Schwarze Johannisbeere: ideale Sorte wählen

Schwarze Johannisbeere: ideale Sorte wählen

Beste Schwarze Johannisbeere nach Ihren Kriterien

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 12. Januar 2026  durch Pascale 6 min.

Der Schwarze Johannisbeerstrauch (Ribes nigrum) gehört zum Beerenobst und ist eng mit Johannisbeere und Stachelbeere verwandt. Er wird wegen seiner kleinen, tiefschwarzen, säuerlich-herben Beeren angebaut. Die sehr vitamin-, eisen- und kalziumreichen Beeren enthalten außerdem Anthocyane, die gut für die Augen sind. Sie werden vor allem für Marmeladen und Gelees, Säfte und Coulis, Eis, Sirup und Likör verwendet oder in Desserts und Wildgerichte gegeben.

Der Schwarze Johannisbeerstrauch bildet einen sommergrünen, kräftigen, buschigen Strauch von 1,20 bis 2 m Höhe. Die grünliche Blüte im Frühjahr bleibt meist unbemerkt. Deshalb wird der wenig dekorative Strauch häufig als Hecke rund um den Gemüsegarten gepflanzt, zusammen mit Johannisbeeren und Himbeeren. Er wächst in jedem Boden, benötigt für die Fruchtbildung jedoch winterliche Kälte. Daher kann er bis in 1.500 m Höhe gepflanzt werden. Trockenheit verträgt er dagegen schlecht. In südlichen Regionen sollte er deshalb im Halbschatten stehen.

Wenn Sie einen Schwarzen Johannisbeerstrauch in Ihrem Garten oder Gemüsegarten pflanzen möchten, hilft Ihnen unser Kaufratgeber bei der Auswahl nach Kriterien wie Fruchtgeschmack, Ertrag, Krankheitsresistenz und Besonderheit der Sorte.

Mehr erfahren: Schwarze Johannisbeere: pflanzen, schneiden und pflegen

Schwierigkeit

Nach Fruchtgeschmack

Als Verwandter der Johannisbeere bildet die Schwarze Johannisbeere eine unscheinbare, grünlich-weiße Blüte, aus der schwarze Früchte mit säuerlichem, wenig süßem und leicht herben Geschmack entstehen. Diese besondere Note macht Schwarze Johannisbeeren nicht zum idealen Frischobst. Nur zusammen mit Himbeeren und Erdbeeren lässt sich die Säure der Beeren ausgleichen. Gekocht sind Schwarze Johannisbeeren dagegen köstlich – als Marmelade, Gelee, Saft, Sirup oder Likör …

Allerdings unterscheidet sich der Geschmack je nach Sorte deutlich. Einige Sorten zeichnen sich durch einen überdurchschnittlich hohen Zuckergehalt aus. Dazu gehört zunächst die aus Großbritannien stammende Sorte ‘Wellington’, die schöne Trauben mit mittelgroßen Beeren hervorbringt. Ihre Haut ist relativ fest, das Fruchtfleisch jedoch angenehm süß. Die Sorte ‘Andega’, eine Kreuzung der beliebten Sorten ‘Noir de Bourgogne’ und ‘Öjebyn’, bildet zahlreiche Trauben mit prallen, mittelgroßen, recht festen und säuerlichen, aber sehr aromatischen Früchten. Dadurch haben sie einen ausgezeichneten Geschmack. Bemerkenswert ist, dass Blätter und Knospen dieser Sorte ebenso aromatisch sind wie die Früchte.

Die Sorte ‘Neva’ trägt schöne Trauben mit großen, tiefschwarzen Früchten, die bei voller Reife leicht säuerlich und sehr aromatisch schmecken. Die Beeren der Sorte ‘Géant de Boskoop’, die 1887 im niederländischen Boskoop gezüchtet wurde, sind recht groß, haben eine dünne Haut, sind sehr zart, leicht säuerlich und bei vollständiger Reife besonders aromatisch.

cassissier noir de bourgogne saveur fruits

Die Sorte ‘Noir de Bourgogne’ ist ein guter Kompromiss zwischen Geschmack und Ertrag

Diese Auswahl wäre unvollständig, ohne die beliebte Sorte ‘Noir de Bourgogne’, zu erwähnen, die geschmacklich und aromatisch wohl als beste Sorte gilt. Die für die Verarbeitung häufig verwendete Schwarze Johannisbeere trägt kleine bis mittelgroße, feste und eher säuerliche Beeren mit einem intensiven Aroma. Sie ist zweifellos die traditionellste Sorte, die in der Region um Dijon angebaut wird. Für Crème de Cassis, den Likör für den Kir, ist sie unverzichtbar.

Je nach Produktivität

Viele Gärtner wählen ihren Schwarzen Johannisbeerstrauch ausschließlich nach dem Ertrag aus. Dabei zeichnen sich mehrere Sorten aus. So ist ‘Ben Nevis’ sehr ertragreich und bildet große Trauben mit schwarzen, wenig säuerlichen Beeren. Dieser kräftige Schwarze Johannisbeerstrauch liefert hohe Erträge und ist leicht zu kultivieren, daher ideal für Anfänger. Die bereits wegen ihres Geschmacks erwähnte INRA-Züchtung ‘Andega’ erweist sich ebenfalls als sehr ertragreich. Sie bildet einen sehr kräftigen Strauch mit halb aufrechter, halb ausladender Wuchsform und bietet einen ausgezeichneten Kompromiss zwischen Geschmack und Ertrag.

Ertrag des Schwarzen Johannisbeerstrauchs

Die Sorte ‘Andega’ ist für ihren ausgezeichneten Ertrag bekannt

Ein weiterer Schwarzer Johannisbeerstrauch gilt als besonders ertragreich: die Sorte ‘Blackdown’, eine Kreuzung aus ‘Baldwin’ und ‘Brödtorp’. Es handelt sich um eine späte Sorte mit regelmäßigem Ertrag und mittlerer Wuchsstärke, die einen buschigen Strauch bildet. Sie trägt feste, schwarzviolette Beeren mittlerer Größe an zahlreichen kurzen Trauben. Dank ihrer milden, süßen Früchte sind sie von ausgezeichneter Qualität.

Die jüngere Sorte ‘Titania’ ist schließlich ebenfalls sehr ertragreich. Ihre wenig säuerlichen Beeren sind jedoch geschmacklich eher schwach.

Nach ihrer Krankheitsresistenz

Die Schwarze Johannisbeere ist relativ einfach zu kultivieren. Sie kann jedoch anfällig für bestimmte Krankheiten sein, insbesondere für Mehltau und Anthraknose, zwei Pilzkrankheiten. So gilt die Sorte ‘Géant de Boskoop’ als besonders krankheitsanfällig und sollte in niederschlagsreichen Regionen vermieden werden. Sorten wie ‘Troll’ werden zudem von der Johannisbeergallmilbe befallen, einer Milbe, die die Knospen unnatürlich anschwellen lässt und Viren übertragen kann. Dieser ertragreiche Schwarze Johannisbeerstrauch trägt große Beeren mit schmackhaftem, süß-säuerlichem Fruchtfleisch.

Andere Sorten werden dagegen wegen ihrer hohen Widerstandsfähigkeit gegen diese Pilzkrankheiten ausgewählt: ‘Perles d’Auvergne’, eine neuere, von Delbard gezüchtete Sorte, wurde aufgrund ihrer hohen Krankheitsresistenz und des guten Fruchtgeschmacks ausgewählt. ‘Robusta’, eine weitere Delbard-Züchtung mit großen, säuerlichen, süßen und aromatischen Beeren, ist widerstandsfähig gegen Mehltau. ‘Wellington’, eine frühe und kräftige Sorte, ist ebenfalls für ihre ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegen die Krankheit bekannt. Ebenso ‘Titiana’, die schöne Trauben mit wenig Säure hervorbringt. ‘Andega’ erweist sich als mehltauresistent, ‘Blackdown’ als rostresistent.

Krankheitsresistenz der Schwarzen Johannisbeere

Die Sorte ‘Perles d’Auvergne’ ist besonders krankheitsresistent

 

Nach Art der Düngung

Dank der Sortenzüchtung sind die meisten Schwarzen Johannisbeeren selbstfruchtbar, das heißt, eine einzelne Pflanze kann Früchte tragen. Dennoch fällt der Fruchtansatz mit mindestens zwei kompatiblen Sorten in unmittelbarer Nähe dank Fremdbestäubung besser aus.

Andere, oft alte Sorten sind selbststeril. Werden sie nicht in der Nähe einer kompatiblen Sorte gepflanzt, tragen sie keine Früchte. Dies gilt etwa für ‘Noir de Bourgogne’. Wenn Sie sie wegen ihrer sehr aromatischen Beeren in Ihrem Garten pflanzen möchten, müssen Sie ihr eine spätblühende Bestäubersorte zur Seite stellen: entweder ‘Géant de Boskoop’ oder ‘Andega’, zwei ausgezeichnete Bestäuber.

‘Merveille de Gironde’ mit großen, saftigen schwarzen Früchten und mildem, fein aromatischem Geschmack ist ebenfalls selbststeril. Sie muss in der Nähe von Sorten wie ‘Noir de Bourgogne’, ‘Andega’ oder ‘Blackdown’ angebaut werden.

Je nach Erntezeit

Die Schwarze Johannisbeere trägt meist von Juni bis August, wobei manche Sorten früher oder später reifen. Durch die Wahl verschiedener Sorten lässt sich die Ernte staffeln, sodass fast 3 Monate lang Schwarze Johannisbeeren verfügbar sind.

Reife und Ernte der Schwarzen Johannisbeere

Mit ‘Géant de Boskoop‘, ‘Ojebyn’ und ‘Blackdown’ können Sie fast 3 Monate lang Früchte ernten

Zu den frühesten Sorten gehört ‘Géant de Boskoop’, die bereits Ende Juni oder in der ersten Juliwoche trägt. ‘Noir de Bourgogne’ liefert etwa zur gleichen Zeit Früchte. Das ist auch einer der Gründe, warum sich beide Sorten gegenseitig bestäuben. Zu den frühen Sorten zählt außerdem ‘Troll’, eine Züchtung des INRA, mit besonders hohem Ertrag und großen, farbintensiven Beeren. Da sie nur wenig Winterkälte benötigt, eignet sie sich besonders für Regionen mit mildem Klima. Ihre biegsamen Zweige neigen sich jedoch unter dem Gewicht der Früchte, was deren Qualität beeinträchtigt.

Sorten der mittleren Reifezeit tragen Mitte Juli. ‘Wellington’ eignet sich besonders für mildes Klima und gehört zu dieser Gruppe. Ebenso ‘Andega’. Ojebyn’, eine alte Sorte schwedischer Herkunft, bringt Mitte Juli eine Fülle saftiger, fein süß-säuerlicher Beeren hervor. Sie ist äußerst winterhart.

Bei den späten Sorten, die Ende Juli ihre Früchte liefern, ist schließlich ‘Blackdown’, hervorzuheben, die spät blüht.

Je nach Größe

Auch auf Balkon oder Terrasse: Schwarze Johannisbeere ‘Little Black Sugar’ im Topf. Kompakt, süße Früchte ab Ende Juni.

Zum Schluss: ausgewählte Sorten mit Pfiff

Wenn Sie das Besondere suchen, sind diese drei in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlichen Sorten eine gute Wahl:

  • ‘Green Life’ trägt Früchte, die trotz Reife grün bleiben. Die Beeren sind mittelgroß und haben ein durchscheinendes Fruchtfleisch. Die mittelfrühe Sorte trägt ab Mitte Juli
  • ‘Jostaberry’ ist eine Hybridbeere aus Schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere. Sie trägt im Juli große, säuerliche schwarze Früchte. Der Strauch ist sehr winterhart, krankheitsresistent und anspruchslos
  • ‘Black’n Red Première’ ist eine sehr dekorative Schwarze Johannisbeere. Ihr purpurrotes Laub wird im Herbst zunehmend dunkler. Die Früchte sind groß, saftig, süß und aromatisch

    Besonderheiten der Schwarzen Johannisbeere

    ‘Green Life’, ‘Jostaberry’ und ‘Black’n Red Première’ sind besonders überraschende Sorten

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