Nutzgarten: schön und produktiv zugleich!
Edimental entdecken: Ess- und Zierpflanzen vereinen
Inhaltsverzeichnis
Edimentals: essbare, dekorative Pflanzen für einen schönen, leckeren Garten. Arten und Tipps entdecken!
Was ist ein Edimental-Garten?
Der Begriff „Edimental“ ist eine Verbindung der englischen Wörter edible (essbar) und ornamental (dekorativ). Er bezeichnet Pflanzen, die ästhetischen Reiz und kulinarischen Nutzen vereinen. Eine Edimental-Pflanze ist also eine Pflanze – etwa Gemüse, Obst, Kräuter, Blütenknospen, Samen oder Blätter –, die zugleich schön und essbar ist. Das Konzept ist einfach: Gärten sollen nicht mehr nur schön, sondern auch nützlich sein. Das Ziel: jeden Quadratmeter in nährendes Land zu verwandeln. In wirtschaftlich angespannter Zeit ist ein schöner und nützlicher Garten wichtiger denn je. Unsere Gärten werden unter dem Gesichtspunkt von Selbstversorgung und Sparsamkeit neu gedacht und sollen sich möglichst lohnen. Der Trend geht zur hübschen Vorratskammer im Grünen.
Ein Edimental-Garten (bei englischsprachigen Gärtnern „edimental garden“) verbindet Nutz- und Ziergarten harmonisch miteinander. Neu ist dieses Konzept nicht, denn schon im traditionellen französischen Küchengarten, wie man ihn bei Schlössern oder als Pfarrgarten findet, konnten Gemüse, Obst, Blumen und Kräuter nebeneinander wachsen. In einem Edimental-Garten erfüllt jede Pflanze eine doppelte Aufgabe: Sie verschönert den Garten und liefert Nahrung. Typisch sind beispielsweise Große Kapuzinerkresse mit ihren farbenfrohen Blüten und essbaren, pfeffrig schmeckenden Blättern oder Kohl, der attraktiv aussieht und dessen Blätter ebenfalls essbar sind. Außerdem locken die bienenfreundlichen Blüten der Edimental-Pflanzen den ganzen Sommer über Bestäuber und Schmetterlinge an. So lässt sich die Biodiversität verbessern und die Bildung von Obst und Gemüse fördern. Die Vorteile eines Edimental-Gartens sind vielfältig:
- Optimale Flächennutzung: In kleinen oder städtischen Gärten mit begrenztem Platz maximieren Pflanzen, die zugleich dekorativ und essbar sind, die Nutzung jedes Stücks Erde.
- Ästhetik und Nutzen: So entsteht ein Garten, der nicht nur schön anzusehen, sondern auch nützlich ist.
- Biodiversität: Edimental-Pflanzen fördern eine größere Pflanzenvielfalt. Sie können zur Gesundheit des Gartens beitragen, indem sie Bestäuber anlocken und die Biodiversität verbessern.
- Nachhaltige Ernährung: Eigene Lebensmittel anzubauen, kann eine nachhaltigere und umweltfreundlichere Ernährungsweise ermöglichen und die Abhängigkeit von Lebensmitteln aus langen Transportwegen verringern.

Lesen Sie auch
Ziergemüse: Schönheit und Geschmack im GemüsegartenWelche Pflanzen sind édimentaires?
Von essbaren Blüten und aromatischen Kräutern über dekoratives Gemüse bis hin zu kleinen Früchten ist die Liste der Edimental-Pflanzen lang. Manche werden wegen ihrer schönen Blüte, aber auch wegen ihrer wertvollen Eigenschaften geschätzt. Mehrjährige Gemüse, ertragreiche und krankheitsresistente Sorten, Kulturen mit hohem Mehrwert (also Produkte, die im Handel sehr teuer sind, wie rote Beeren), Obst und Kräuter finden sich in raffinierten und köstlichen Kombinationen. Ob Stauden, einjährige Pflanzen oder Obstpflanzen – sie tragen zur Ästhetik und zur geschmacklichen Vielfalt Ihres Gartens bei. Die Ernte der Edimental-Pflanzen kann in all ihren Formen in der Küche verwendet werden: zum Backen, roh in Salaten oder als Garnitur, zum Würzen von Speisen oder für Tees das ganze Jahr über.
Hier einige Beispiele für Edimental-Pflanzen, die sich leicht in den Ziergarten integrieren lassen:
Mehrjährige Edimental-Pflanzen
Der Edimental Garden setzt auf Stauden, die jedes Jahr zuverlässig wiederkommen, wenig Pflege benötigen und widerstandsfähiger gegen klimatische Unwägbarkeiten, Trockenheit, Kälte und starken Regen sind.
- Die Funkie ‘Patriot’: Ihre jungen Triebe mit Spargelgeschmack können gedämpft oder roh im Salat gegessen werden. Die älteren Blätter verfeinern Suppen. Mit ihren hübschen grünen, cremefarben berandeten Blättern und kleinen lavendelblauen Sommerblüten ist sie ideal, um einer schattigen Gartenecke Struktur zu verleihen.
- Die Agastache foeniculum: Sie bezaubert mit ihrer violettblauen Sommerblüte und ihren Blättern mit einem leicht minzigen und anisartigen Geschmack.
- Der Echte Lavendel: Mit seinen duftenden violetten Blüten und dem aromatischen Laub ist er zugleich Zier-, Gewürz- und Heilpflanze. Bienen besuchen seine Blüten gerne und produzieren daraus köstlichen Honig.
- Die Artischocke: Sie wird sowohl wegen ihrer dekorativen Eigenschaften als auch wegen ihrer essbaren Blütenknospen geschätzt. Diese Gemüsepflanze ist mit ihren aufrechten, bis 1,50 m hohen Stielen, den großen, schön geschlitzten Blättern und den großen blauvioletten Distelblüten prachtvoll.
- Der Rhabarber: Er fällt durch seine großen Blätter und seine je nach Sorte teils rot gefärbten, essbaren Stiele auf.
- Die Knollen-Glyzinie: Diese erstaunliche Kletterpflanze bietet eine sehr dekorative, duftende violette Blüte und bildet Knollen, die wie Kartoffeln zubereitet werden.

Die Artischocke ist ein schönes Beispiel für eine Edimental-Pflanze
Einjährige Edimental-Pflanzen
Ein- oder zweijährige Pflanzen ergänzen eine Staudensammlung auf clevere Weise und zeigen oft in nur einer Wachstumssaison ihre ganze Pracht.
- Die Niedrige Kapuzinerkresse ‘Baby Rose’: Diese charmante Zwergsorte mit pfeffrig schmeckenden Blättern und leuchtend rosaroten Blüten eignet sich für Salate. Blütenknospen und junge Früchte können Mayonnaise verfeinern und wie Kapern in Essig eingelegt werden.
- Tagetes filifolia ‘Dropshot’: Diese Kräuterpflanze wird für ihre nach Lakritze und Anis schmeckenden Blätter geschätzt, die sich zum Würzen von Speisen, Obstsalaten und Gebäck sowie für Aufgüsse und kalte Getränke eignen. Diese Lakritz-Studentenblume bildet einen 30 cm hohen, kleinen Horst mit fein gefiedertem Laub und winzigen weißen Sommerblüten.
- Der Borretsch: Noch eine schöne und köstliche Pflanze! Seine sternförmigen blauen Blüten und seine Blätter mit erfrischendem Gurkengeschmack sind essbar.
- Die Rote Garten-Melde oder Garten-Melde: eine Gemüsepflanze, deren rote Blätter wie Spinat zubereitet werden. Sie ist spektakulär und kann 2 m hoch werden.
- Der Grünkohl ‘Kale Frost Byte F1’: Mit seinen stark gekrausten, zerzausten, weißen und grünen Blättern und seinem milden, süßen Geschmack ist dieser Kohl ebenso schmackhaft wie dekorativ.
- Der Rote Amarant: Geschätzt für seine essbaren und schmackhaften purpurroten Blätter, die roh oder gekocht wie Spinat verzehrt werden. Die bis zu 2 m hohe Pflanze bildet zudem nährstoffreiche Samen, die als Mehl oder gepufft wie Popcorn gegessen werden.
- Die Ringelblume (Calendula officinalis): Sie bringt mit ihrer Blüte von Juni bis zum Frost Farbe ins Beet. Ringelblumenblüten sind für ihre kulinarischen und medizinischen Eigenschaften bekannt. Ihre Blütenblätter verleihen Salaten Farbe und einen leicht würzigen Geschmack.
- Das Basilikum ‘Spice Boys Ararat’: Es zeichnet sich durch sein prächtiges zweifarbiges Laub aus, das grün und purpur panaschiert ist und sich während der rosavioletten Blüte violett färbt. Es verströmt ein intensives Anisaroma, das hervorragend zu Tomaten, Käse, Obst und Fleisch passt.
- Der Mangold: ein köstliches Gemüse für Pasteten und Suppen oder zur Zubereitung wie Spinat, zugleich sehr dekorativ mit großen Blättern und farbigen Stielen von Gelb über Weiß und Orange bis Rosa und Rot.
- Die Sonnenblume ‘Desire Red F1’: eine prächtige Zwergsonnenblume, die sich leicht säen und kultivieren lässt. Ihre besonders schönen roten Blüten eignen sich zur Bepflanzung einer Beetkante. Die Knospen mit Topinamburgeschmack, die Blütenblätter mit Haselnussaroma und die Samen sind essbar.
- Der Malabarspinat ‘Select Red’: Diese tropische, bei uns frostempfindliche Kletterpflanze ist mit ihren leuchtend roten Stielen im Kontrast zum grünen Laub sehr dekorativ. Ihre Blätter werden roh im Salat oder gekocht wie Spinat verzehrt.
- Die Feuerbohne ‘Sunset’: Sie wächst über 3 m hoch und erfreut mit schönen, großen, lachsrosa Erbsenblüten, aus denen zahlreiche schmackhafte grüne Schoten zur Verwendung wie grüne Bohnen entstehen. Die enthaltenen großen Körner können als Trockenbohnen geerntet werden.
Aber auch: Alle Stiefmütterchen sind essbar. Dekorieren Sie Ihre Teller also ruhig mit einer oder zwei Blüten oder geben Sie Salaten damit einen Farbtupfer. Auch die Blüten der Chrysantheme sind essbar und können einen Salat verfeinern oder zu Chrysanthementee aufgegossen werden. Veilchen (Viola odorata) mit ihren zarten, duftenden Blüten aromatisieren Desserts oder Salate, während ihre Blätter roh genossen werden können.

Die Kapuzinerkresse ist eine sehr dekorative und vollständig essbare Pflanze!
Edimentale Beerenfrüchte
Sie sind ideal für Gärtner, die Schönheit, Genuss und Ertrag miteinander verbinden möchten.
- Die Erdbeere ‘Rainbow Treasure F1’: eine wunderbare Sorte, die ebenso dekorativ wie köstlich ist. Sie bildet zahlreiche Blüten von Rosa bis Weiß und köstliche, hellgelbe bis dunkelrote Erdbeeren, die an derselben Pflanze als bunte Mischung nebeneinander reifen. Da sie remontierend ist, trägt sie von April/Mai bis August.
- Die Heckenkirsche ‘Altaj’: Dieses sehr winterharte Frucht-Geißblatt ist mit seinem üppigen, blaugrünen Laub dekorativ und bietet zugleich eine reiche Ernte an essbaren Beeren mit Heidelbeeraroma.
- Die Himbeere ‘Fallgold’: Sie fällt durch ihre duftenden, vor allem aber sehr süßen, goldgelben Früchte auf, die sich vom grünen Laub abheben. Sie bringt einen originellen Farbtupfer in den Ziergarten.

Die Himbeere ‘Fallgold’
In den Garten integrieren
Essbare Pflanzen lassen sich in Blumenbeeten, Staudenbeeten und Rabatten leicht mit Zierpflanzen kombinieren und sind nicht nur für Gemüse- oder Kräuterbeete geeignet. Dennoch erfordert ihre Integration in den Garten eine sorgfältige Planung, damit ihre besonderen Ansprüche an Licht, Wasser und Boden erfüllt werden und das Gesamtbild harmonisch bleibt. Dazu gehören Mischkulturen sowie der Einsatz von Gefäßen oder Pflanzkästen für kleine Flächen. Berücksichtigen Sie Sonne, Schatten, Bodenart und Feuchtigkeit. Diese Faktoren beeinflussen die Auswahl geeigneter essbarer Pflanzen für die einzelnen Gartenbereiche. Hier einige Tipps, wie Sie Nutzen und Schönheit harmonisch verbinden:
- Mit Farben und Texturen spielen: Kohl und Grüner Mangold bieten beispielsweise eine große Farbvielfalt, markante Blätter und interessante Strukturen.
- Höhen und Formen kombinieren: Variieren Sie Höhen und Formen, um einen lebendigen Garten zu gestalten. Artischocken können mit ihrer stattlichen Größe und beeindruckenden Struktur den Hintergrund eines Beetes schmücken.
- Essbare und dekorative Pflanzen mischen: Kombinieren Sie essbare Pflanzen mit reinen Zierpflanzen. Umgeben Sie Erdbeeren mit Sammetblume, Nelke, Sommerheide …
- Essbare Stauden verwenden: Integrieren Sie Stauden wie Rhabarber, die jedes Jahr wiederkommen, interessante Akzente setzen und zugleich Ernten liefern.
- Essbare Beeteinfassungen anlegen: Denken Sie an Kräuter wie Schnittlauch, Thymian, Salbei und Rosmarin, damit sie stets griffbereit sind. Sie verströmen im Garten und in der Küche einen herrlichen Duft und schmücken sich mit bienenfreundlichen Blüten.

Lesen Sie auch
Borretsch säen: einfach zum blühenden NaschgartenMehr erfahren
- Entdecken Sie die Website Je cuisine sauvage
- Wie verwendet man Tulbaghie in der Küche?
- Entdecken Sie ein außergewöhnliches Rezept von Köchin Nicole Fagegaltier: Gebratene Lammbries in Duftnesselöl
- Entdecken Sie einen eleganten, erfrischenden Gruß aus der Küche: Schwertmuscheln, Gurke, Apfel und Sauerklee
- Leckere Wildkräuter!
- Abonnieren Sie
- Inhaltsverzeichnis
Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.
Kommentare