Pfirsichbaum oder Nektarine wählen?

Pfirsichbaum oder Nektarine wählen?

Kaufberatung: ideale Obstbaumsorte finden

Inhaltsverzeichnis

Geändert der 11. Januar 2026  durch Marion 7 min.

Der Pfirsichbaum und die Nektarine sind beliebte, meist selbstfruchtbare Sträucher mit essbaren Früchten. Sortenwahl nach Frucht, Erntezeit und Standort.

Schwierigkeit

Pfirsichbaum oder Nektarine nach Früchten wählen

Die Früchte dieser Sträucher können mehrere Namen tragen: Pfirsiche, Nektarinen oder auch Brugnons. Sie unterscheiden sich in mehreren Merkmalen:

  • ihrem Geschmack;
  • ihrer Textur;
  • ihrer Form;
  • ihrer Farbe.

Es gibt also für jeden Geschmack die passende Sorte! Die Früchte können roh verzehrt oder zu Kompott, Marmelade, Gebäck und sogar herzhaften Gerichten verarbeitet werden.

Klassische Pfirsiche

Sie haben weißes Fruchtfleisch, eine samtig-weiche, behaarte Haut und einen leicht lösbaren Kern, auch „freiliegend“ genannt. Dazu zählen die alten Sorten ‘Reine des Vergers’, ‘Grosse mignonne’ und ‘Michelini’.

Pavie-Pfirsiche

Pavie-Pfirsiche ‘Pavie’ haben ebenfalls eine behaarte Haut, ihr Fruchtfleisch ist jedoch eher gelb und haftet am Kern. Dazu gehören die sehr aromatischen Pfirsiche von ‘Redhaven’, die saftigen Früchte von ‘Dixired’ oder die bis zu 500 g schweren Früchte von ‘J.H. Hale’.

Nektarinen

Ihre Haut ist haarlos (kahl und glatt), das weiße Fruchtfleisch ist fleischig und fest, außerdem haben sie einen freiliegenden Kern.

Brugnons

Sie haben eine glatte Haut und gelbes, am Kern haftendes Fruchtfleisch. Zu nennen ist ‘Morton’ mit süßen, schmelzenden Früchten sowie ‘Olympio’ mit aromatischem, blumigem Geschmack.

Weitere Sorten

Dank verschiedener Züchtungen gibt es inzwischen auch Früchte mit anderen Merkmalen, etwa Brugnons mit weißem Fruchtfleisch, Weinbergpfirsiche mit weißem, rot geädertem Fruchtfleisch, Blutfleischpfirsiche wie ‘Sanguine d’Auvergne’ mit purpurrotem, weiß geädertem Fruchtfleisch oder Plattpfirsiche wie ‘Saturne’.

Süße Früchte

Zu den süßesten Früchten zählen die von ‘Fantasia’. Diese Sorte bildet große Nektarinen mit 8 cm Durchmesser und aromatischem, saftigem Fruchtfleisch. Auch die Nektarine ‘Sauzee King’ trägt große, flache Früchte. ‘Michelini’ bildet ebenfalls Früchte mit süßem, mildem, weißem Fruchtfleisch, ebenso die kleine ‘Nectarella’ und ‘Flavor Top’.

Bei den Brugnons ist ‘Morton’ für den süßen Geschmack und die schmelzende Textur seiner Früchte bekannt.

Säuerliche Früchte

Wenn Sie säuerliche Geschmäcker bevorzugen, probieren Sie ‘Sanguine d’Auvergne’. Diese Sorte eignet sich auch für alle, die keine behaarte Haut mögen. Probieren Sie außerdem den Weinbergpfirsich ‘Sanguine’ mit kleinen, saftigen und aromatischen Früchten, ‘Sanguine de Savoie’ mit blutrotem Fruchtfleisch oder die alte Sorte ‘Amsden’.

peches nectarines brugnons

Im Uhrzeigersinn: Pfirsichbaum ‘JH Hale’, Nektarine ‘Olympio’, ‘Sanguine d’Auvergne’, ‘Flavor Top’, ‘Sauzee King’, Weinbergpfirsich ‘Sanguine’, ‘Sanguine de Savoie’

Die Farbe der Früchte

Die meisten Pfirsiche und Nektarinen zeigen eine rote bis orange Farbe. Einige Früchte fallen jedoch mit selteneren, aber ebenso schönen Farbtönen auf.

Die Nektarine ‘Nectarose’ und der Pfirsichbaum ‘Suncrest’ tragen beispielsweise zweifarbige Früchte, die rot und gelb gesprenkelt sind. Die Früchte des weißen Weinbergpfirsichs und von ‘Fertile de septembre’ sind dagegen gelb und rot marmoriert.

Der Pfirsichbaum ‘Redhaven’ trägt gelbhäutige Früchte, während die Früchte von ‘Téton de Vénus’ auf der Sonnenseite gelb und karminrosa gestreift sind. ‘Fruit Me Peach Me Yellow’ bildet, wie der Name verrät, gelbe, leicht orangefarbene Früchte, die fast an Aprikosen erinnern.

Besonders überraschend ist der Zwergpfirsich ‘Ice Peach’. Er trägt runde Früchte mit weißer, samtiger Haut und ebenfalls weißem Fruchtfleisch.

peches nectarines brugnons

Die erstaunlich weißen Früchte des Pfirsichbaums ‘Ice Peach’

Pfirsichbaum oder Nektarine nach Erntezeit wählen

Die Erntezeiten unterscheiden sich je nach Sorte, können aber natürlich auch je nach Region und Wetterbedingungen variieren.

Obstsorten mit früher Reife

Bei diesen Sorten erfolgt die Ernte zwischen Ende Juni und Mitte Juli. Dazu zählen die alte Sorte ‘Amsden’, die ertragreiche ‘Dixired’ oder die kleine Sorte ‘Fruit Me Peach Me Donut’.

Obstsorten mit später Reife

Bei diesen Kultivaren erfolgt die Ernte zwischen Mitte und Ende September. Dazu gehören ‘Michelini’, die treffend benannte ‘Fertile de Septembre’, der Kultivar ‘Téton de Vénus’ oder Weinbergpfirsiche.

Pfirsichbaum oder Nektarine nach Blütenfarbe wählen

Die Blüten des Pfirsichbaums erscheinen an den Vorjahrestrieben, meist noch vor dem Laub. Sie sind weiß oder eher zartrosa. Der Zwerg-Pfirsichbaum ‘Crimson Bonfire’ fällt mit seinen kräftig rosafarbenen Blüten etwas aus dem Rahmen, ebenso die Zwerg-Nektarinen ‘Rubis Necta Zee’ und ‘Amber Pix Zee’, die sehr dekorative dunkelrosa Blüten tragen.

Für eine originellere Note blühen einige Sorten in schönem Rot, wie die bezaubernde ‘Garden Beauty’.

Blütenfarbe

Die Blüte des Pfirsichbaums ‘Crimson Bonfire’

Pfirsichbaum oder Nektarine nach Größe und Nutzung

Die größten Pfirsichbäume können über 6 m hoch werden, ihre durchschnittliche Höhe liegt jedoch eher bei 4 bis 5 m. Es gibt auch kleinere Sorten, die sich ideal für die Kultur im Topf oder auf begrenztem Raum eignen.

Zwerg- und kompakte Sorten für kleine Gärten und die Topfkultur

Diese Sorten werden kaum höher als 1,50 m und erreichen eine Breite von 1 bis 1,50 m. Sie eignen sich daher perfekt für die Kultur im Topf auf der Terrasse oder dem Balkon. Auch für begrenzte Flächen sind diese Sorten geeignet, etwa für kleine Gärten oder Stadtgärten.

Bei den Zwerg-Nektarinen haben Sie beispielsweise die Wahl zwischen ‘Garden Beauty’, Nectarella, ‘Rubis Necta Zee’ oder ‘Snow Baby’.

Bei den Pfirsichbäumen empfehlen sich der zwergwüchsige Prunus persica ‘Crimson Bonfire’, ’Amber Pix Zee’ oder ‘Diamond Zaipevi’.

Mittelgroße Sorten für den Anbau im Garten

Auch in einem mittelgroßen Garten können Sie problemlos Obstbäume kultivieren. Wählen Sie dafür Sorten mit mäßigem Wachstum, die nicht höher als 2,50 bis 3 m werden und eine Breite von 2 m erreichen.

Einige gelten sogar noch als halbzwergwüchsige Sorten, etwa die Pfirsichbäume aus der Kollektion ‘Fruit Me Peach Me’, ‘Ice Peach’ oder ‘Bonanza’ (2 m hoch und 1 bis 1,50 m breit).

Pfirsichbaum Bonanza

Der Pfirsichbaum ‘Bonanza’ erreicht ausgewachsen eine Höhe von 2 m

Etwas größer werden die Nektarinen ‘Morton’, ‘Flateryna’ und ‘Honey Kist’. Sie erreichen bei voller Reife etwa 3 m Höhe und 2 m Breite. Bei den Pfirsichbäumen ist der Kultivar ‘Andromède’ zu nennen (3 m in alle Richtungen).

Sorten für große Flächen

Einige Nektarinen und Pfirsichbäume werden problemlos über 5 m hoch und benötigen daher viel Platz für ihre Kultur. Wenn Sie einen großen Obstgarten oder Garten haben, versuchen Sie es mit Prunus persica nucipersica ‘Nectarose’ (6 m hoch und 3,50 m breit), ‘Flavor Top’ (6 m in alle Richtungen), der Nektarine ‘Sanguine d’Auvergne’ (6 m hoch und 4 m breit) oder dem Pfirsichbaum ‘Reine des vergers’ (7,50 m hoch und 7 m breit).

Pfirsich- oder Nektarinenbaum nach Region wählen

Regionen mit kalten Wintern oder Spätfrösten

Trotz ihrer guten Winterhärte (meist bis -12 bis -15 °C) sind Pfirsichbäume und Nektarinen Obststräucher oder -bäume, die eher für milde Regionen geeignet sind. Sie brauchen Wärme und Sonne, um Früchte zu tragen. Vor allem Spätfröste können jedoch die Blüte zerstören und damit den Fruchtansatz einschränken oder die Fruchtbildung sogar vollständig verhindern. Die Blüte findet meist zwischen Februar und April statt.

Wenn Sie in einer Region mit Spätfrösten wohnen, wählen Sie Sorten, die nicht vor April blühen. Dazu gehören der Weinbergpfirsich ‘Vigne Blanche’, der Weinbergpfirsich ‘Vigne Jaune’, die Kultivare ‘Grosse Mignonne’, ‘Sanguine vineuse’ und ‘Michelini’. Bei Nektarinen empfiehlt sich ‘Nectared’.

Nördlich der Loire empfehlen wir, Obstgehölze an einem geschützten Standort zu kultivieren, der vor kalten Winden geschützt ist, zum Beispiel an einer nach Süden ausgerichteten Mauer. Das verbessert die Chancen auf Fruchtbildung.

Sie können die Obstgehölze auch in Töpfen oder Kübeln kultivieren (siehe oben). So lassen sie sich an einem frostgeschützten Ort aufbewahren und nach Ende der Frostgefahr wieder ins Freie stellen. Lüften Sie den Lagerort regelmäßig oder stellen Sie die Obstgehölze tagsüber ins Freie, damit die Bestäubung gewährleistet ist.

Regionen mit günstigen Bedingungen für Krankheiten

Pfirsichbäume und Nektarinen zählen zu den für Pilzkrankheiten anfälligen Obstgehölzen. Zu den häufigsten gehört die Kräuselkrankheit. Daneben treten auch Krankheiten wie Mehltau, Monilia, bakterieller Rindenkrebs oder Schrotschuss auf. Die Entstehung dieser Krankheiten wird durch milde Winter begünstigt, in denen Pilzsporen überleben, gefolgt von eher milden und feuchten Frühjahren.

Einige Kultivare sind jedoch von Natur aus widerstandsfähiger. Um das Risiko zu verringern, wählen Sie weniger anfällige Sorten wie Weinbergpfirsich, ‘Amsden’, ‘Reine des Vergers’ oder ‘Morton’. Auch der Pfirsichbaum ‘Bénédicte’ ist eine gute Wahl.

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Kaufberatung für Pfirsich- oder Nektarinenbäume