Knollenziest: säen, kultivieren und ernten
Inhaltsverzeichnis
Knollenziest in Kürze
- Knollenziest ist eine Staude, die einjährig kultiviert wird und cremeweiße, verdickte, geringelte und skurril gewundene Knollen bildet
- Das Fleisch dieser knolligen Rhizome erinnert an Artischocke und Schwarzwurzel
- Er bildet einen Horst aus gezähnten, gewellten, ovalen Blättern. Die Blüte ist selten
- Das Gemüse braucht leichte, möglichst sandige, gut durchlüftete und trockene Erde
- Knollenziest wird ab November und den ganzen Winter über geerntet.
Wort unserer Expertin
Knollenziest (Stachys affinis): Feines Gemüse mit Artischocken- und Topinambur-Aroma. Ab April pflanzen, ab November bis Winter ernten. Fettfrei.
Beschreibung und Botanik
Steckbrief
- Lateinischer Name Stachys affinis syn. tuberosa
- Gebräuchlicher Name Knollenziest, knolliger Ziest, Japanischer Ziest, Chinesische Artischocke
- Blüte Juli–August
- Height 30 bis 60 cm
- Exposition Sonne oder Halbschatten
- Art des Bodens Leicht, luftig, fruchtbar, durchlässig und frisch
- Winterhärte Bis -15 °C
Der Knollenziest (Stachys affinis syn. tuberosa), auch Japanischer Ziest oder Knolliger Ziest genannt, ist ein Wurzelgemüse aus der Familie der Lippenblütler, die wie Minze, Lavendel und Katzenminze durch vierkantige Stängel und endständige Blütenähren gekennzeichnet sind.

Botanische Tafel
Es handelt sich um eine mehrjährige Gemüsepflanze, die in unseren Breiten einjährig kultiviert wird und ausläuferbildende Rhizomwurzeln besitzt. Die aus Asien, vor allem aus China, stammende und in Japan kultivierte krautige Pflanze wurde 1880 nach Europa eingeführt und anschließend von botanisch bewanderten Gärtnern in Crosne kultiviert, einer heute im Département Essonne südöstlich von Paris gelegenen Stadt. 1882 war Nisolas-Auguste Paillieux der Erste, der dieses Gemüse in französischen Gemüsegärten verbreitete. Schon bald war es bei Gemüsebauern und an den Ständen der Vier-Jahreszeiten-Händler zu erschwinglichen Preisen erhältlich.
Der Begriff „stachys“ stammt aus dem Griechischen „stachus“ und bedeutet „Ähre“, während „affinis“ vom lateinischen „adfinis“ abgeleitet ist, was „nah, ähnlich“ bedeutet. Der Knollenziest wird auch unter dem lateinischen Namen stachys tuberosa geführt, wobei tuberosa an die Form seiner zylindrischen Knollenketten erinnert.
Der Knollenziest bildet knollige Wurzeln aus, die aus knotigen Ketten feiner, geringelter und fleischiger Knollen bestehen. Diese 5 bis 7 cm langen Knollen sind von einer besonders dünnen, cremeweißen Schale bedeckt. Knollenziest besitzt ein sehr feines Aroma zwischen Artischocke und Schwarzwurzel, leicht verfeinert durch einen Geschmack nach gerösteter Haselnuss und Topinambur. Er wird gekocht verzehrt.
Diese schnell wachsende krautige Pflanze bildet eine 30 bis 60 cm hohe, relativ dichte und kompakte Horstform mit ausladendem Wuchs. Daher neigt sie zum Auseinanderfallen. Zudem ist sie in alle Richtungen verzweigt und besitzt vierkantige Stängel mit sommergrünen, entgegengesetzt angeordneten, ovalen und lang gestielten Blättern. Die leicht gekräuselten und am Rand gekerbten Blätter sind graugrün. Sie sind rau und 5 bis 10 cm lang sowie 2,5 cm breit.
Die Blüte ist in Frankreich nur sehr selten zu beobachten. Sie erscheint im Hochsommer, zwischen Juli und August. Die zweilippigen Blüten sind weiß mit kräftig rosafarbenem Ton. Ein intensiver rosafarbener Streifen verläuft durch die Mitte.

Blätter und Blüten des Japanischen Knollenziests
Die Rhizome dieser in unseren Breiten einjährig kultivierten Pflanze sind bis -15 °C winterhart. Das Laub verschwindet jedoch im Winter.
Lesen Sie auch
9 alte Gemüsesorten für den Anbau im GartenbeetWichtige Arten und Sorten
Nur die Typusart wird bei uns kultiviert.
[produkt sku=”352111″ blog_description=”Knollenziest wird geerntet, sobald das Laub verschwunden ist, ab November und den ganzen Winter über” template=”listing1″ /]
Knollenziest pflanzen
Wo pflanzen?
Die Knollenziest-Knollen werden in leichten, auch sandigen, trockenen und gut durchlüfteten Boden gepflanzt. Er sollte sich leicht zerkrümeln lassen. Geeignet sind alle Bodenarten, sofern sie leicht sind und die Ernte erleichtern. Zu schwere oder lehmige Böden müssen unbedingt mit Sand aufgelockert werden. Denn in schwerem Boden lassen sich die aus aneinanderhaftenden Knöllchen bestehenden Knollenziest-Knollen wegen ihrer geringen Größe nur schwer ernten und reinigen.
Auch frischer bis leicht feuchter, humusreicher Boden sagt ihm zu.
Am liebsten wächst er an einem sonnigen Standort, kommt aber auch mit Halbschatten zurecht.

© Frantz Vincentz
Wann pflanzen?
Je nach Region werden Knollenziest-Knollen im März oder April gepflanzt, bei milder Witterung auch schon im Februar. Nach April ist es zu spät zum Pflanzen, auch wenn Knollenziest schnell wächst. Bis zur ersten Ernte vergehen 7 bis 8 Monate.
Wie pflanzen?
Knollenziest wird ähnlich wie Kartoffeln in Reihen aus Knollen angebaut:
- Boden mit dem Kultivator lockern und Unkraut sowie Steine entfernen
- Reihen mit 35 bis 40 cm Abstand ziehen
- Mit einem Zwiebelpflanzer 15 cm tiefe Löcher im Abstand von 15 bis 20 cm ausheben
- Je 2 bis 3 Knollen in jedes Loch legen
- Loch schließen, ohne den Boden festzudrücken
- Gießen.
Die Knollen können ab Februar auch geschützt in Anzuchttöpfen vorgezogen werden. Im April werden sie ins Freiland gepflanzt.
Lesen Sie auch
10 ungewöhnliche GemüseartenPflege, Krankheiten und Pflanzpartner
Anbau und Pflege des Knollenziests sind nicht besonders schwierig, erfordern jedoch etwas Aufmerksamkeit.
Bei trockenem Wetter und während einer Dürreperiode muss gegossen werden. Ansonsten benötigen Knollenzieste kein Wasser.
Im Mai und Juni empfiehlt es sich, den Boden zu hacken, um Unkraut zu entfernen. Nutzen Sie die Gelegenheit, die Jungpflanzen anzuhäufeln. Wenn Sie Erde rund um den Horst anhäufeln, fördert dies die Bildung der Knollen und verhindert, dass die Pflanze zu stark auseinanderfällt. Die Knollen wachsen nahe der Bodenoberfläche. Achten Sie daher darauf, sie nicht zu beschädigen.
Anschließend empfiehlt es sich, aus mehreren Gründen eine gute Mulchschicht auszubringen: Sie hält den Boden frisch und verhindert die Ausbreitung von Unkraut. Da sich die Ernte des Knollenziests über einen langen Zeitraum im Winter erstreckt, schützt die Mulchschicht den Boden außerdem vor starkem Durchfrieren. So wird die Ernte erleichtert. Sie können eine mindestens 20 cm dicke Mulchschicht aus Stroh und Herbstlaub anlegen, gegebenenfalls vermischt mit gut getrocknetem Rasenschnitt.
Wie Kartoffeln lassen sich Knollenzieste mit Knollensellerie, Kohl, Spinat, Erbsen und Bohnen kombinieren.
Es gibt nur wenige Schädlinge, die Knollenzieste befallen. Allenfalls Schnecken fressen die jungen Triebe.
Ernte und Lagerung
Wann und wie Knollenziest ernten?
- Die Ernte: Knollenziest wird ab November den ganzen Winter über bis Februar nach Bedarf geerntet. Das Laub muss zunächst zu welken beginnen, bevor es verschwindet. Deshalb ist eine Mulchschicht wichtig, damit Sie den Standort der Pflanzen wiederfinden. In Regionen mit strengen Wintern können Sie zusätzlich Jutesäcke auflegen, um die Rhizome vor Kälte zu schützen. Die Ernte erfolgt durch Ausgraben der Pflanzen mit einer Grabegabel. In geeignetem Boden liegt der Ertrag bei etwa 250 bis 500 g pro Pflanze. Da die Rhizome sehr frosthart sind, treiben im Boden vergessene Knollen im folgenden Jahr wieder aus. Sie können auch einige Knollen frostgeschützt in leicht feuchtem Sand lagern und ab Februar bis Anfang April auspflanzen

- Die Aufbewahrung: Nach dem Ausgraben sind Knollenziestknollen sehr empfindlich und werden schnell weich. Sie sollten innerhalb von höchstens 2 bis 3 Tagen verzehrt werden.
Verwendung und Nährwerte
Da man Knollenziest nicht schälen kann, besteht die Methode zum Entfernen der Haut darin, ihn nach dem Waschen in einem groben Küchentuch zu reiben. Alternativ können Sie ihn mit einer kleinen, sehr weichen Bürste abbürsten. Anschließend genügt es, ihn mit klarem, mit Zitronensaft versetztem Wasser abzuspülen, um Rückstände der Epidermis zu entfernen.
Knollenziest wird hauptsächlich gedünstet, einfach 10 Minuten blanchiert oder in der Pfanne gebraten. Auch als Gratin lässt er sich zubereiten. Er passt hervorragend zu Fleisch und Wild. In Japan wird er außerdem in Essig eingelegt verzehrt.
Knollenziest ist reich an Ballaststoffen, die für die Funktion des Verdauungssystems wichtig sind. Allerdings enthält er Stachyose, wodurch er schwer verdaulich sein kann. Außerdem ist er eine Quelle pflanzlicher Proteine und von Nährstoffen wie Kalium, Kalzium und Phosphor. Darüber hinaus ist er sehr nahrhaft und äußerst fettarm.
Häufig gestellte Fragen
-
Kann man Knollenziest einfrieren?
Knollenzieste halten sich im Kühlschrank nur 2–3 Tage. Bei reicher Ernte können Sie sie problemlos einfrieren. Waschen genügt, ohne sie zu schälen.
-
Knollenziest einfach schälen?
Knollenziest: dünne Epidermis, verwinkelte Form – nicht mit dem Messer schälbar. Im Tuch ggf. mit grobem Salz zwischen den Händen reiben, abspülen, kochen.
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare