Gemüsegarten im Mittelmeerraum anlegen
Tipps zu Bewässerung, Bodenpflege und Pflanzung: So gelingt Ihr mediterraner Garten
Inhaltsverzeichnis
Gemüsebeet am Mittelmeer: Hitze, Trockenheit und karge Böden meistern. Tipps zu Bewässerung, Standort und passenden Sorten für reiche Ernten.
Wir kümmern uns um den Boden
Ohne zu verallgemeinern: Böden im mediterranen Klima sind, ob lehmig oder sandig, meist trocken, durch starke Gewitterregen erodiert und vom Wind ausgetrocknet. Sie sind arm an Humus und Mikroorganismen und müssen mit Bodenverbesserern angereichert werden. Regelmäßige Gaben organischer Stoffe wie Kompost oder Mist sind daher unverzichtbar. Sie düngen den Boden, verbessern die Wasserspeicherung und beleben die Aktivität von Mikroorganismen und Kleinstlebewesen.
Im Herbst kann außerdem eine Mischung aus Gründüngung aus Brauner Senf, Winterwicke, Roggen und Klee gesät werden. Ihre tief reichenden Wurzeln verbessern die Bodenstruktur. Im März, vor der Samenbildung, wird sie gemäht und kurz vor den ersten Aussaaten in den Boden eingearbeitet.

Im Herbst gesäte Gründüngung wie Brauner Senf düngt den Boden effektiv
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Im Mittelmeerraum ist die Bewässerung das größte Problem im Gemüsegarten. Im Sommer regnet es selten, Wind und Hitze trocknen den Boden aus. Dagegen gibt es mehrere, mehr oder weniger einfache und kostspielige Lösungen.
- Am einfachsten ist das Mulchen. Dabei dürfen Sie großzügig sein! Je dicker die Mulchschicht, desto besser hält sie die Feuchtigkeit, düngt den Boden und begrenzt das Wachstum von Unkraut, das viel Wasser zulasten Ihres Gemüses verbraucht. Bringen Sie mindestens 5 cm organischen Mulch aus, gerne mehr! Mischen Sie dafür Stroh, trockene, stickstoffreiche Rasenschnittreste, zerkleinerte kleine Zweige als Holzhäcksel, Flachs- oder Hanfschäben und Wedel von Farnen. Vor dem Mulchen sollten Sie den Boden hacken, um unerwünschtes Unkraut zu entfernen.

Mulchschicht verringert den Bewässerungsbedarf und das Unkrautwachstum
- Die Installation einer Tropfbewässerung, auch Mikrobewässerung genannt, spart Wasser und versorgt das Gemüse gezielt am Wurzelsystem. Es gibt zahlreiche Bewässerungssysteme wie Tropfer, Mikrosprinkler und poröse Schläuche, die durch eine Zeitschaltuhr ergänzt werden können.
- Die Aufstellung einer Regentonne. Bei Gewittern mit ihren ergiebigen Niederschlägen füllt sich der Behälter und liefert Ihnen kostenloses, reines Gießwasser.
- Das Aufstellen von Oyas (oder Ollas) im Gemüsegarten – bei niedriger Temperatur gebrannte Tongefäße. Vergraben Sie sie einfach zwischen den Gemüsebeeten und füllen Sie sie mit Wasser. Dank ihrer porösen Wände gibt die Oya das Wasser langsam ab. Diese Oyas bieten viele Vorteile: Das Gießwasser verdunstet nicht, sondern gelangt direkt an die Wurzeln. Dadurch wächst weniger Unkraut, und Sie müssen seltener und vor allem weniger gießen. Rechnen Sie mit einer 10-Liter-Oya pro 1 m². Oyas lassen sich auch aus Tontöpfen selbst herstellen.

Bewässerungs-Oyas (oder Ollas) geben das Wasser direkt am Wurzelsystem ab
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Wir spenden Schatten
Die Sonne ist ein gefährlicher Feind des Bodens, besonders im mediterranen Gemüsegarten. Die Blätter verbrennen, Gemüsepflanzen trocknen aus und ihr Wachstum stoppt. Schon ein kleines bisschen Schatten tut dem Trieb Ihres Gemüses gut. Richten Sie Ihre Pflanzungen daher so aus, dass sie am Nachmittag im Schatten liegen. Ist das nicht möglich, können Sie eine hölzerne Schattenkonstruktion mit einem Strohdach oder einer Kletterpflanze errichten oder einen Sonnenschutz aufstellen. Sie können auch am Rand des Gemüsegartens Sonnenblumen, Mais, Stangenbohnen oder Blumen wie Buschmalven pflanzen.
Hecken eignen sich ebenfalls gut als Schattenspender. Zudem bremsen sie den Wind und schützen den Gemüsegarten vor dem Mistral. Wählen Sie an das Klima angepasste Straucharten wie Westliche Erdbeerbäume, Ölweiden, Oleander, Echte Lorbeersträucher, Zwergmispeln, Wacholder, Myrten, Rote Glanzmispeln, Klebsamen oder Feuerdorn …

Der Westliche Erdbeerbaum gedeiht in windschützenden Hecken im Mittelmeerraum
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Für einen üppigen Gemüsegarten im Mittelmeerraum müssen Sie auf manche Gemüse verzichten, um andere zu fördern. Pflanzen Sie daher vor allem wärmeliebendes Gemüse wie Tomate, Paprika, Chili und Aubergine … sie lieben die Wärme. Auch Melone und Wassermelone gedeihen gut, benötigen aber viel Wasser. Die Artischocke fühlt sich ebenfalls im provenzalischen Gemüsegarten wohl, ebenso wie Knoblauch, rote oder gelbe Zwiebel und Schalotte.

Die Artischocke ist im mediterranen Garten unverzichtbar, insbesondere die violette Artischocke aus der Provence
Kleiner Tipp: Achten Sie genau auf die Sorten Ihres Gemüses, denn manche Bezeichnungen verraten bereits, ob sie für den Anbau im Süden geeignet sind (z. B. die Zwiebel aus den Cevennen, der Lange Kürbis aus Nizza, die Runde Zucchini aus Nizza, die violette Artischocke aus der Provence, die Salate Craquerelle du midi oder Rougette de Montpellier, der rosa Knoblauch aus dem Tarn, der grüne Mangold mit weißen Rippen Blanche de Nice …).
Generell kommen Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Bete und Pastinaken … mit der Wärme gut zurecht. Blattgemüse wie Salat oder Spinat ist dagegen empfindlicher. Bei Hitze schießt es schnell, sofern Sie keine hitzetoleranten Salatsorten wählen.
Vielleicht ist dies auch eine gute Gelegenheit, neue Gemüsekulturen auszuprobieren, etwa Zier-Süßkartoffel, Chayote, Okra, Peruanischer Sauerklee, Neuseelandspinat, die Kenia-Gurke, Chinesische Yamswurzel …

Die Knollen des Peruanischen Sauerklees erinnern geschmacklich an Kartoffel und Sauerampfer
Vergessen Sie auch nicht, Kräuter anzubauen, die unter der südlichen Sonne ideale Bedingungen finden.
Ein Gemüsegarten im Mittelmeerraum bietet weitere Vorteile: Da der Boden wärmer und feuchter ist, können Sie früher säen als in kälteren Regionen. Im provenzalischen Garten werden Kartoffeln bereits im Februar oder März direkt ins Freiland gesetzt, im April grüne Bohnen gesät und Tomaten oder Auberginen gepflanzt (während anderswo die letzten Spätfröste abgewartet werden müssen!).
Lesen Sie auch unseren Ratgeber: Gemüsegarten im Süden: Welches Gemüse anbauen?
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