Garten für Anfänger: Pflanzen natürlich düngen?

Garten für Anfänger: Pflanzen natürlich düngen?

Die besten Alternativen zu Kunstdünger

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 19. März 2026  durch Gwenaëlle 7 min.

Unsere Pflanzen im Freiland oder Topf brauchen oft etwas Unterstützung für kräftiges Wachstum. Naturdünger, Bodenverbesserer und Pflanzenjauchen helfen ihnen beim Gedeihen ganz ohne Chemie!

Sie sind Gartenanfänger und wissen nicht, wie und wann Sie Ihre Pflanzen düngen sollten? Unsere Tipps helfen!

 

Schwierigkeit

Pflanzen richtig düngen: Grundregeln

Bevor Sie Zier- oder Gemüsepflanzen mit Nährstoffen versorgen, fassen wir einige Grundlagen zusammen … und beginnen ganz am Anfang:

  • Verstehen Sie die Rolle des Bodens : Ein lebendiger, humusreicher Boden ist die wichtigste Nahrungsquelle der Pflanzen, noch vor Dünger und anderen Jauchen. Um den Boden müssen Sie sich kümmern, bevor Sie überhaupt an das Pflanzen denken.
  • Beobachten Sie Ihre Pflanzen, denn blasses oder gelbes Laub, ein verlangsamtes Wachstum oder eine seltene Blüte sind oft Anzeichen für Nährstoffmangel. Achten Sie als Gartenanfänger daher auf die Anzeichen von Mangelerscheinungen: Eine Pflanze zeigt einen Nährstoffmangel durch mehrere Symptome.

  • Passen Sie die Nährstoffzufuhr an den Bedarf an: Nicht alle Pflanzen haben die gleichen Ansprüche. Ein nährstoffbedürftiger Gemüsegarten (Tomaten, Kürbisse …) wird anders versorgt als ein Staudenbeet, ein Rosengarten, ein Kiesgarten (der keine Nährstoffzufuhr benötigt) oder ein Topfgarten (für den sie wichtig ist)!

  • Versorgen Sie die Pflanzen zum richtigen Zeitpunkt: Nährstoffe werden im Frühjahr und Herbst ausgebracht, also in den wichtigen Wachstums- und Regenerationsphasen. Dünger mit langsamer Freisetzung bringen Sie vorzugsweise im Herbst aus, schnell wirkenden Dünger im Frühjahr, um den Neuaustrieb anzuregen. Unterscheiden Sie daher zwischen Dünger und Bodenverbesserern: Dünger wirken schnell, Bodenverbesserer nachhaltig. Bevorzugen Sie außerdem eine schrittweise Nährstoffzufuhr: Besser ist es, regelmäßig kleine Mengen auszubringen, als alles auf einmal. So vermeiden Sie Überdüngung, Mangelerscheinungen und Nährstoffverluste durch Auswaschung.

  • Bevorzugen Sie natürliche Quellen: Kompost, Mulch, organische Dünger oder Pflanzenauszüge versorgen die Pflanzen wirksam, ohne das Gleichgewicht des Bodens zu stören oder die Umwelt zu belasten. Im Folgenden gehen wir näher darauf ein.

→ Lesen Sie auch Die Rolle von Humus für die Bodenfruchtbarkeit und Dünger oder Bodenverbesserer: Wo liegt der Unterschied? Ich erkläre die natürliche Verbesserung des Bodens durch organische Bodenverbesserer ausführlicher in Wie lässt sich der Boden mit organischen Bodenverbesserern natürlich anreichern?

Dünger oder nicht für Pflanzen

Die Erde: die lebenswichtige Grundlage, auf der sich alles für die Gesundheit der Pflanzen abspielt

Nährstoffbedarf von Pflanzen

Pflanzen leben nicht nur von Liebe und Wasser … Wasser und Licht sind zwar zwei unverzichtbare Elemente für ihr Überleben, doch auch die Nährstoffe, die sie aus dem Boden aufnehmen, tragen entscheidend zu ihrem Gedeihen bei, denn dort finden sie die für ihre Entwicklung nötige Nahrung. Ähnlich wie wir Menschen, die täglich über unsere Nahrung mit Energie versorgt werden. Und manchmal wird diese Nahrung knapp oder ist aufgebraucht.

Pflanzen benötigen drei essenzielle Makronährstoffe: Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie Mikronährstoffe.

  • Stickstoff (N): Er ist essenziell für das Wachstum von Blättern und Stängeln. Er fördert die Entwicklung eines grünen, üppigen Blattwerks. Stickstoff ist in Kompost, gut verrottetem Mist, Gründüngung wie Luzerne oder Klee und bestimmten Pflanzen enthalten (siehe unten). Ein Stickstoffmangel führt häufig zu Pflanzen mit hellgrünen, kümmerlichen Blättern.
  • Phosphor (P) ist besonders wichtig für die Entwicklung der Wurzeln und die Blüte. Er hilft Pflanzen, gut anzuwachsen und Blüten sowie Früchte zu bilden. Zu den natürlichen Quellen zählen vor allem gemahlene Knochen, Kompost und bestimmte phosphathaltige Gesteine. Bei einem Mangel fällt die Blütenbildung geringer aus, außerdem steigt die Empfindlichkeit gegenüber Trockenheit.
  • Kalium (K) stärkt die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Krankheiten und verbessert die Blütenbildung sowie die Fruchtqualität. Es ist in Holzhäckselmulch, Holzasche, getrockneten Bananenschalen und natürlicherweise in bestimmten Pflanzen enthalten (siehe unten).

Mikronährstoffe werden zwar in geringeren Mengen benötigt, sind aber ebenso wichtig. Dazu gehören Elemente wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Schwefel, die Sie über Bodenverbesserer wie zermahlene Eierschalen und Dolomit zuführen können. Eisenmangel zeigt sich durch eine Gelbfärbung der Blätter.

Lesen Sie auch unseren Artikel: NPK: Definition und Anwendung.

NPK Nährstoffbedarf von Pflanzen

Die natürlicherweise im Boden enthaltenen Nährstoffe können manchmal knapp werden: Dann müssen Sie gegensteuern

Natürliche Dünger zur Hand: Kompost, Eierschalen, Kaffeesatz und Jauchen

Wenn von natürlichem Dünger die Rede ist, meint man im Gartenbau organische Dünger. Sie entstehen durch die Zersetzung organischer Stoffe wie Kompost, den Sie selbst herstellen können, oder werden als spezielle Dünger wie Hornmehl im Handel angeboten. Manche Dünger reichern direkt den Boden an, wie Beinwell, andere sind für Pflanzen besonders wertvoll und schnell verfügbar.

Hier finden Sie die einfachsten Dünger zum Kaufen oder Selbermachen:

Kompost: das schwarze Gold

Kompost ist wohl der bekannteste und wirksamste natürliche Dünger. Er verbessert die Bodenstruktur und liefert eine breite Palette essenzieller Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium sowie Mikronährstoffe wie Kalzium und Magnesium, die nach und nach freigesetzt werden und Pflanzen langfristig versorgen. Küchen- und Gartenabfälle lassen sich so zu einem nährstoffreichen Bodenverbesserer recyceln. Inzwischen ist Kompostieren sogar in der Stadt Pflicht.

Für Kompost wechseln Sie Schichten aus grünem, stickstoffreichem Material (Küchenabfälle, Rasenschnitt) und braunem, kohlenstoffreichem Material (Laub, zerkleinerte Zweige) ab. Wenden Sie den Haufen regelmäßig, um ihn zu belüften und die Zersetzung zu beschleunigen. Nach einigen Monaten erhalten Sie nährstoffreichen, gebrauchsfertigen Kompost. Mehr dazu erfahren Sie in Gärtnern für Anfänger: In 5 einfachen Schritten zum perfekten Kompost. Lesen Sie auch: Wie stellt man gute Lauberde her?

Kaffeesatz: ein Wachstumsschub für Pflanzen

Kaffeesatz ist ein oft unterschätzter, manchmal sogar verspotteter Naturdünger. Dabei ist er eine gute Quelle für Stickstoff und Mineralstoffe, die in vielen Haushalten beim Kaffeetrinken anfallen. Streuen Sie ihn um die Pflanzen, mischen Sie ihn beim Pflanzen unter die Erde oder geben Sie ihn direkt auf den Kompost. Besonders vorteilhaft ist er für säureliebende Pflanzen wie Alpenrosen, Kamelien und Heidelbeeren. Mehr dazu erfahren Sie hier: Kaffeesatz im Garten: Schatz für Pflanzen oder Mythos?

Eierschalen: Nicht mehr wegwerfen!

Zerkleinerte Eierschalen liefern langsam verfügbares Kalzium, das für stabile Pflanzen sorgt und ihnen hilft, Witterungseinflüssen und bestimmten Pathogenen zu widerstehen. Auch sie lassen sich leicht für den Garten sammeln: Zermahlen Sie die Schalen fein, bevor Sie sie um die Pflanzen streuen oder auf den Kompost geben.

Bananenschalen: reich an Kalium

Bananenschalen sind eine natürliche Kaliumquelle. Dieser Nährstoff ist für die Blüte und Fruchtbildung der Pflanzen essenziell. Schneiden Sie die Schalen in kleine Stücke und vergraben Sie sie in der Nähe der Pflanzenwurzeln. Alternativ können Sie sie trocknen, zerkleinern und unter die Erde mischen.

engrais naturel pour le jardin bio

4 natürliche Lösungen zur Pflanzenernährung!

Hühnermist: ein kraftvoller Dünger

Hühnermist ist ein sehr stickstoff-, phosphor- und kaliumreicher Naturdünger, der sich besonders bei eigener Hühnerhaltung anbietet. Er muss jedoch vorsichtig verwendet werden, da er die Pflanzenwurzeln bei direkter Anwendung verbrennen kann. Mischen Sie ihn daher mit Kompost oder lassen Sie ihn vor der Verwendung mehrere Monate kompostieren. So erhalten Sie einen ausgewogenen und kraftvollen Dünger für Ihre Pflanzen.

Auch Holzasche ist für Pflanzen wertvoll, da sie Phosphor, Kalium und Spurenelemente liefert. Achten Sie auf die richtige Dosierung (unsere Tipps finden Sie in Was tun mit Holzasche im Garten?

Brennnesseljauche: ein Wachstumskonzentrat

Brennnesseljauche ist reich an Stickstoff und ein hervorragender Wachstumsförderer für Pflanzen mit grünem Laub. Der Flüssigdünger lässt sich leicht herstellen, wenn Brennnesseln im Garten vorhanden sind. Lassen Sie 1 kg frische Brennnesseln 1 bis 2 Wochen in 10 l Wasser ziehen. Filtern Sie die Jauche und verdünnen Sie sie vor dem Gießen auf 10 %. Sie fördert das Wachstum junger Pflanzen, reichert den Boden an und stärkt Pflanzen gegen Krankheiten. Unser Tutorial erklärt die Herstellung Schritt für Schritt: Wie stellt man Brennnesseljauche her?.

Weitere Pflanzenjauchen

Brennnesseljauche ist die bekannteste und meist leicht zugänglich. Es gibt jedoch noch viele weitere natürliche und ebenso wirksame Jauchen.

Neben ihrer oft abschreckenden, insektiziden und pilzhemmenden Wirkung empfehlen wir besonders die folgenden Jauchen wegen ihrer wachstumsfördernden und düngenden Eigenschaften, sofern Ihnen das Pflanzenmaterial im Garten zur Verfügung steht:

  • Beinwelljauche: der Star unter den Pflanzenjauchen! Sie reichert den Boden an und fördert gleichzeitig das Pflanzenwachstum. Reich an Kalium, Kalzium, Bor, Phosphor und Allantoin, ist sie ideal für Blüte und Fruchtbildung von Fruchtgemüse im Nutzgarten (Aubergine, Tomate …) sowie von allen Blütenpflanzen.
  • Farnjauche: Sie ist reich an Mineralstoffen, Stickstoff, Phosphor, Kalium, Kieselsäure und Kalzium. Dieser umfassende Dünger fördert Wachstum und Wurzelbildung aller Pflanzen.
  • Schachtelhalmjauche: Reich an Kieselsäure, stärkt sie den natürlichen Pflanzenschutz und fördert das Wachstum von Blütenpflanzen und Obstbäumen. Ihr Phosphorgehalt regt die Wurzelbildung an.
  • Kohljauche: Reich an Stickstoff und Spurenelementen, düngt sie alle Pflanzen und verbessert ihr Wachstum sowie den Boden!
  • Tomatenjauche: Sie stärkt die natürlichen Abwehrkräfte der Pflanzen und eignet sich ideal für Tomaten, Auberginen, Kohl und Kürbis.
  • Jauche aus Balsamkraut: Als Insektenschutz schützt sie Pflanzen vor Blattläusen und anderen Insekten. Ideal für Gemüse und Kräuter.
  • *Kuhblumenjauche: Sie fördert das Wachstum und stärkt junge Pflanzen und Gemüse im Nutzgarten. Außerdem unterstützt sie die Blüte und Fruchtbildung von Tomaten.
  • Holunderblätterjauche: Reich an Stickstoff, fördert sie die Blattbildung und damit Blattgemüse im Nutzgarten.
  • Bananenschalenjauche: Reich an Kalium, fördert sie Blüte und Fruchtbildung bei Rosen, Blütenpflanzen und Gemüse (Tomate, Paprika …). Sie ist auch bei Kaliummangel nützlich (Vergilben oder Braunwerden und Einrollen der Blattränder). Frische Bananenschalen lassen sich meist einfacher verwenden – siehe oben.

Alle Rezepte für Pflanzenjauchen und Pflanzensude finden Sie in unserem Themenbereich Pflanzenjauchen, Sude und Mazerationen! Lesen Sie auch: Pflanzenjauchen im Garten: Wann anwenden, wie dosieren und ausbringen?; Pflanzen für Jauchen und Sude: kräftigere Kulturen; Wie gelingt Rhabarbersud?

 

fertiliser naturellement ses plantes

Beinwell-, Brennnessel-, Kohl- und Farnjauche versorgen Pflanzen besonders gut mit Nährstoffen

Gartentipps für nährstoffreichen Boden

Neben der Nährstoffzufuhr durch Bodenverbesserer und Dünger sowie der Gründüngung zum Einarbeiten in den Boden gibt es drei wichtige Maßnahmen, die nicht vergessen werden sollten, da sie den Wachstumsschub für Pflanzen verstärken.

1 – Mulchen bedeutet, den Boden mit organischem Material wie unbehandeltem Stroh, Laub aus dem Garten oder Kompost zu bedecken. Die Mulchschicht schützt den Boden, indem sie Feuchtigkeit hält, Verschlämmung verhindert und das Wachstum von Unkraut mindert. Beim Verrotten reichert sie den Boden zudem mit Nährstoffen an.

2 – Fruchtfolge: Ein jährlicher Kulturwechsel verhindert die Bodenerschöpfung und senkt das Krankheitsrisiko. Pflanzen Sie nach Starkzehrern wie Tomaten zum Beispiel Leguminosen, die Stickstoff im Boden binden.

3 – Mischkultur: Manche Pflanzen ergänzen sich und fördern gegenseitig ihr Wachstum. Möhren und Zwiebeln halten ihre Parasiten gegenseitig fern, während Bohnen den Boden mit Stickstoff anreichern, der benachbarten Pflanzen zugutekommt. Lesen Sie dazu Pascales Tipps in Begleitpflanzen im Gemüsegarten.

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.

Brennnesseljauche