Gemüse und Kräuter, die sich selbst aussäen

Gemüse und Kräuter, die sich selbst aussäen

Mehrjährige Gemüsepflanzen

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 19. Februar 2026  durch Leïla 6 min.

Selbstaussaatendes Gemüse kehrt jährlich zurück und braucht kaum Pflege. Ideal für Permakultur. Gemüse und Kräuter im Artikel entdecken.

Schwierigkeit

Präambel

Neben den in diesem Artikel vorgestellten Pflanzen, die sich im Garten leicht und sortenecht aussäen, können sich gelegentlich auch Gemüse wie Salat, Möhren, Petersilie oder Tomaten spontan vermehren. Letztere erscheinen im Folgejahr, wenn sie achtlos auf dem Boden liegen gelassen wurden.

Wenn nach dem Ausbringen von Kürbissamen nahe dem Kompost eine große Kürbisgewächs-Pflanze wächst, handelt es sich wahrscheinlich um das Ergebnis einer Kreuzbestäubung (falls Sie mehrere Sorten angebaut haben). Die Früchte sind oft enttäuschend.

Für eine spontane Aussaat sollten Sie kein „F1-Hybrid“-Gemüse anbauen. Die nach der Ernte gewonnenen Samen sind nicht stabil und bringen neue Pflanzen mit mangelhaften Eigenschaften hervor. Sie sind nicht darauf ausgelegt, sich sortenecht zu vermehren, sondern darauf, dass Sie jedes Jahr neues Saatgut kaufen.

Achtung: Spontan aufgehende Pflanzen sind im Gemüse- und Ziergarten zwar erfreulich, können aber manchmal sehr invasiv werden. Bei manchen ist das unproblematisch, da ihr Wurzelsystem flach reicht und Sie sie leicht entfernen können. Andere, etwa Fenchel, bilden eine tiefe Pfahlwurzel und lassen sich nur schwer ausgraben.

Spontan bedeutet auch, dass die Pflanzen wandern und an unerwarteten Stellen auftauchen können. Wenn Sie sie versetzen möchten, vertragen sie das nicht immer – je nach Art. Lassen Sie der Natur etwas Spielraum!

Bei anderen Pflanzen ist es besser, die Samen selbst zu ernten und später im geschützten Anzuchttopf (zum Beispiel bei der Tomate) oder direkt im Freiland auszupflanzen. In diesem Fall spricht man jedoch nicht mehr von spontaner Aussaat. Bei Kräutern wie Koriander können Sie beides versuchen: Einen Teil der Samen ernten und die übrigen an der Pflanze belassen.

In der Praxis müssen Sie Ihre Pflanze für eine spontane Aussaat also blühen und Samen bilden lassen. Die auf den Boden gefallenen oder verbreiteten Samen keimen und bilden einige Monate später neue Pflanzen.

Wichtig: Manche Pflanzen sind Stauden, andere einjährig oder zweijährig. Bärlauch etwa ist eine Staude und vermehrt sich durch seine Zwiebeln im Boden, aber nach der Blüte auch durch spontane Aussaat. Einjährige Pflanzen wachsen und blühen im ersten Jahr, bilden Samen und sterben ab – nicht ohne zuvor Samen für das Folgejahr zu hinterlassen. Zweijährige Pflanzen wachsen ebenfalls im ersten Jahr, blühen aber erst im Folgejahr. Sie bleiben daher zwei Jahre am Standort, bevor sie sich vermehren.

→ Achten Sie genau auf den botanischen Namen der Pflanzen, damit Sie sicher die richtige, essbare Art erhalten.

Gemüse mit Selbstaussaat

Für Anhänger der Permakultur sind diese Gemüse besonders interessant, da sie kaum Pflege benötigen. Garten-Melde, Mangold und Gänsefuß enthalten wie Spinat Oxalsäure und sollten daher nur in Maßen verzehrt werden (aber wer isst schon täglich Spinat?).

Garten-Melde oder Atriplex hortensis (einjährig)

Die großen Blätter der Garten-Melde werden wie Spinat verzehrt, schmecken jedoch kräftiger. Sie ist zudem sehr dekorativ, besonders die rote Garten-Melde mit ihren schön geformten, dreieckigen Blättern, verzweigten Stängeln und Blüten in Trauben. Bei warmem Wetter geht sie schnell in Samen, daher empfiehlt es sich, die Aussaat zeitlich zu staffeln. Sie ist reich an Vitamin C und Mineralstoffen.

Mangold, Krautstiel oder Beta vulgaris (zweijährig)

Auch Grüner Mangold und Stielmangold genannt, ist dieses Gemüse für seine Blätter und Blattstiele (mittlere Blattadern) beliebt. Die Blätter werden wie Spinat kurz gegart, während die Stiele etwas länger gekocht werden, oft als Auflauf. Sorten mit farbigen Stielen (gelben, roten oder grünen) sind im Gemüsegarten sehr hübsch, besonders als Mischung. Ihre Stiele sind dünner als bei Sorten mit weißen Stielen.

Spinatbaum oder Chenopodium giganteum (einjährig)

Der Spinatbaum ist ein weiteres Gemüse, das roh oder gegart wie Spinat verzehrt wird und ähnliche Nährwerte besitzt. Er ist reich an Vitamin A und C, Kalzium und Eisen. Sein Geschmack ist milder als der von Spinat. Auch die Stängel lassen sich wie Spargel zubereiten. Die Pflanze ist sehr dekorativ und wächst an einem schattigen Standort in nährstoffreichem Boden.

Selbstaussaat: Garten-Melde, Spinatbaum und Mangold

Garten-Melde, Spinatbaum, farbiger Stielmangold

Frühlings-Barbarakraut oder Barbarea verna (zweijährig)

Auch als Echte Brunnenkresse (Barbarea verna oder Barbarea praecox) bezeichnet, schmeckt das Frühlings-Barbarakraut köstlich und würziger als Echte Brunnenkresse. Es verleiht Salaten eine pikante Note und eignet sich auch für eine Suppe mit pfeffrigem Geschmack. Es ist reich an den Vitaminen A, B, C, E und PP sowie an zahlreichen Mineralstoffen, darunter Eisen.

Erdbeerspinat oder Chenopodium capitatum (einjährig)

Der Erdbeerspinat ist eine ungewöhnliche Gemüsepflanze. Ihre haselnussartig schmeckenden Blätter werden roh oder gegart verzehrt. Auch die kleinen Früchte, an Himbeeren erinnernde Knäuel mit Rote-Bete-Geschmack, sind essbar (alles klar?).

Austernpflanze oder Mertensia maritima (winterharte Staude)

Die sehr dekorative Mertensia maritima besitzt hübsches bläuliches Laub und eine sommerliche Blüte mit glockenförmigen, blauvioletten Blüten. Ihre fleischigen Blätter mit ungewöhnlicher, etwas an Sukkulenten erinnernder Textur haben einen ausgeprägt jodartigen Geschmack. Sie werden roh im Salat oder zu Fischgerichten verzehrt.

Selbstaussaat

Frühlings-Barbarakraut, Erdbeerspinat, Austernpflanze

Kubaspinat oder Claytonia perfoliata (einjährig)

Dieser Kubaspinat gehört wie der Portulak zur Familie der Portulakgewächse und bildet ähnliche Blätter: knackig, fleischig und mild im Geschmack. Er ist jedoch dekorativer als Portulak, mit löffelförmigen Blättern und Blütenstängeln, die scheinbar durch die Blätter hindurchwachsen. Die Blätter werden bevorzugt roh im Salat verzehrt, bis spät in den Herbst, wenn Salate rar werden.

Rauke oder Eruca sativa (einjährig)

Die seit rund 15 Jahren bei Gärtnern und Köchen bekannte Rauke wird als Salat verzehrt. Im Gemüsegarten erntet man sie nach Bedarf. Man unterscheidet zwei Arten: Eruca sativa oder Salat-Rauke sowie Diplotaxis ericoides oder Raukenähnlicher Doppelsame. Persönlich bevorzuge ich die zweite Art, doch ihr Geschmack ist deutlich schärfer. Beide werden auf die gleiche Weise angebaut und verwendet. Sie sind reich an Eisen und Vitamin C.

Neuseelandspinat oder Tetragonia tetragonoides (einjährig)

Der auch als Neuseelandspinat bezeichnete, jedoch zu den Eiskrautgewächsen gehörende Neuseelandspinat ist eine weitere Gemüsepflanze, deren fleischige Blätter mit ihrem besonderen Jodgeschmack verzehrt werden. Sie schmecken roh oder kurz gegart (wieder einmal wie Spinat). Die Pflanze ist trockenheitsverträglich und geht bei einsetzender Wärme nicht schnell in Samen. Sie wirkt belebend und erfrischend und ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. In China, Neuseeland und auf der Insel Réunion verwildert sie leicht.

Selbstaussaat: Kubaspinat, Rauke und Neuseelandspinat

Kubaspinat, Rauke, Neuseelandspinat

Außerdem sind zu nennen:

  • Die Wegwarte, auch Barbe de capucin oder Cichorium intybus, deren Blätter, Blütenknospen und Wurzel für Zichorienkaffee verwendet werden (zweijährig).
  • Der essbare Chrysantheme oder Chrysanthemum coronarium, die besonders in China häufig verzehrt wird und deren Blätter und Blüten essbar sind (einjährig).
  • Der Braune Senf oder Brassica juncea, der Salaten eine pikante Note verleiht (zweijährig).

Kräuter, die sich selbst aussäen

Bärlauch oder Allium ursinum (Staude)

Bärlauch wird auch als Gemüse verwendet, zum Beispiel wie Sauerampfer im Omelett. Sein bekanntestes „Rezept“ ist jedoch eher würzig und aromatisch: das berühmte Bärlauchpesto. Die Pflanze mit ihrem zugleich feinen und kräftigen Knoblauchgeschmack lässt sich im Frühjahr leicht im Unterholz sammeln – vorausgesetzt, Sie verwechseln sie nicht etwa mit dem nah verwandten, giftigen Maiglöckchen. Im Garten lässt sie sich problemlos kultivieren und breitet sich dort in einem Unterholzbereich langsam aus.

Duftnessel oder Agastache foeniculum (Staude)

Die Duftnessel oder Agastache foeniculum wird auch Fenchel-Agastache, Ysop, Anis-Ysop oder Großer Ysop genannt. Nicht mit den Zier-Sorten zu verwechseln, ist sie eine Gewürzpflanze mit durchaus dekorativem Wert. Ihr anisartiger Geschmack wird in der Küche verwendet, ihre getrockneten Blätter als Tee. Die frostempfindliche Staude sät sich in unseren Regionen selbst aus.

Borretsch oder Borago officinalis (einjährig)

Borretsch bildet im Sommer schöne blaue Blüten, die frisch als Tee oder zur Dekoration von Salaten verwendet werden können. Seine Blätter mit leichtem Gurkengeschmack eignen sich ebenfalls für Salate oder Tee, frisch oder getrocknet. Er lässt sich sehr einfach aus Samen ziehen und ist bienenfreundlich.

Gewürzpflanzen: Bärlauch, Duftnessel und Borretsch

Bärlauch, Duftnessel, Borretsch

Krähenfuß-Wegerich oder Plantago coronopus (zweijährig)

Der Krähenfuß-Wegerich liegt zwischen Salat und Gewürzkraut. Seine leicht salzigen Blätter werden im Mesclun-Salat verwendet oder kurz gegart. Dieses Heil- und Gewürzkraut wird außerdem auf Verbrennungen, kleine Schnittwunden und Insektenstiche gelegt oder gerieben.

Ringelblume oder Calendula officinalis (einjährig)

Die Ringelblume oder Calendula officinalis ist eine vielseitig verwendbare Pflanze von großem Wert. Als Färberpflanze wird sie zur Pigmentgewinnung genutzt; außerdem besitzt sie Eigenschaften, die ihren Einsatz in der Kosmetik, Pharmakologie und Homöopathie ermöglichen. In der Küche färbt ihre Blüte Reisgerichte, Schmorgerichte, Suppen und Tees. Roh verfeinert sie Käse, Salate und Butter. Im Gemüsegarten hält sie zudem Nematoden fern und lockt zahlreiche bestäubende Insekten an.

Fenchel oder Foeniculum vulgare (Staude)

Der Fenchel oder Foeniculum vulgare ist die Wildform des Fenchels und bildet keine Knollen. Seine Blätter werden als Gewürzkraut verwendet und ähneln Dill. Die aromatischen Samen werden zerstoßen, um Gerichte, Marinaden und Einlege-Sud zu würzen. Als Zierpflanze wächst er sowohl im Gemüsegarten als auch im Staudenbeet, wo sein zartes, luftiges und duftendes Laub geschätzt wird. Vorsicht: Seine Selbstaussaat ist zwar erfreulich, doch er wandert stark und kann schwer zu entfernen sein. Schneiden Sie die Blütenstände vor der Samenbildung ab, wenn er sich nicht weiter ausbreiten soll.

Gewürzpflanzen

Krähenfuß-Wegerich, Ringelblume, Fenchel

Kommentare

Dieses Formular ist durch reCAPTCHA geschützt – es gelten die Datenschutzbestimmungen und die Nutzungsbedingungen.