Die wichtigsten Garrigue-Pflanzen

Die wichtigsten Garrigue-Pflanzen

Garrigue-Pflanzen für einen wassersparenden Duftgarten

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 13. Januar 2026  durch Gwenaëlle 8 min.

Garrigue: Duftende Sträucher und Stauden für trockene, kalkreiche Böden. Entdecken Sie unsere Auswahl und das komplette Sortiment im Onlinekatalog.

Schwierigkeit

Thymian

Welche Pflanze sollte in dieser Anthologie der Garrigue-Pflanzen an erster Stelle stehen? Sicherlich der Thymian – oder besser gesagt die Thymiane, die allein über 300 Arten umfassen, die vom Mittelmeerraum bis nach Kleinasien verbreitet sind. Aromatisch sind Thymiane die typischsten Sträucher der felsigen Garrigue-Landschaften. Wie Rosmarin (siehe unten) haben sie sich perfekt an die Hitze angepasst: Ihre sehr kleinen Blätter verringern den Wasserverlust. Sie sind an trockene, kalkhaltige Böden gebunden und wachsen entweder kriechend, flach am Boden wie der Sand-Thymian (Thymus serpyllum) oder als zwergige, sehr kompakte Pflanzen in mehr oder weniger hohen, buschigen Polstern wie Thymus cilicicus oder Thymus capitatus. Einige Hybriden duften zitronig, etwa der Zitronen-Thymian (Thymus x citriodorus), andere haben panaschiertes oder goldenes Laub. Ihre Frühlingsblüte (Mai–Juni) oder Sommerblüte ist rosa bis mauve oder weiß und besteht aus kleinen Blütenkörbchen an den Triebspitzen. Alle lassen sich zum Würzen von Gegrilltem und sommerlichen Gerichten verwenden.

♥ Unsere Favoriten: der wildeste Sand-Thymian; der Echte Thymian (Thymus vulgaris, im Süden Farigoule genannt); der Korsische Thymian (Thymus herba barona) mit nach Kreuzkümmel duftendem, stark zitronigem Laub.

Sand-Thymian der Garrigue, Thymus serpyllum

Thymus serpyllum

Palisaden-Wolfsmilch

Palisaden-Wolfsmilch: Euphorbia characias mit langer Blüte, dekorativem blaugrünem Laub und säurehaltigem Latex. Mag Sonne, Kalk und Drainage.

Zistrosen

Das sind interessante Stauden für einen Garrigue-Garten: sehr hitzebeständig, an kalkhaltige Böden angepasst und je nach Art recht winterhart. Sie wachsen wild auf den kargen Böden der Provence, etwa Cistus laurifolius. Zistrosen bilden kompakte, immergrüne Sträucher, die ab April oder Mai mindestens einen Monat lang zarte Blüten zeigen. Diese ähneln denen der Heckenrose, sind jedoch größer und zerknittert. Ihre Blüte macht ihren ganzen Reiz aus: Die Blüten öffnen sich in großer Fülle und verwelken noch am selben Abend, doch die Blütenfülle ist so üppig, dass die Zistrose zu den lang blühenden Pflanzen zählt. Die Blüten können weiß mit purpurfarbenem Fleck oder rosa bis mauvefarben sein. Die Zistrose bildet niedrige, aufrechte und buschige oder ausgebreitete Polster. Sie kann frostempfindlich sein und wird deshalb häufig in Küstengärten gepflanzt.

♥ Unsere Favoriten: Cistus pulverulentus mit sehr ausgebreiteter Wuchsform (50 cm hoch und 1 m breit) und rosa Blüte, Cistus skanbergii mit hellrosa, üppig erscheinenden Blüten, Cistus creticus, Cistus corbariensis und Cistus x florentinus, beide mit weißen Blüten.

charakteristische Pflanzen der Garrigue

Cistus pulverulentus, Cistus creticus (oben rechts) und Cistus corbariensis (unten rechts).

Lavendel

Lavendel ist eine der wichtigsten Pflanzen der Garrigue. Zwar findet man ihn in mediterranen Gärten, doch sein geringer Wasserbedarf, seine gute Frostverträglichkeit und sein hoher Sonnenbedarf machen ihn zur idealen Pflanze für magere, trockene und steinige Böden. Eigentlich sollte man von Lavendeln im Plural sprechen, denn es gibt zahlreiche Arten, darunter den am häufigsten verwendeten Echten Lavendel (Lavandula angustifolia) und seine Sorten. Am häufigsten sind violett bis lilafarbene Blüten, es gibt jedoch auch weiß blühende Sorten.
Als bienenfreundliche Pflanzen gehören Lavendel zu den Arten, die man in einem Garrigue-Garten wegen ihres besonders aromatischen und duftenden Laubs und ihrer Blüte pflanzt. Sie bilden 60 × 60 cm große, rundliche Horste, die während der Blüte attraktiv sind und mit ihrem immergrünen Laub Struktur geben.
♥ Unsere Favoriten für die Garrigue: Lavandula angustifolia, Lavandula latifolia (Großer Lavendel) mit größeren Blättern und stärker kampferartigem Duft sowie Lavandula lanata mit sehr grauem, wollig wirkendem Laub, winterhart bis -15 °C.

Stauden der Garrigue

Lavandula angustifolia, Lavandula x intermedia Dutch group (© FD Richards) und Lavandula latifolia.

Die Myrte

Echte Myrte (Myrtus communis): immergrüner Strauch für trockene, sonnige Standorte. Duftblüten, Beeren, winterhart bis -10 °C.

Italienische Strohblume oder Strohblume

Diese krautige Staude mit weltweit unzähligen Arten ist Sinnbild der südlichen Garrigue: Helichrysum, die Strohblume. In den letzten Jahren wurde sie als angenehm anzufassende und duftende Pflanze beliebt und wird oft Currygras oder Currypflanze genannt. Zu Recht: Streicht man mit den Fingern über ihre grauen Stängel, verströmen diese einen kräftigen würzigen Duft, der unverwechselbar an Curry erinnert. Am weitesten verbreitet ist Helichrysum italicum, die Italienische Strohblume. Leicht erhältlich sind auch Helichrysum angustifolium mit nadelartigen Blättern, Helichrysum stoechas, die Strohblume der Dünen, und Helichrysum orientale. Allen gemeinsam ist silbriges Laub, das durch die verringerte Blattfläche an starke Sonne und Hitze angepasst ist, sowie eine Blüte aus kleinen gelben Blüten, die Bestäuber anlocken. Nach dem Rückschnitt bilden diese Pflanzen regelmäßige, ausladende Polster von 30 bis 50 cm Höhe. Strohblumen pflanzt man an einen vollsonnigen Standort in trockenen bis steinigen, sehr durchlässigen Boden. Sie fürchten nur Staunässe, denn sie sind bis -10 bis -12 °C winterhart. Ideal für Steingärten.

♥ Unsere Favoriten: die Art und Helichrysum orientale, aber auch Helichrysum petiolare mit runderen Blättern und kriechender Wuchsform, die sich für Pflanzgefäße eignet.

duftende aromatische Garrigue-Pflanze

Links Helichrysum italicum var microphyllum. Rechts Blüten und Laub von Helichrysum italicum.

Sade-Wacholder

Mit Juniperus oxycedrus, besser bekannt als Kade-Wacholder oder Stech-Wacholder, tauchen wir sofort in die Atmosphäre der Garrigue oder Macchia ein. Er gehört übrigens zu einer der bekannten Duftlinien eines berühmten provenzalischen Parfümeurs. Diese Art des Wacholders ist an ihren kleinen, sehr spitzen, dornigen Blättern zu erkennen, die in dreizähligen Wirteln angeordnet sind. Er wächst rund um das Mittelmeer bis nach Marokko und Iran in felsigem Gelände bis auf 1.200 m Höhe. Er wächst langsam und gedeiht sowohl auf sauren Böden der Macchia als auch auf kalkhaltigen Böden der Garrigue. Ohne Pflege bildet er einen kompakten kleinen Strauch von höchstens 1 bis 2 m Höhe. Er ist bis -28 °C winterhart und trotzt sowohl großer Kälte und starken Winden als auch sengender Sonne. Sein Wasserbedarf ist gering. Von Februar bis Mai blüht er und bildet aus seinen Blüten rote Beeren, die bei Reife braun werden. Der Kade-Wacholder hat zwei Ansprüche: Sonne und einen trockenen, drainierenden Boden.
→ Schon gewusst? Das sehr harte, fäulnisresistente Kadeholz diente provenzalischen Schäfern zum Bau von Pfählen für Gehege und Weinberge.

Typische Pflanzen der Garrigue, Garrigue-Garten

Juniperus oxycedrus

Rosmarin

Wir schließen diese Liste mit dem Rosmarin ab, einem unverwechselbaren, immergrünen Strauch und unverzichtbaren Bestandteil des Trockengartens. Rosmarin stammt aus dem Mittelmeerraum, wo er wild wächst und als Weihrauchstrauch bezeichnet wird. Seine schmalen, ledrigen Blätter sind auf der Unterseite graugrün und stark aromatisch. Daher gehört er ebenso wie Thymian und Dost zu den Kräutern der Provence. In unseren Gärten benötigen diese Garrigue-Pflanzen kalkhaltigen, perfekt drainierenden Boden wie in ihrem natürlichen Lebensraum. Sie blühen mehrmals im Jahr remontierend mit typischen Lippenblüten, die bienenfreundlich und nektarreich sind. Meist leuchten sie in mehr oder weniger hellem Blau, manchmal auch in Weiß oder Rosa. Rosmarin wächst in Sonne oder Halbschatten und nimmt je nach Art unterschiedliche Wuchsformen und Höhen an: kugelig, überhängend oder aufrecht bis 1,50 m (Rosmarinus officinalis), kriechend und 30 cm hoch wie Rosmarinus officinalis ‘Prostratus’. Als holziger Strauch verhält er sich ähnlich wie Lavendel und treibt nach einem Rückschnitt ins alte Holz nicht wieder aus. Sobald er eingewachsen ist, verträgt er Temperaturen bis -12 °C/-14 °C. Diese seit der Antike genutzte Pflanze mit ihren vielfältigen Heil-, Würz- und Ziereigenschaften fürchtet weder Trockenheit noch Kälte, wenn sie in trockenen, drainierenden Boden gepflanzt wird – ein echtes Must-have für die Garrigue!

♥ Unsere Favoriten: Rosmarinus officinalis ‘Pointe du Raz’ mit seiner wunderschönen kriechenden Wuchsform für den trockenen Steingarten sowie der klassische Rosmarin, der sich für viele Standorte im Garten eignet

Rosmarin aus der Garrigue

Rosmarinus prostratus, Rosmarinus repens und Rosmarinus officinalis

Aber auch...

Für den Mittelmeerraum eignen sich Mastixstrauch und Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua), andernorts dank ihrer Winterhärte Westlicher Erdbeerbaum, Hippophae, Aphyllanthes monspeliensis, Heiden, Stechginster, Narcissus assoanus, Bupleurum fruticosum und Dorycnium hirsutum.

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Thymian