Obstbäume vor Spätfrost schützen

Obstbäume vor Spätfrost schützen

Frostschutz für Obstbäume im Frühling

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 29. März 2026  durch Pascale 7 min.

Spätfröste im Frühjahr gefährden Aussaaten, Pflanzungen und Obstbäume – vor allem Blütenknospen, Blüten und frühe Früchte. So schützen Sie sie.

Schwierigkeit

Welche Folgen hat Frost für Obstbäume?

Im Allgemeinen sind die meisten Obstbäume sehr frosthart. Obstbäume aus der Familie der Prunus, etwa Pflaumenbaum, Kirschbaum, Aprikosenbaum und sogar Mandelbaum, sind bis -20 °C, teils sogar -25 °C winterhart. Diese sehr niedrigen Temperaturen verträgt der Baum selbst meist problemlos. Obstbäume benötigen diese Kälteperiode oft sogar zur Auslösung der Blüteninduktion, also zur Bildung ihrer Blüten. Denn die Blütenbildung hängt von einer notwendigen Kälteperiode, aber auch von der je nach Jahreszeit unterschiedlichen Lichtmenge ab.

Sobald der Obstbaum jedoch aus seiner Winterruhe erwacht – einer Zeit, in der der Pflanzensaft nicht mehr durch das Gewebe fließt –, wird er deutlich empfindlicher. Sobald ein Obstbaum seine Ruhephase beendet, wird er aktiv. Bereits im Februar und März beginnen manche mit dem Austrieb, der Blattentwicklung, teils sogar mit der Blüte oder dem Fruchtansatz. Dies gilt vor allem für früh blühende Obstbäume wie Mandelbaum, Aprikosenbaum, Pfirsichbaum und Kirschbaum. So kann ein Mandelbaum bereits im Februar blühen, der Aprikosenbaum im Februar oder März, der Pfirsichbaum zwischen März und April ebenso wie der Kirschbaum. Deshalb können Fröste im März oder April, ja sogar im Mai, verheerende Folgen haben: Nekrosen des Gewebes, Abfallen der Blüten, ein „Frostring“ an den sich bildenden Früchten – und letztlich kann die gesamte Ernte gefährdet sein. Je nach Art und Sorte erfrieren Knospen bereits bei -2 bis -4 °C, Blüten halten weniger als -1,5 bis -3 °C aus und junge Früchte -0,5 bis -2 °C.

Obstbäume und Spätfröste

In diesem Entwicklungsstadium sind Obstbäume sehr empfindlich gegenüber Spätfrösten

Meist treten späte Frühjahrsfröste am Ende der Nacht zwischen 4 und 6 Uhr morgens auf.

Durch den seit rund zwanzig Jahren spürbareren Klimawandel gerät der Zyklus der Pflanzen etwas durcheinander. Die Winter sind häufig milder, wodurch Obstbäume früher blühen. Spätfröste richten daher noch größeren Schaden an. Auch die Eisheiligen vom 11. bis 13. Mai lauern weiterhin. Besonders in Regionen mit kontinentalem oder montanem Klima.

Apfelbaum, Birnbaum und Pflaumenbaum blühen dagegen etwas später im April und sind daher frosthärter. Doch auch sie sind vor den berühmten Eisheiligen am 11., 12. und 13. Mai nicht sicher.

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Obstbaumschutz: Methoden im Erwerbsanbau

Frostschutz im Obstbau: Eine einzige Frostnacht kann die ganze Ernte vernichten. Welche Methoden schützen Obstbäume, Knospen, Blüten und Früchte?

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Obstbaumschutz mit Wintervlies

Ein Wintervlies aus Polypropylen kann sich als sehr wirksam gegen späte Frühjahrsfröste erweisen. Es ist ein ausgezeichneter Wärmeschutz, der Wasser und Luft durchlässt. Aufgrund seiner Größe kann es jedoch nur für im Topf kultivierte Obstbäume, junge Obstbäume im Freiland oder Spalierobst an einer Mauer oder einem Rankgerüst verwendet werden. Freistehende Obstbäume lassen sich mit einem Wintervlies dagegen nur schwer oder gar nicht schützen.

Damit das Wintervlies wirksam schützt, muss es mit einigen Vorsichtsmaßnahmen angebracht werden. Denn es kann bereits vorhandene, sehr empfindliche Blüten beschädigen oder zum Abfallen bringen. Deshalb setzen Sie am besten Holzpfähle (4 oder 5 genügen) oder Bambusstäbe rund um den kleinen Obstbaum und befestigen Sie daran das Wintervlies mit Reißzwecken von oben nach unten, ohne dabei eine Art Deckel zu vergessen. So kann der Baum atmen. Tagsüber müssen Sie das Wintervlies unbedingt entfernen oder öffnen, damit Ihr Baum die Sonnenstrahlen nutzen kann. Steht Ihr Obstbaum als Spalier an einer Mauer, gehen Sie genauso vor und setzen die Pfähle davor.

Ein Wintervlies mit 45 g/m² bis 60 g/m² sollte ausreichen. Sie können auch ein altes Bettlaken oder Jutegewebe verwenden.

Obstbäume mulchen: Frostschutz

Das Mulchen des Wurzelstocks mit Stroh oder Laub ist ebenfalls sehr wirksam. Denn Frost ist bodennah meist stärker. Zudem speichert der Boden die Kälte und gibt sie auch nach dem Auftauen an den Baum ab. Damit Stroh oder Laub nicht fortwehen, können Sie ein Wintervlies oder Jutegewebe mit Steinen beschweren. Auch hier empfiehlt es sich, diesen Schutz tagsüber zu entfernen und abends wieder anzubringen.

Haben Sie weder Stroh noch Laub oder gekauftes Mulchmaterial, können Sie den Fuß der Obstbäume einfach anhäufeln, besonders bei jungen Bäumen. Obstbäume und Spätfröste

Ebenso erhöht es die Frosthärte Ihres Obstbaums, wenn Sie die Veredelungsstelle mit einem Strohpolster umgeben, das von Wintervlies umhüllt ist.

Manche Obstbauern empfehlen außerdem, das Gras am Fuß der Obstbäume sehr kurz zu mähen. Denn wie der Boden speichert auch Gras die Kälte und leitet sie an den Baum weiter.

Weitere Methoden gegen Frost

Große Obstgärten: kein Wundermittel. Beregnung im Morgengrauen. Hecken oder Bambuszäune gegen Kaltluft mildern Spätfrost.

Obstbäume pflanzen: Frostschutz verbessern

Wenn Sie Obstbäume pflanzen möchten, sollten Sie Frostperioden einplanen und bei der Pflanzung einige einfache Regeln beachten:

  • Ein an einer nach Süden oder Südwesten ausgerichteten Haus- oder Zaunwand erzogener Obstbaum speichert die Sonnenwärme. Nachts gibt er sie wieder ab und schützt den Obstbaum so vor Frost. Lesen Sie auch Ingrids Beitrag über verschiedene Wuchsformen und Sorten von Obstbäumen.
  • Wenn Sie keine Rankhilfe für einen Obstbaum haben, wählen Sie besser einen Hochstamm. So sind Knospen, Blüten und sich bildende Früchte weniger empfindlich gegenüber der vom Boden aufsteigenden Kälte.
  • Ein in einer Tallage gepflanzter Obstbaum ist frostgefährdeter, da sich dort die Kälte sammelt. Solche Standorte sollten Sie daher meiden.
  • Wenn Sie Obstbäume mit früher Blüte wie Aprikosen- oder Kirschbäume in einer Region mit häufigen Spätfrösten pflanzen möchten, setzen Sie sie an einen nach Norden ausgerichteten Hang. Die Blüte setzt später ein und ist dadurch weniger gefährdet. Vielleicht fällt die Ernte etwas geringer aus, aber Sie werden Früchte ernten. Sie können die Bäume auch an einen nach Westen ausgerichteten Hang pflanzen, da die Schneeschmelze dort langsamer erfolgt. Oft ist gerade das Auftauen für einen Obstbaum kritisch.
  • Bevorzugen Sie kälteverträgliche Sorten mit später Blüte, um mögliche Schäden in Regionen mit häufigen Spätfrösten zu begrenzen. Bei Aprikosen gelten ‘Bergeron’, ‘Tardif de Tain’, ‘Rouge Tardif Delbard’ und ‘Tardif de Bordaneil’ als spätblühend. Bei Kirschbäumen wählen Sie Sorten wie ‘Tardif de Vignola’, ‘Cœur de pigeon’ oder ‘Reverchon’. Bei Pfirsichen eignen sich die Nektarine ‘Fantasia’, der gelbe Weinbergpfirsich, ‘Sanguine’ oder ‘Charles Roux’.

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