Krankheiten und Parasiten am Kirschbaum
Vorbeugen und natürlich bekämpfen
Inhaltsverzeichnis
Der Kirschbaum braucht wenig Pflege, ist aber durch Krankheiten und Schädlinge bedroht.
→ Kirschkrankheiten und Schädlinge im Überblick.
Kirschbaumkrankheiten
Monilia-Krankheit
Symptome: Diese vorwiegend im Frühjahr auftretende Krankheit wird durch einen Pilz verursacht (Monilia fructigena oder Monilia laxa). Auf der Kirsche erscheint ein kleiner brauner Fleck. Der Fleck breitet sich aus und bedeckt schließlich die gesamte Frucht, die welkt und austrocknet. Auch die Blüten und Triebspitzen können vertrocknen. Der Befall tritt besonders häufig auf, wenn es während der Blüte regnet.
Behandlung: Vorbeugend sollten kranke Früchte entfernt und auch gesunde Früchte ausgedünnt werden, damit sie sich nicht zu stark berühren. Zur Behandlung kann im Herbst ein Schachtelhalm-Sud mit etwas Natron angewendet werden.
→ Eva erklärt Ihnen alles in ihrem Artikel über die Monilia-Krankheit bei Obstbäumen.

Monilia-Krankheit
Botrytis oder Grauschimmel
Symptome: Diese Pilzkrankheit wird durch den Pilz Botrytis cinerea verursacht und tritt in feuchten Frühjahren auf. Die Blütenknospen vertrocknen und fallen ab, bevor sie Früchte bilden. Die Früchte hingegen überziehen sich mit grauen Haaren (daher der Name „Grauschimmel“) und verfaulen.
Behandlung: Vorbeugend kann ein Schachtelhalm-Sud angewendet werden. Zur Behandlung neigen Botrytis-Stämme dazu, gegen herkömmliche Fungizide resistent zu werden. Bordeauxbrühe bleibt dennoch wirksam (achten Sie jedoch darauf, sie nicht übermäßig einzusetzen, da ein Kupferüberschuss dem Bodenleben schadet).
→ Mehr über Botrytis erfahren Sie im Artikel Botrytis oder Grauschimmel: Vorbeugung und Behandlung.
Anthraknose des Kirschbaums
Symptome: Anthraknose wird durch den Pilz Blumeriella hiemalis verursacht. Auf der Oberseite der Blätter erscheinen rotviolette Flecken. Die Blätter vergilben und fallen anschließend ab, wodurch der Baum geschwächt wird.
Behandlung: Vorbeugend kann ein Schachtelhalm-Sud angewendet werden. Zur Behandlung hilft Bordeauxbrühe.

Anthraknose
Cylindrosporiose
Symptome: Cylindrosporiose ist eine Pilzkrankheit, verursacht durch einen Pilz der Gattung Cylindrosporium. Auf den Früchten erscheinen braun-cremefarbene Flecken, die schließlich austrocknen. Die Krankheit tritt am Baum auf, wenn Herbst und Frühjahr sehr feucht waren.
Behandlung: Zur Behandlung wird Schachtelhalmjauche angewendet.
→ Wie stellt man Schachtelhalmjauche selbst her?
Bakterieller Rindenkrebs oder Gummifluss
Symptome: Die Krankheit wird durch ein Pseudomonas sp. (Bakterium) verursacht. Die Knospen bleiben klein und werden schwarz. Die Blätter kräuseln sich, vergilben und fallen anschließend ab. An den Zweigen entwickeln sich Nekrosen, aus denen „Gummi“ austritt. Befallene Pflanzenteile können rasch absterben.
Behandlung: Vorbeugend sollten Sie vor allem die Ansprüche des Kirschbaums beachten (siehe letzten Punkt) und den Kirschbaum sowie andere Prunus-Arten im Herbst und bei feuchter Witterung nicht schneiden.
→ Bakterieller Rindenkrebs befällt zahlreiche Obstbäume. Befolgen Sie Evas Tipps, um dies zu vermeiden!

Gummifluss
Lesen Sie auch
Kirschbaum: Pflanzung, Rückschnitt und PflegeParasiten und Schädlinge am Kirschbaum
Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi)
Symptome: Die nur 5 mm kleinen Fliegen legen ihre Eier in noch grüne Kirschen. Die Larve frisst sich durch die Frucht, die dadurch unbrauchbar wird. Die Kirsche fällt vom Baum, ebenso die Larven. Sie überwintern im Boden und schlüpfen im Frühjahr.
Behandlung: Vorbeugend kann etwas grüner Ton gespritzt werden, solange die Kirschen noch klein und grün sind. Gelbtafeln sind ebenfalls wirksam. Sie werden nach der Blüte aufgehängt, damit keine Nützlinge gefangen werden. Sammeln Sie befallene Früchte auf, bevor die Larven im Boden überwintern können. Neue Pheromonfallen wirken sehr gut, da sie die männlichen Tiere fangen, die sich dann nicht mehr fortpflanzen können.

Kirschfruchtfliege
Mehr erfahren: Kirschfruchtfliege: Vorbeugung und Bekämpfung
Schwarze Kirschenlaus (Myzus cerasi)
Symptome: Im Frühjahr zeigen sich Blattkräuselungen und verformte junge Triebe.
Behandlung: Vorbeugend sollten Sie auf den Rückschnitt des Kirschbaums verzichten und sparsam düngen, da Stickstoff die Ausbreitung von Blattläusen begünstigt. Zur Bekämpfung genügt ein Mittel auf Basis von Schwarzer Seife. Noch besser ist es, Nützlinge wie Marienkäfer zu fördern. Im Handel sind inzwischen Marienkäferlarven und Florfliegenlarven erhältlich, die Blattläuse fressen.

Schwarze Blattläuse
Schildläuse
Symptome: Auf den Blättern bildet sich ein weißer Belag, der für den Baum ungefährlich ist.
Behandlung: Eine Spritzung mit verdünnter Schwarzer Seife auf die Blätter beseitigt die Schildläuse.
Weidenbohrer (Cossus cossus)
Symptome: Der Weidenbohrer ist ein holzfressender Nachtfalter. Die Raupe bohrt Gänge in Zweige und Stamm und frisst Holz, wodurch der Baum geschwächt wird.
Behandlung: Eine wirklich wirksame Bekämpfung gibt es nicht. Fördern Sie die natürlichen Feinde, insbesondere Meisen, die auch Frostspannerraupen fressen, indem Sie einen naturnahen, biodiversen Garten schaffen. Im Handel sind auch Pheromonfallen erhältlich, die die männlichen Tiere vor der Paarung fangen.

Weidenbohrer (Cossus cossus)
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Krankheiten und Parasiten vorbeugen
Um das Auftreten von Krankheiten und sogar Schädlingen weitgehend zu verhindern, sollten Sie Ihrem Kirschbaum bestmögliche Kulturbedingungen bieten.
- Einen tiefgründigen, frischen und vor allem gut durchlässigen Boden. Der Kirschbaum verträgt keine zu lehmigen, schweren und staunassen Böden. Wenn es bei Ihnen viel regnet, pflanzen Sie den Kirschbaum am besten auf einen Hügel, damit das Wasser schnell abfließen kann;
- Einen sonnigen Standort;
- Einen gut belüfteten Standort und eine luftige Verzweigung: Lassen Sie dem Baum ausreichend Platz, damit er sich gut entwickeln kann. Außerdem können Sie alle 3–4 Jahre im Spätsommer einige ungünstig stehende oder zur Mitte der Verzweigung wachsende Zweige entfernen. Ansonsten sollten Sie möglichst auf einen Rückschnitt verzichten, da dadurch Eintrittspforten für Krankheiten entstehen;
- Einen windgeschützten Standort, um mögliche Verletzungen durch Astbruch zu vermeiden sowie Schutz vor Kälte in Regionen mit strengen Wintern.
→ Lesen Sie Kirschbaum: Pflanzung, Rückschnitt und Pflege, um mehr über Kirschbäume zu erfahren.
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