Alte, regionale Obstbaumsorte wählen
Vorteile dieser Sorten und Tipps zur Auswahl
Inhaltsverzeichnis
Obstbäume im Garten: Alte und lokale Sorten erleben ein Comeback. Erfahren Sie, warum sie sich lohnen und wie Sie die passende Sorte wählen.
Warum heimische Obstbäume wählen?
Lokale Obstsorten haben Qualitäten, die moderne Hybridsorten oder exotische Sorten nicht immer bieten. Zwar liefern sie nicht die „perfekten“, gleichmäßig großen Früchte, die der Einzelhandel verlangt, weshalb sie in Erwerbsplantagen selten angebaut werden. Dennoch sprechen viele andere Gründe für sie.
Natürliche Widerstandsfähigkeit
Da sie an bestimmte Klima- und Bodenbedingungen angepasst sind, benötigen diese Sorten weniger Pflege: Winterschutz, Pflanzenschutz (gegen Pilze und Schädlinge …), Rückschnitt, Bewässerung usw. Das spart Zeit und Geld und vermeidet zugleich umweltschädliche Mittel.
Im Laufe der Zeit haben sich die Sorten von selbst herausgebildet, sodass nur die am besten an die örtlichen Bedingungen angepassten überleben konnten. In den warmen Regionen Südfrankreichs sind diese Sorten toleranter gegenüber Wassermangel und Trockenheit. In Bergregionen widerstehen sie strengen Frösten. In feuchteren Gebieten zeigen sie sich weniger krankheitsanfällig.
Wer eine lokale Sorte wählt, entscheidet sich also für einen Obstbaum, der von Natur aus an seinen Standort angepasst ist.
Optimiertes Potenzial
Blüte und Fruchtbildung dieser Sorten sind auf einen guten Ertrag ausgerichtet. In Regionen mit langen Wintern blühen Obstbäume später, damit die Blüten nicht durch Spätfröste im Frühjahr zerstört werden. In Gebieten mit kurzen Wintern kann die Blüte dagegen früher einsetzen.
Lokale Obstbäume gewährleisten meist eine gute Bestäubung, die auch anderen Pflanzen in der Nähe zugutekommt.
Förderung der Biodiversität
Mit der Wahl lokaler Arten tragen Sie auch zum Erhalt der Biodiversität bei. Insekten, Reptilien, kleine Säugetiere und Vögel – zahlreiche Arten sind auf indigene Pflanzen angewiesen, um Nahrung und Schutz zu finden und damit zu überleben.

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Obstbäume für AnfängerVorteile alter Sorten
Alte Sorten bewahren seltene Arten und Geschmack. Vergessene Obstgehölze liefern genetische Vielfalt für klimafeste Züchtung.
Alte, regionale Obstbäume kaufen?
Alte Sorten gibt es online, etwa bei uns. Baumschulen, Märkte und Erzeuger bieten indigene Sorten. Fragen Sie regionale Erhaltungsgärten oder Vereine.
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Obstbäume: wurzelnackt, mit Wurzelballen oder im Topf?Obstsorte nach Geschmack und Nutzung wählen
Das ist beim Kauf eines Obstbaums natürlich das wichtigste Kriterium: seine Früchte! Ob Geschmack, aber auch Konsistenz, Form oder Farbe … Bei den alten und regionalen Sorten haben Sie die Qual der Wahl.
Wählen Sie Ihren Obstbaum natürlich nach Ihrem Geschmack, aber auch danach, wie Sie die Früchte verwenden möchten.
Früchte zum Naschen
Für Tafelobst, das roh verzehrt wird, gibt es eine große Sortenauswahl. Mögen Sie knackige, säuerliche Früchte, die Sie direkt vom Baum essen können? Dann wählen Sie den Apfelbaum ‘Reinette du Mans’ oder den Apfelbaum ‘Belle Fille de Salins’, eine seltene Sorte aus dem Jura.
Mögen Sie lieber Früchte mit saftigem, süßem Fruchtfleisch? Dann greifen Sie zur Weinrebe ‘Muscat de Hambourg’ oder zum Feigenbaum ‘Brown Turkey’.
Suchen Sie «Superfrüchte», die für ihren hohen Gehalt an Vitaminen und gesundheitsfördernden Antioxidantien bekannt sind? Probieren Sie die Schwarze Johannisbeere ‘Noir de Bourgogne’ mit ihren säuerlichen, schwarzen Beeren.

Die berühmten Sorten ‘Muscat de Hambourg’ und Schwarze Johannisbeere ‘Noir de Bourgogne’ – alte Sorten für den Frischverzehr
Früchte zum Kochen
Früchte lassen sich auch vielseitig kulinarisch verarbeiten. Daraus entstehen Marmeladen, Gelees, Chutneys, Desserts und verschiedene Getränke.
Suchen Sie eher weiche, süße Früchte für Marmeladen? Dann greifen Sie zum Schwarzen Holunder oder zum Mirabellenbaum ‘Mirabelle de Nancy’. Für Ihr Gebäck eignen sich der gelbe Weinbergpfirsich oder der Aprikosenbaum ‘Royal’.
Möchten Sie eigenen Cidre herstellen? Probieren Sie die Apfelbäume ‘Petit Jaune’ oder ‘Marie Ménard’.
Früchte zum Lagern
Wenn Sie Ihre Früchte mehrere Monate lagern möchten, wählen Sie späte Apfelsorten, etwa ‘Belle de Boskoop’. Die Ernte erfolgt im Oktober und November; die Früchte lassen sich bis März lagern.
Denken Sie auch an den Birnbaum ‘Doyenné du Comice’. Seine ab Frühherbst geernteten Früchte eignen sich ebenfalls gut zur Lagerung.
Blüte- und Erntezeit
Über die Fruchtbildung hinaus kann auch die Blüte einen Zierwert haben. Sie können die Blütezeiten staffeln, um mehrere Monate lang im Garten oder Obstgarten Freude daran zu haben. Doch die Blütezeit bestimmt vor allem den Zeitraum der Fruchtbildung und Ernte. Wenn Sie die Obsternte über mehrere Monate verteilen möchten, wählen Sie nicht ausschließlich Sorten, die im Spätsommer oder Herbst reif werden.
Für frühe Ernten ab Mitte Juni eignen sich Sauerkirsche ‘Anglaise Hâtive’ oder ‘Griotte de Montmorency’. Pflanzen Sie außerdem den Pfirsichbaum ‘Red Robin’ und den Birnbaum ‘St Jean’.
Der Pflaumenbaum ‘Mr Hâtif’ trägt seinen Namen zu Recht: Seine frühen Früchte können bereits Ende Juli geerntet werden. Der Feigenbaum ‘Goutte d’Or’ ist dagegen bifér: Er trägt zunächst im Juli und ein zweites Mal Mitte August.
Für späte Ernten im Oktober und November empfehlen sich Apfelbäume wie ‘Calville Rouge d’Hiver’ oder Birnbäume wie ‘Duchesse d’Angoulême’.
Berücksichtigen Sie bei Obstgehölzen auch die Alternanz. Dieses natürliche Phänomen führt bei einigen Kern- und Steinobstarten (Apfelbäumen, Birnbäumen, Kirschbäumen, Zitrusfrüchten …) in jedem zweiten Jahr zu einer geringeren Ernte. Mehr dazu erfahren Sie hier: Was ist die Alternanz bei Obstbäumen?
Selbstfruchtbare oder selbststerile Obstgehölze?
Bei Pflanzen gibt es selbstfruchtbare Arten, die dank eigenem Pollen Früchte tragen. Sie brauchen keine andere Sorte zur Befruchtung. Dazu zählen etwa der Aprikosenbaum ‘Tardif de Tain’, der Pfirsichbaum ‘Sanguine vineuse’, der Feigenbaum ‘Portogallo’ und die Pflaume ‘Reine Claude d’Oullins’.
Andere Sorten benötigen dagegen Befruchter. Wählen Sie passende Sorten, die gleichzeitig blühen. So sollte die Süßkirsche ‘Bigarreau Hedelfingen’ mit einer Süßkirsche ‘Bigarreau Summit’ oder ‘Bigarreau Van’ in höchstens 30 m Entfernung kombiniert werden. Auch der Apfelbaum ‘Douce Coët Ligné’ braucht weitere Apfelsorten.

Feigenbaum ‘Portogallo’, eine alte selbstfruchtbare Sorte
Obstbaumsorte nach Größe wählen
Die Wahl eines lokalen oder alten Obstbaums hängt auch vom verfügbaren Platz und Ihren Gestaltungswünschen ab.
In kleinen Gärten sollten Sie Sorten mit geringem Wuchs bevorzugen. Dazu gehört der Feigenbaum ‘Rouge de Bordeaux’, eine frühe Sorte und perfekte Kandidatin für den Anbau auf begrenztem Raum (2,50 m hoch und 3,50 m breit). Denken Sie auch an die Weiße Johannisbeere ‘Versaillaise blanche’ (1,50 m hoch und 1 m breit). Einige alte Obstsorten lassen sich sogar im Topf kultivieren, etwa die Rote Johannisbeere ‘Gloire des Sablons rose’ (1,30 m in alle Richtungen).
In großen Gärten und Obstgärten können Sie stattlichere Bäume pflanzen. Wählen Sie zwischen der Zwetschge ‘Altesse simple’ (6 m hoch und 4 m breit), der Walnuss ‘Corne du Périgord’ (7 m hoch und 6 m breit) oder der Esskastanie (20 m hoch und 15 m breit). Hochstamm-Obstbäume sind meist großen Gärten vorbehalten, da ihr Stamm 1,80 bis 2 m hoch ist.
Wenn Sie einen vielseitig nutzbaren Obstbaum suchen, der beispielsweise auch Schatten spenden soll, wählen Sie eine Weinrebe, die sich ideal für eine Pergola eignet. Die Weinrebe Vitis vinifera ‘Altesse’ ist beispielsweise eine alte Sorte, die in den 1930er- und 1940er-Jahren im oberen Rhonetal gepflanzt wurde. Sie wird zur Herstellung von Weißwein verwendet.
Überlegen Sie auch, wie Sie die Früchte ernten möchten. Möchten Sie sie von Hand in erreichbarer Höhe pflücken? Sollen auch Kinder bei der Ernte helfen können? Dann bevorzugen Sie kleine Obstbäume wie die Rote Johannisbeere ‘Jonkheer van Tets’ (1,50 m in alle Richtungen). Wenn eine Leiter bei der Ernte für Sie kein Problem darstellt, können Sie bedenkenlos die größten Obstbäume pflanzen!

Die schöne Weiße Johannisbeere ‘Versaillaise blanche’, ideal für kleine Gärten
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