durchführen. Lassen Sie dafür den Weg zwischen den Streifen weg. Wechseln Sie von Saison zu Saison zwischen zwei Streifen: Einer dient der Kompostierung, der andere der Aussaat und dem Pflanzen.
Die Kompostierung in einem einzigen Graben
- Heben Sie je nach Abfallmenge eine oder mehrere 30 bis 40 cm tiefe Gruben in Ihrem Gemüsegarten aus.
- Schneiden Sie die Küchenabfälle klein und zerkleinern Sie die Gartenabfälle mit dem Rasenmäher.
- Füllen Sie die Grube mit den Abfällen. Mischen Sie dabei stickstoffreiche Abfälle wie Rasenschnitt, Gemüseschalen und Ernterückstände mit kohlenstoffreichen Abfällen wie zerkleinerten Zweigen und Ästen. Füllen Sie die Grube bis zu einer Höhe von 10 cm.
- Bedecken Sie die Abfälle mit Erde und wässern Sie regelmäßig, wenn die Saison trocken ist.
- Mulchen Sie die Oberfläche der Grube, damit kein Unkraut wächst.
Nach etwa sechs Monaten können Sie direkt auf der Stelle des Kompostgrabens pflanzen.
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