Kennen Sie ein originelleres und köstlicheres Dessert als eine Rhabarbertarte mit Baiser? Auf den Märkten ist es jedoch nicht immer einfach, Stiele von Rhabarber (Rheum rhabarbarum) zu finden. Die beste Lösung besteht daher darin, diese großzügige und imposante Staude im eigenen Garten zu pflanzen. Sie ist zugleich dekorativ und ertragreich und ermöglicht über zehn Jahre lang Ernten. Voraussetzung ist, dass Sie sie unter guten Anbaubedingungen pflanzen.

Entdecken Sie die einzelnen Schritte zum Pflanzen von Rhabarber, damit Sie langfristig ernten können.

Warum sollten Sie Rhabarber im Garten pflanzen?

Rhabarber ist zunächst ein schönes Gemüse, dessen gekochte Blattstiele einen säuerlichen Geschmack haben. Mit seinen großen, gekräuselten Blättern ist er aber auch sehr dekorativ.

Zur Erinnerung: Rhabarber ist eine Staude, die 10 bis 15 Jahre am selben Standort bleibt. Außerdem braucht er ziemlich viel Platz! Deshalb sollten Sie bei der Pflanzung sorgfältig über den Standort nachdenken. Rhabarber ist bis -20 °C sehr winterhart. Zudem ist er unkompliziert und benötigt nur wenig Pflege.

Beachten Sie, dass nur die Blattstiele essbar sind. Die Blätter sind wegen ihres hohen Oxalsäuregehalts giftig. Verzehren Sie sie niemals, sondern verwenden Sie sie als Mulch oder zur Herstellung einer Brühe mit insektizider Wirkung!

Rhabarberstiele

Welchen Rhabarber sollten Sie wählen?

Nicht jeder Rhabarber sieht gleich aus. Einige Sorten sind röter, andere ertragreicher. Hier finden Sie die beliebtesten Sorten:

  • Victoria’: starkwachsende, sehr ertragreiche Sorte mit grünen und roten Stielen.
  • Valentine’: späte Sorte mit tiefroten, mild schmeckenden Stielen, die sich ideal für Tarten eignen.
  • Frambozen Rood’: Sorte mit kräftig roten Stielen und einem angenehmen Himbeeraroma.
  • Goliath’: Sorte für große Gärten, die schnell wächst und sehr lange Stiele hervorbringt.
  • Paragon rouge’: Sorte mit zarten, fleischigen, roten Blattstielen.

Wann sollten Sie Rhabarber pflanzen?

Rhabarber pflanzen Sie idealerweise im Herbst, zwischen Oktober und November. Der Boden ist dann noch warm, und die Herbstniederschläge sind reichlich. So kann die Pflanze noch Wurzeln bilden.

Sie können Rhabarber aber auch im Frühjahr zwischen März und April pflanzen, kurz bevor das Wachstum beginnt.

Wo sollten Sie Rhabarber pflanzen?

Rhabarber ist eine imposante und nährstoffbedürftige Pflanze. Deshalb braucht er ausreichend Platz und Nährstoffe.

  • In den nördlichen Regionen bevorzugt er einen vollsonnigen Standort. Im Süden gedeiht er besser im Halbschatten, damit seine großen Blätter nicht verbrennen.
  • Planen Sie mindestens 1 Meter Abstand rund um jede Pflanze ein. Rhabarber breitet sich stark aus.
  • Der Boden muss tiefgründig, reich an organischer Substanz und vor allem gut durchlässig sein. Rhabarber verträgt im Winter keine Staunässe, da sonst sein Kranz faulen kann.

Wie bereiten Sie den Boden für Rhabarber vor?

Da die Pflanze lange am selben Standort bleibt, ist die Vorbereitung des Pflanzlochs besonders wichtig:

  • Heben Sie ein etwa 50 cm tiefes und 50 cm breites Pflanzloch aus.
  • Mischen Sie den ausgehobenen Boden mit zwei großzügigen Schaufeln Kompost oder gut verrottetem Mist.
  • Wenn Ihr Boden lehmig und schwer ist, legen Sie eine Kiesschicht oder eine Schicht aus Blähton auf den Grund des Pflanzlochs. So kann das Wasser besser abfließen.
Rhabarberpflanzen im Garten

Schritt für Schritt pflanzen

Rhabarber wird meist als Wurzelstockteilung gepflanzt. Dabei handelt es sich um ein Wurzelstück mit mindestens einer sichtbaren Knospe.

  • Den Wurzelstock vorbereiten: Wenn Sie eine Pflanze im Topf kaufen, nehmen Sie sie vorsichtig heraus. Bei einem Wurzelstockstück achten Sie darauf, dass die Wurzel fest und gesund ist.
  • Pflanzen: Setzen Sie die Pflanze in die Mitte des Pflanzlochs. Die Knospe sollte etwa 2 bis 3 cm unter der Bodenoberfläche liegen.
  • Das Pflanzloch auffüllen: Füllen Sie es mit Ihrer Boden-Kompost-Mischung auf und drücken Sie diese leicht mit den Händen an. Treten Sie den Boden nicht mit dem Fuß fest, damit die empfindlichen Wurzeln nicht beschädigt werden.
  • Gießen: Gießen Sie reichlich, auch wenn es regnet. So entfernen Sie Lufteinschlüsse rund um die Wurzeln.

Welche Pflege benötigt Rhabarber nach der Pflanzung?

  • Das Gießen: Rhabarber besitzt große Blätter, die viel Wasser verdunsten. Gießen Sie im ersten Jahr regelmäßig, damit der Boden frisch bleibt. Sobald die Pflanze gut eingewachsen ist, verträgt sie Trockenheit besser. Eine durstige Pflanze bildet jedoch faserige Stiele.
  • Das Mulchen: Bringen Sie rund um die Pflanze eine dicke Mulchschicht aus Stroh, trockenem Rasenschnitt oder Laub aus. So halten Sie die Feuchtigkeit im Boden und hemmen den Wuchs von Unkraut.
  • Die Düngung: Bringen Sie jeden Herbst oder jedes Frühjahr eine neue Kompostschicht rund um die Pflanze auf dem Boden aus. So versorgen Sie sie für die nächste Saison mit Nährstoffen.
  • Die Entfernung der Blüten: Im Sommer kann Rhabarber einen großen Blütenstand bilden. Schneiden Sie ihn gleich nach seinem Erscheinen ab, damit er die Pflanze nicht auf Kosten der Stielbildung schwächt.
  • Die Teilung: Nach 5 bis 6 Jahren können die Stiele dünn werden. Sie können Rhabarber im Winter teilen. Graben Sie dazu den Wurzelstock aus und zerteilen Sie ihn in mehrere Stücke. Achten Sie darauf, dass jedes Teilstück mindestens eine kräftige Knospe besitzt.
Die Rhabarberblüte
Im Sommer kann Rhabarber einen großen Blütenstand bilden, den Sie gleich nach seinem Erscheinen abschneiden sollten.

Wann können Sie ernten?

Im ersten Jahr sollten Sie nichts ernten, damit sich die Wurzeln und das Laub entwickeln können. Im zweiten Jahr dürfen Sie zwei bis drei Stiele pro Pflanze ernten, aber nicht mehr! Im dritten Jahr kann die Ernte umfangreicher ausfallen.

Verwenden Sie für die Ernte kein Messer. Fassen Sie den Stiel stattdessen und lösen Sie ihn mit einer seitlichen Drehbewegung von der Basis.